12. Oktober 2010 / / 9c

Kopfschmerzen

Ich bin heute in Döbern einkaufen gewesen und ich fühle mich mehr und mehr ausgeschlossen. Diese Welt, die mir hier auf dem Land präsentiert wird, passt irgendwie nicht mehr zu mir. Früher, als ich mich noch vor großen Städten gefürchtet habe, war ich vollends mit meiner Umgebung zufrieden. Doch jetzt fehlen mir einfach nur die Menschen, das Außergewöhnliche, das Neue.

Ich habe Kopfschmerzen vom Wetter. Die Leere der Straßen erdrückt mich. Der graublaue Himmel verdeckt jeglichen Optimismus. Und ich sehe nur noch alte Menschen. Ich fahre auf einen Parkplatz, steige aus, laufe in einen Gang, kehre um, steige wieder in mein Auto und fahre weiter. Das ist alles so erdrückend und beschissen, dass ich mich frage, was ich hier noch soll.

Viele Leute wollen mir einreden, dass ich mich falsch entschieden hätte, dass ich doch auf meine Eltern hätte hören sollen, damit ich schon jetzt mit einem Studium anfangen würde. Ich halte nichts davon. Mir fehlen meine Freunde, ja, das stimmt, aber es ist nicht so, dass ich völlig hilflos wäre oder nichts zu tun hätte.

Ich überlege wieder wegzufahren. Noch sind Oktoberferien. Ich will an die Ostsee, das Meer genießen, fotografieren, mich neuen Herausforderungen stellen, bevor ich mich wieder dem Alltag hingeben muss. Zurzeit fühlt sich alles, was ich anpacke, etwas belanglos an. Ich denke nicht, dass das so bleiben wird, aber es ist anstrengend, nicht so positiv wie immer zu sein.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich bald mein neues Album rausbringen werde. Ich bin stolz und höre es in letzter Zeit fast nur noch. Es hilft mir dabei, konzentriert zu bleiben. Es zeigt mir, dass ich es immer noch schaffe, bestimmte Dinge fertigzustellen, was ich von einigen Filmen nicht unbedingt behaupten kann. Trotzdem bleibt ein saurer Nachgeschmack. Diese Kopfschmerzen lassen mich nicht mehr los.