22. April 2010 / , / 5c

Die Wiedergeburt der Verrücktheit

Es hat lange gedauert, sehr lange, ehe ich mich davon überzeugen konnte, dass das Bloggen doch eine Tätigkeit ist, die ich in meinem Leben nicht missen möchte. Es war ein Kampf der Persönlichkeiten. Auf der einen Seite stand da meine realistische Seite, die mir einreden wollte, dass ich doch sowieso absolut keine Zeit für einen Blog hätte und den meisten Kram, den ich produziere, doch eh in irgendeiner Weise unter die Leute bringen könnte. Während da dann auf der anderen Seite eine mir vertraute Stimme zurief, dass das alles Schwachsinn wäre. Es war meine kommunikative Seite, die versuchte mir zu erklären, warum ein Blog gerade jetzt, wo ich meine Zeit eigentlich für andere Dinge aufwenden sollte, dennoch eine gute Idee sei. Sie erzählte mir etwas von Gedanken verarbeiten, der Verbesserung mit dem Umgang der Sprache und dem regen und aktiveren Austausch mit meinen Freunden. Das klang sehr gut, doch sollte ich es wirklich wagen, erneut in einen Strudel der Anspannung einzutauchen?

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Angefangen hat das mit dem Bloggen wohl 2004, wo ich das erste Mal mit einem Programm namens WordPress konfrontiert wurde. Es war eine wilde Zeit und die Beiträge waren geprägt von Nihilismus und Anarchie. Es wurden Bands in den Himmel gelobt, die Schule brachte einen regelmäßig zur Weißglut und hin und wieder hat man auch formschönen Unsinn verzapft. Mir reichte das jedoch nicht, es musste mehr sein, viel mehr und 2007 war es soweit. Xesier war geboren. Als Projektablagestätte erdacht, entwickelte sich aus der kleinen statischen Website, ein Tummelplatz der Ideen, der Kreativität und der Meinungen. Man lachte, man weinte, man revolutionierte, konterrevolutionierte, man liebte und hasste und trotzdem fühlte man irgendwie doch eine merkwürdige Verbundenheit zu einem solch beliebigen Begriff.

Doch im November 2009 war es dann erst einmal mit dem Gemeinschaftsblog vorbei. Viele waren geschockt, empört, ja quasi wutentbrannt — verständlich — schließlich war doch eine ihrer wichtigsten Quellen im Internet versiegt. Doch woran lag es, dass ich mich dazu entschlossen hatte, Xesier in dieser Form nicht weiterzuführen. Der Hauptgrund bestand darin, dass ich dem Projekt zu viel Aufmerksamkeit widmete und ich dadurch in anderen Bereichen gehemmt wurde. Auch bestand mit einem vorhandenen Blogsystem immer die imaginäre Verpflichtung auch weiter für alle Inhalte und Meinungen gerade zu stehen. Und dazu hatte ich letztendlich keine Lust. Trotzdem ist nichts verloren, denn die Beiträge liegen als Backup immer noch vor und warten nur darauf, irgendwann einmal wieder hochgespielt zu werden.

In der Zwischenzeit versuche ich mich hier. Ich begrüße euch, in meinem neuen Weblog. Es geht hier im Grunde genommen um dieselben Themen, die mich auch schon auf Xesier beschäftigt haben. Allerdings stehen andere Schwerpunkte im Vordergrund. Für mich ist nicht mehr so wichtig, ein spezielles unumstößliches Urteil abzugeben, als vielmehr die Erinnerungen an ein Buch, einen Film oder ein Spiel wirklich auch festzuhalten. Ich sehe dieses Blog auch als Möglichkeit mich selbst zu hinterfragen und Diskussionen zu führen, die mir vielleicht in der Wirklichkeit nicht so leicht fallen würden. Trotzdem stehen hier immer noch Spaß und Kultur im Vordergrund und ich werde immer wieder versuchen, euch mit allerhand Unbekannten, aber auch Bekannten daran zu erinnern. Ich werde auch in der nächsten Zeit die fehlenden Bereiche ergänzen, sodass man diese Seite auch ein wenig abseits vom Blog erkunden kann. Letztendlich kann ich euch bei der Lektüre nur sehr viel Spaß wünschen.

Achso und wenn ihr keinen Bock auf das Blog hier habt, dann ist mir das auch egal, oder so.