30. November 2010 / / 4c

Die Veröffentlichung unfertiger Artikel

Ich habe kurz überlegt, ob ich zu diesem Thema einen satirischen Artikel schreiben und nach dem ersten Satz aufhören sollte. Dann ist mir jedoch eingefallen, dass ich es mir eigentlich zur Aufgabe gemacht habe, für meinen privaten Blog immer etwas umfangreicher zu arbeiten, da ich ja hier auch nicht so häufig wie auf Xesier schreibe. Also möchte ich euch heute ein wenig vom Veröffentlichen unfertiger Artikel berichten.

Zunächst einmal ist es wichtig anzumerken, dass ich natürlich nie unfertige Artikel veröffentliche. Ich stehe für Qualität und für Genialität und könnte es mir in diesem Zusammenhang nicht einmal ansatzweise erlauben aus Zeitdruck oder einer sonstigen billigen Ausrede heraus einen Artikel vor seiner Fertigstellung zu veröffentlichen. Dennoch möchte ich heute für die Veröffentlichung unfertiger Artikel eine Lanze brechen, denn manchmal kann es sehr wohl Sinn haben, etwas zu tun, was man sonst nicht tut.

Und wenn ich dann mal wieder nach meinem Höhenflug zur Landung ansetze, muss ich natürlich zugeben, dass es sehr häufig so ist, dass ich auch nicht mehrfach überprüfte und nicht vollständig fehlerfreie Artikel veröffentliche. Es passiert einfach. Das hat dann nur bedingt etwas mit Faulheit zu tun und sollte auf keinen Fall missverstanden werden. Es geht mir nicht darum, hier bewusst Fehler einzubauen, sondern meine Texte natürlich und vor allem ohne Druck zu schreiben.

Ein Text ist immer eine schwierige Aufgabe, denn man muss sich selbst dazu anhalten, ein unbekanntes Publikum mit seinen geistigen Ergüssen zufrieden zu stellen. Das beste wäre natürlich, wenn sich die Leute dabei gleichzeitig auch noch unterhalten fühlen, besser informiert wären und Spaß daran hätten, aber alle drei Dinge auf einmal sind in den meisten Fällen nicht zu schaffen.

Aus diesem Grund beschränke ich mich meistens nur auf die sachliche Ebene, baue hier und dort ein paar Gefühle ein und versuche mich hin und wieder an einem mehr oder weniger passenden bildhaften Vergleich. Dass ich damit nicht unbedingt den Pulitzer-Preis gewinne, ist mir schon irgendwie klar, aber ich versuche mein Bestes, damit ich euch nicht langweile. Und vor allem, damit ich mich beim Schreiben nicht langweile. Denn letztendlich ist das hier immer noch mein Hobby und wenn es mir zu anstrengend wird, werde ich es aufgeben.

In jedem Fall aber tippe ich den Text meistens in einem Durchgang und habe danach meistens nie Lust, den gesamten Text noch einmal durchzulesen, ihn nach entsprechenden Fehlkonstruktionen abzusuchen und abschließend zu verbessern. Aus diesem Grund wird manchmal ein Wort klein geschrieben, das eigentlich groß sein müsste oder es wurde ein Komma zu viel gesetzt oder ein einzelner Satz entspricht einem ganzen Absatz. Es gibt sehr viele Fehle und auch wenn ich sie relativ leicht berichtigen könnte, so mache ich das anfänglich in den wenigsten Fällen.

Natürlich ist es so, dass wenn mir im Nachhinein ein Fehler auffällt, ich einschreite und ihn verbessere, damit das, was ich sagen wollte, mehr Sinn ergibt. Aber für einen Großteil der Texte wird das einfach nicht gemacht und ich halte das nicht einmal unbedingt für besonders schlimm. Denn hier kommt das Besondere eines Blogs zum Tragen. Wenn es dazu kommen sollte, dass ein Leser etwas missversteht, besteht jederzeit die Möglichkeit, mich per Kommentar oder E-Mail darauf hinzuweisen und es zur Diskussion zu stellen.

Das führt nicht nur dazu, dass ein offensichtlicher Fehler berichtigt wird, sondern auch dazu, dass Menschen ins Gespräch kommen und ein Gefühl für etwas Gemeinschaftliches aufbauen. Sie sorgen sich um die Qualität und dieser natürliche Austausch führt dazu, dass ein Blog am Leben bleibt und nicht einfach nur mit seinen Meinungen im Nichts verschwindet. Ein Blog wird von einem Menschen geleitet und das soll auch an nicht perfekten Texten sichtbar sein.