Ruhiges Wochenende voraus!
Es stehen zwei Tage Ruhe an und ich werde sie dazu nutzen, mir endlich wieder Kafka zur Hand zu nehmen. Nachdem ich die Verwandlung relativ schnell durch hatte, beiße ich mir zurzeit am Prozess die Zähne aus. In diesem Zusammenhang hoffe ich auch darauf, dass das Wochenende wieder etwas regnerischer wird, damit ich das Lesen auch beruhigt genießen kann.
Aber es soll ja nicht nur für mich ein tolles Wochenende werden, sondern auch für euch. Deshalb setze ich mich morgen kurz zum Schneiden hin und kann euch dann hoffentlich im Verlauf des nächsten Tages einen kleinen Vorgeschmack auf ein neues Projekt von mir geben, das ich in den nächsten Monaten immer mal hin und wieder betreuen werde. Das klingt natürlich nicht sehr enthusiastisch, aber ich verspreche euch, das wird gut.
Ansonsten bleibt nur noch zu sagen, dass ich musikalisch auch noch etwas plane, aber das ist alles noch nicht so ausgereift, deshalb bleibt es hier erst einmal nur bei einer Ankündigung. Ich hoffe doch, dass sich bis Anfang Oktober da noch etwas bewegt, aber ich kann nichts versprechen. Dazu arbeite ich noch zu unregelmäßig an dem Zeug. Bis zum nächsten Mal wünsche ich euch erst einmal ein schönes Wochenende. Entspannt euch!











wie wäre es denn mal, wenn du dich mit einer sache mal über einen längeren zeitraum beschäftigst und nicht drei sachen nebeneinander machst?
nur so kann etwas auch wirklich ausgereift sein. deine bisherigen projekten wirken alle sehr halbherzig und zum teil echt hingeklatscht. vielleicht solltest du ein projekt wirklich mal konsequent durchziehen, dich damit beschäftigen, es auf dich wirken lassen, neues hinzufügen, daran rumbasteln, es auseinader flicken, neu zusammensetzen, es noch größer, bombastischer machen. mehr auf details achten. noch mal alles verwerfen und neu machen, wenn du nicht zu frieden bist.
nur so kannst du meiner meinung nach wirklich kunst erschaffen. ausgegorene kunst und ein wirkliches werk, dass nicht nur dir sondern auch andern spaß beim sehen oder hören macht.
ich möchte mal musik von dir hören, die du nicht zwischen einem kurzfilm und dem spiel gemacht hast. nicht nur musik, wo du acht lieder machst, an jedem tag eins, die dann zusammen haust und es als deine musik ausgibst. sondern eins, wo wirklich ein halbes oder ein jahr intensive arbeit drin steckt und wo man dann wirklich sagen kann: boah, das ist echt krass.
ich hab immer das gefühl, dass du diesen anspruch gar nicht hast bei deinen projekten. du willst sie nur fertig kriegen. so schnell wie möglich und so wenig aufwand wie nötig. und ob es andere dann (gern) hören und die projekte bestand haben, dass kümmert dich dann weniger.
meine meinung, kannst mich gern jetzt eines besseren belehren.
Kunst entsteht für mich nicht aus Arbeit, sondern aus dem Gefühl heraus. Wenn du mit dem, was ich veröffentliche, nicht zufrieden bist, dann kannst du daran gerne Kritik üben und Verbesserungsvorschläge äußern.
Mir aber vorzuwerfen dass ich nur halbherzig an etwas arbeiten würde, halte ich für absolut falsch. Ich veröffentliche manchmal auch Werke, die nicht perfekt sind, das stimmt, aber das Großartige an Kunst ist, dass sie nicht perfekt sein muss, sie muss keinem Muster folgen, sie muss nicht einmal irgendjemandem gefallen. Sie muss einzig und allein existieren.
Du scheinst jedoch nur Kunst zu mögen, die dir irgendeine Geschichte vorheuchelt. Das Album über die Trennung, die nie stattgefunden hat. Das Album über das Leben im Ghetto, das niemals gelebt wurde. Das Album über Liebeskummer, der nie ausgelebt wurde. Wenn kein Schweiß geflossen ist, wenn nicht gelitten wurde, wenn nicht tausendfach nachgedacht wurde, dann ist es für dich keine Kunst. Das ist nicht schlimm, aber es gibt eben auch Kunst, die außerhalb solcher Paradigmen funktioniert.
Der Prozess lief hier vor einigen Jahren im Theater. Am Ende ging der Eiserne Vorhang (Feuerschutzmechanismus) runter und alles war still im Saal — das beeindruckendste Erlebnis, das ich bisher im Theater hatte.
Paradigmen Ultradigitation zu Neoparadigmen
da sollten wir uns echt mal drüber unterhalten. du hast eine sehr andere meinung darüber, was kunst soll. für ich reicht ihre bloße existenz. meiner ansicht nach soll kunst aber auch immer etwas hinterlassen und etwas mit geben. und das erreicht man doch nur, wenn es wirklich gut überlegt ist. und nicht in dem man eine idee hat, ein bisschen drüber nachdenkt und dann die kamera draufhält. mir geht das bei dir immer ein bisschen zu schnell und zu chaotisch. aber wenn du es so fühlst, dann respektiere ich es voll und ganz. ich würde es anders machen. ich hätte immer den ansruch zu sagen: ok, ich habe vielleicht nur zwei filme gedreht in meinem leben. aber das sind dann auch wirklich die, in die ich alles reingesteckt habe und hinter denen ich hundert prozentig stehen kann. bei musik dasselbe, statt jeden monat neue kurzfilme rauszuhauen, bei denen der zuschauer höchstens sagt: ja das ist cool. es gibt ihm aber nichts mit. aber wenn deiner meinung nach nur die bloße existenz der kunst reicht und sie nicht mal jemanden gefallen muss, dann ist das dein standpunkt. das hat auch nichts mit der handlung zu tun, von der du meinst, wie ich sie mir vorstelle. mein ansruch ist aber immer kunst zu fühlen. egal ob man mir ein reh beim fasching zeigt oder die ganz große liebesgeschichte. und das zu erzielen, das der zuschauer auch in der geschichte drin ist und mitfühlen kann. das erreichst du nur nach viel durchdachter arbeit und ich muss kunst fühlen, damit ich sie gut finden kann.
"meiner ansicht nach soll kunst aber auch immer etwas hinterlassen und etwas mit geben. und das erreicht man doch nur, wenn es wirklich gut überlegt ist." — Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Und vieles ist einfach auch nur davon abhängig, wie sehr wir daran glauben und wie viel Respekt wir vor der Person dahinter haben.
Nehmen wir doch mal "Joy Division". Für mich ist das extrem langweilige Musik, bei der jemand, der kein bisschen singen kann, einfach nur seine Gefühle ausschüttet. Trotzdem gehen so viele darauf ab. Radiohead genauso. Langweilige immer gleiche Musik. Trotzdem ein riesiger Einfluss. Das ganze Minimal-Genre. Da kommt normalerweise absolut gar nichts rüber und trotzdem ist das Mainstream-Musik und wird von vielen Menschen gehört.
Viele Filme sind für mich auch so. Zum Beispiel die frühen Sachen von Jim Jarmush. Die gucken sich nur sehr wenige Menschen an und trotzdem bin ich davon extrem beeindruckt. Er hat das nebenbei gedreht, mit keinem Geld, mit einem geborgten Auto, ohne Erlaubnis — es sieht alles extrem beschissen und billig aus und trotzdem finde ich das alles extrem großartig. Die ganzen B-Movies bauen auf solchen Trash auf. Und die Menschen, die dahinter stehen sind extrem positive Menschen, denen es letztendlich nur darum geht, irgendwie eine Geschichte zu erzählen und ihre Idee umzusetzen.
Versuche dir mal sehr laut Stein anzuhören und denke darüber nach, dass ich in dem Lied eigentlich meinen gesamten Liebeskummer verarbeitet habe, meine ganze Abscheu vor der Menschheit und meine Einsamkeit. Schließe die Augen und stelle dir vor, dass nicht ich derjenige gewesen bin, der das Lied komponiert hat, sondern ein Typ, der sein ganzes Leben in Armut gelebt hat und niemanden hatte, der sich um ihn gekümmert hat. Es ist ein vollkommen anderes Musikgefühl.
schade. du verstehst meinen punkt nicht.
Was genau habe ich denn in meiner Antwort ausgelassen oder was verstehe ich nicht?
wenn ich aus stein nicht bestimmte emotionen raushören kann, dann habe ich auch kein gefühl dabei.
ian curtis nehme ich allein schon durch seine gesang ab, dass er sehr traurig ist und das die welt ihn ankotzt. darum fühle ich joy division. dafür muss er nicht gut singen können. aber er kann gefühle transortieren.
ach ich bin kein diskussionsmensch und wenn ich jetzt nicht was in dir zum nachdenken gebracht habe, schaffe ich das eh nicht mehr. du machst dein ding mit deinen projekten und dann ist das auch gut so. ich will dir hier nicht mehr in dein schaffen reinreden. jeder hat da eine andere herangehensweise…
Ja und meine These ist, dass du aus Stein keine Emotionen heraushören kannst, weil du dich schon dazu entschieden hast, keine Emotionen herauszuhören, weil du glaubst, dass die Produktion die Emotionalität widerspiegelt, weil ich für dich niemand bin, der Emotionen hat und deshalb auch keine Emotionen ausdrücken kann, weil meine Probleme dich nicht wirklich interessieren und ich deshalb auch kein Recht dazu habe, emotional zu denken. Stein ist für mich extrem emotional und auch eines meiner wichtigsten Stücke.
mein letzter kommentar jetzt dazu.
ich weiß, dass du emotionen hast^^. und ich habe mir das stück heute durchaus nochmal angehört. aber für mich kommt da nichts rüber. sicher auffassungssache. mein ausgangspunkt ist aber einfach gewesen, dass ich es komisch finde, wie du z.b. an so eine ambient ep rangehst. du machst an einem tag ein stück und das machst du bei acht stücken so und fertig. wenn es dich zufrieden stellt und erfüllt ist diese diskussion aber hinfällig.
Das ist schade, für mich ist es ein extrem vielseitiges Stück, dass mich sehr stark über mein Leben nachdenken lässt.
Aber noch einmal allgemein. Es ist ja nicht so, dass ich mir vornehme, an einem Tag ein Lied fertigzustellen, sondern ich nehme mir vor, an einem Tag an einem Lied zu arbeiten. Wenn es dann fertig wird, dann bin ich glücklich und verändere nichts mehr daran. Wenn es nicht fertig wird, dann überarbeite ich es an einem anderen Tag noch einmal, bis ich letztendlich damit zufrieden bin. So kann es durchaus aber auch passieren, dass ich an einem Tag drei Musikstücke fertigstelle, die mir alle sehr viel bedeuten, während ich die nächsten vier Wochen aber gar nichts mehr mache.