12. Mai 2010 / , / 9c

Der unvermeidliche Fotografie-Artikel

Es ist wahrscheinlich eine merkwürdige Angewohnheit von mir, wenigstens einmal in jedem Blog, in dem ich schreibe, einen Artikel über Fotografie zu veröffentlichen, aber es ist auch eine Angewohnheit, die eine gewisse Leidenschaft ausdrückt. Und gerade in der vergangenen Woche ist diese Leidenschaft wieder aufgeflammt.

Nicht dass ich neue Fotos schießen würde. Davon habe ich mit meiner jetzigen Kamera erst einmal eindeutig genug. Allerdings sehne ich mich neuerdings nach einer besseren Kamera, nach einer Spiegelreflex im Profibereich. Ja, das wäre etwas für mich. Und da ich ein kleiner Canon-Fanboy bin, schaue ich mir auf Amazon immer mal wieder die Preise für eine 7D oder 5D Mark II inklusive ordentlichem Objektiv an und fange dann innerlich ein wenig an zu weinen.

Ich könnte mich niemals mit einer 550D zufrieden geben. Ich weiß nicht wirklich warum, aber vielleicht liegt es in meiner Schwäche, Kompromisse einzugehen. Wenn ich mich schon dazu durchringe, Geld für etwas Wichtiges wie einen echt guten Fotoapparat auszugeben, dann sollte dieser so gut sein, wie es nur geht, damit ich mich nicht irgendwann über ihn ärgern oder Einschränkungen hinnehmen muss. Weshalb sollte ich mir denn auch eine Kamera kaufen, die mir im Nachhinein überhaupt nicht gefällt und nur Probleme verursacht?

Ich fange an zu rechnen und zu kalkulieren und werde dann doch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Wofür willst du denn eine solche Kamera? Du fotografierst extrem selten und bist einer derjenigen, die Akkus und Unhandlichkeit nicht mögen. Gute Argumente. Doch dann fange ich an, darüber nachzudenken, ob sich nicht dadurch vielleicht auch mein Leben verändern könnte. Vielleicht kann ich mich ja dann wieder für das Fotografieren begeistern. Vielleicht komme ich dann mit neuen Menschen in Kontakt. Vielleicht, ja.

Schließlich sind es auch meine Bilder, die den meisten Menschen auffallen, die am meisten im Internet verbreitet wurden, mit denen man am meisten etwas anfangen kann. Ich bin unsicher, was ich tun soll. Und noch schlimmer ist es, dass ich eigentlich nicht für heute oder morgen plane, sondern wahrscheinlich für 2011. Das ist total bescheuert und ich sollte nicht darüber nachdenken. Aber dann bemerke ich, wie ich in der Nacht versuche mit meiner Kompaktkamera ein paar Laternenlichter aufzunehmen, wie ich das Rauschen sehe, mich ärgere und mich dann verbraucht fühle.

Es muss etwas passieren. Oder nicht? So wie ich mich kenne, unterdrücke ich meine Wünsche solange bis es nicht mehr geht und werde mir dann trotzdem erst 2011 irgendwann eine neue Kamera zulegen. Manchmal würde ich mir wünschen, dass ich in solchen Sachen nicht so ein Feigling wäre. Auf der anderen Seite denke ich mir dann aber auch, dass ein wenig mehr Bedenkzeit bei so einer Sache vielleicht gar nicht mal so schlecht ist. Wer weiß.