Stuttgart
Montage sind keine guten Tage, was die Kultur betrifft. Man läuft in Stuttgart herum und muss feststellen, dass das Planetarium, die Staatsgalerie und das Haus der Geschichte geschlossen hat. Schade, aber wenigstens wird das Erlebnis einer neuen Stadt nur minimal getrübt. Stuttgart hebt sich in Wirklichkeit natürlich kaum von anderen kulturell interessierten Städten ab und auch die deprimierend dreinblickenden Menschen an den Haltestellen der S-Bahn machen die Stadt nicht unbedingt einzigartig.
Doch alles in allem geben sie sich Mühe. Man merkt, dass in Stuttgart Menschen versuchen etwas umzusetzen. Man spürt das Leben auf den Einkaufsstraßen. Künstler versuchen die Menschen zu unterhalten, lange Passagen erinnern mich an Spanien. Das warme Wetter am Sonntag hat dieses Gefühl noch unterstrichen. Und allgemein fühlt man sich nach einem paar Mal auf und ab, eigentlich schon richtig heimisch. Natürlich sieht man letztendlich nur das, was Stuttgart wirklich preisgeben möchte. Unter die Fassade konnte ich in den zwei Tagen, die ich da war, leider nicht blicken.
Auch konnte ich nicht sehr viel besichtigen. Die Zeit hat gerade einmal dazu ausgereicht, das Gebiet zwischen Stadtmitte und Hauptbahnhof kennenzulernen. Ich habe mir kurzzeitig den Protest zu Stuttgart 21 angeschaut, mich mit einem sehr merkwürdig anmutenden alten Mann über die Erziehung von Menschen, die bei rot über die Straße gehen, unterhalten und dann einer Frau zugehört, die mir über den Wiederaufbau einer ehemals gotischen Kirche erzählt hat. Ich habe mich in den sechsten Stock von Karstadt begeben und mir von dort die Stadt angesehen und ich bin im Saturn bei den Königspassagen gewesen. Habe aber nichts gekauft.
Ich habe auch die Universität von Stuttgart besichtigt und mich fast eine Stunde in dessen Bibliothek aufgewärmt. Es war extrem langweilig. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass ich in solch eine Situation nicht hineinpasse. Es hat sich irgendwie dreckig angefühlt, man stolpert irgendwie in die nächste Pflicht und ist dann in dieser Umgebung gefangen. Ich glaube jetzt nicht mehr so stark daran, dass das Studentenleben wirklich interessant wird, aber vielleicht hat man darauf einen anderen Blick, wenn man das ganze von einer menschlichen Seite aus betrachtet. Vielleicht wird es besser, wenn man Leute findet, die ähnliche Ziele verfolgen und diese mit Motivation umsetzen wollen.
Trotzdem kann ich sagen, dass mir Stuttgart gefallen hat. Es ist halt eine Großstadt wie jede andere auch. Man merkt, dass hier versucht wird, als Landeshauptstadt zu glänzen, etwas zu bieten, dass einen von anderen Städten abhebt. Nur ist es so, dass sie das nicht wirklich schaffen. Es war dennoch eine schöne Zeit und ich habe neue Erfahrungen gemacht. Vielleicht stelle ich in den nächsten Tagen ein paar Fotos online. Ich weiß es noch nicht. Bis dahin bin ich jedoch noch mit Bürokratie beschäftigt.











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