Ein ordentlicher Mensch
Ich bin der Überzeugung, dass alles, was wir aufnehmen, uns auf irgendeine Weise irgendwann einmal nützlich sein kann. Nicht dass diese Nützlichkeit auf den ersten Blick ersichtlich wird, aber irgendwann wird sie sich schon offenbaren und dann bin ich glücklich darüber, dass ich eine bestimmte Erfahrung gemacht habe. Genauso verhält es sich bei mir mit Gegenständen. Ich sammle für mein Leben gerne Arthouse-Filme, alte Science-Fiction-Bücher, Fotos von alten Gebäuden, Mode-Magazine, DDR-Geschirr, alten technischen Kram, der zwar nicht mehr funktioniert, aber immer noch irgendwie einen ästhetischen Charme versprüht und alles eigentlich, was mir so gefällt. Manche Menschen würden mich deshalb wahrscheinlich zynisch als Messie verunglimpfen, aber ich bezeichne mich lieber als enthusiastischen Sammler.
Mein Regal ordnet mein Leben.
Das Sammeln gehört dabei in meiner Familie schon fast zum guten Ton. Man sammelt jeden Kram und würde es sich wahrscheinlich nie verzeihen, wenn es darum geht, sich auch nur von einer klitzekleinen Sache zu trennen. Zu sehr haben wir die Hoffnung, dass es für uns nützlich werden könnte, zu sehr sind wir mit jedem Gegenstand verbunden, erinnern uns daran, wie wir ihn gefunden oder erlangt haben. Jedes Ding hat seine Geschichte und seine Tradition. Es macht uns dabei wahrscheinlich einfach zu viel Spaß wenigstens für ein paar Sekunden den hektischen Alltag beiseite zu schieben und in der Vergangenheit zu schwelgen.
Doch in unserer Familie sind wir nicht nur begnadete Sammler, wir sind auch unnachgiebige Ordnungsfanatiker. Auch wenn es in einigen Fällen vielleicht nicht danach aussieht, aber ich liebe Ordnung, Benutzerfreundlichkeit und Minimalismus. Ich mag es, wenn Dinge einem System folgen, das man nachvollziehen und selbst benutzen kann. Viele Dinge lassen sich dadurch leichter erledigen und man fühlt sich auch viel eher im Gleichgewicht mit seinem Umfeld. Auf der anderen Seite liebe ich aber auch die Unordnung, das Durcheinander und das Chaos. Die Einzigartigkeit, mit der bestimmte Gegenstände genau den Raum einnehmen, den sie im Chaos haben, ist atemberaubend. Jeder Gegenstand, den man hinzufügt, beeinflusst das gesamte System. Alles ist verbunden und so vielseitig, wie man es sich nur vorstellen kann.
Es ist paradox, wie sehr ich diese zwei Gegensätze liebe. Aber wiederum auch nicht, wenn man das Chaos nicht als Chaos sondern als geordnetes System versteht, in welchem jeder Gegenstand nur den Platz einnehmen kann, den er genau in diesem Moment einnimmt. Vom Logischen her kann das Chaos natürlich keine Ordnung sein, da aber Chaos ein relativer Begriff ist, der sehr stark von der subjektiven Perspektive des Betrachters abhängt, muss man manchmal nur seinen Blickwinkel ändern, um in einer scheinbar beliebig wirkenden Zusammenwürflung von Dingen doch noch Perfektion zu erkennen.
Ich finde dieses Zusammenspiel der Gegensätze total interessant, weil es uns bewusst macht, dass Gegensätze manchmal näher beisammen sind, als wir es zunächst angenommen haben. Es inspiriert mich dazu, Dinge auf eine andere Weise zu betrachten und es macht mir Spaß mit Ordnung und Chaos herumzuspielen. Ordnung ist das wichtigste Prinzip von allen. Ohne Ordnung gäbe es keine Sprache, ohne Ordnung gäbe es kein gut oder schlecht, ohne Ordnung gäbe es wahrscheinlich nicht einmal Gefühle, da wir nur mit den Kategorien, die uns unser Körper zur Verfügung stellt, etwas für uns begreifbar machen können. Ordnung ist nicht nur das halbe Leben. Es ist das gesamte Leben.











Ich kann keine Bücher wegwerfen. Und kein Computerzeug. Neben mir steht immer noch mein vollkommen zerlegter Laptop, der ist vielleicht 15€ wert, aber deshalb wegschmeißen? Und der iMacG3 (in blau) in meinem Regal ist auch schon ein paar Jahre hin, aber der erinnert einen einfach viel zu sehr an damals, als man wöchentlich 15 Minuten ins Internet durfte, weil die Verbindungskosten so hoch waren. Damals war alles schlechter, aber man denkt trotzdem gerne daran ;-)
Und zur Ordnung: ich wäre gern ordentlich. Oder zumindest ordentlicher. Aber hier in meinem Zimmer, oder auch auf meinem Computer, arbeite ich getreu dem Motto "Wer Ordnung hält ist nur zu faul zum suchen." :-)
Da räumst du einmal in deinem Leben auf und musst gleich einen Artikel darüber schreiben.
Ich räume übrigens nur gern auf, wenn ich mich irgendwo richtig wohl und zuhause fühle. Vll wird das ja bei einer richtigen Wohnung dann auch mal konsequent.
Achso und du bist ein Messi! Schade eigentlich, dass es gestern nicht für dich gereicht hat.
1.) wissenschaftlich betrachtet (mathematisch, physikalisch) kannst du gar nicht mehr orndnung schaffen, als schon vorhanden ist. denn die ordnung nimmt zeitlich stets ab, bzw anders formuliert: das chaos (unordnung, entropie) nimmt stetig zu. egal was du tust, du kannst die welt, das universum… nicht ordentlich machen. du kannst zwar dein kleines zimmer aufräumen, aber rein wissenschaftlich betrachtet förders du damit eher das ungeleichgewicht zwischen dir und deinem zimmer. wenn du magst, kann ich dir das genauer erklären.
2.) chaos ist formel-technisch schon definiert, man kann aber nur die größe seines wachstums (es sinkt nie!) berechnen.
3.) du bist auf keinen fall ein messi. a) weil messis kein system haben beim sammeln (du ja schon irgendwie) und b) weil messi verdammt gut fußball spielt, und du nicht :-)
1.) Ich bitte darum.
2.) Ein Chaos ist formel-technisch definiert, nicht alle Möglichkeiten.
also zu 1.)
da du die gesamt entropie eines systems (also du + dein zimmer) nicht senken kannst, kannst du zwar dein zimmer ordnen, dafür sinkt aber deine ordnung im körper. dies geschiet mit abbau "geordneter" energie. die gespeicherte energie (fettschichten zb; ich weiß du hast keine ^^) sind entropie-ärmer als die verbrauchte. die schön gestapelte energie wird dann von deinen zellen zersetzt und wird dann als ungeordete, wild durcheinander wirbelnde wärem frei. und diese zunahme der unordnung (chaos) ist größer als die ordnung die du damit in deinem zimmer geschaffen hast. also hast du die "kluft" zwischen der summe deiner unordnung und der des zimmers vergrößert. und diese "kluft" hab ich dann einfach mal also gleichgewicht bezeichnet.
zu 2.) (das wird ne physikstunde merk ich grad)
kannst du mal bei wikipedia unter dem zweiten thermodynamischen hauptsatz gucken. die formel kann ich dir aufgrund von eingabe-handicaps hier nicht nenne :-)
achso: alle möglichkeiten kannst du auch gar nicht defineren. deswegen hat das chaos ja auch keine obergrenze
Die Luft-Teilchen, die durch meine abgegebene Wärme in Bewegung geraten und die Entropie des Universums erhöhen, arbeiten so wie sie es tun. Also tun sie es systembedingt ordentlich. Das bedeutet, dass jede Entropie-Vergrößerung (Chaos-Vergrößerung) innerhalb einer größeren Ordnung besteht und damit letztendlich auch kein Chaos sein kann. Ich kann letztendlich kein Chaos schaffen, ich kann nur eine Form von Energie in eine andere Form umwandeln.
UND.….…… ich bin raus.
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Bitte?