15. Februar 2011 / , / 1c

Klare Gedanken

Ich fühle mich nicht wirklich besser als letzte Woche, aber wenigstens habe ich seit dem Wochenende wieder eine konkrete Aufgabe. Seit Ewigkeiten schreibe ich also mal wieder an einem Drehbuch und es fühlt sich gut an. Mir gehen die Teile des Films, die ich bereits im Kopf habe, sehr zügig von der Hand. Das wirkliche Problem besteht aber im Mittelteil, denn wenn es um Filme geht, bin ich von vornherein eher ein visuell denkender Mensch. Probleme und Konflikte existieren für mich in vielen Fällen nur in schemenhaften Zügen und Dialoge sind Beiwerk, um dem Zuschauer etwas Abwechslung zu bieten. Doch langsam muss ich mich wohl von diesem Gedanken verabschieden.

Ich weiß natürlich, dass Dialoge sehr viel mehr beinhalten, und ich möchte auch keine völlig weltfremden Filme produzieren. Aber für mich war es bisher immer so, dass ich mich bei der Filmproduktion sehr stark auf die Bilder konzentriert habe, während ich die Gespräche in den Hintergrund gerückt habe. Ich experimentiere einfach sehr gern. Dialoge hingegen bieten dafür in den meisten Fällen nicht so viel Raum, da der Zuschauer, wenn schon etwas gesagt wird, wenigstens verstehen sollte, worum es geht. Wenn man jedoch auf verschiedene Perspektiven oder Darstellungsformen setzt, dann muss man aufpassen, dass das Gesagte nicht plötzlich durch das Gezeigte ins Lächerliche gezogen wird.

Jedenfalls überlege ich zurzeit, in welche Richtung sich der Charakter nun genau entwickeln soll und komme dabei nur bedingt voran. Es ist sehr einfach zu sagen, dass er grob das und das lernen soll und sich dadurch weiterentwickelt, aber es ist um einiges schwieriger, das präzise zu formulieren und in Einklang mit den Bildern zu bringen. So stehe ich zum Beispiel vor der Frage, für welche Bücher sich der Protagonist im Film interessieren und was er aus den einzelnen Werken mitnehmen soll. Mir schwirren natürlich schon einige Werke im Kopf herum, aber insgesamt weiß ich noch nicht wirklich, wie sich die Werke auf die Handlung beziehen werden und welche Wirkung sie im Hauptcharakter genau hervorrufen sollen.

Aber das ist alles halb so schlimm. Ich sehe das als Lernprozess. In Zukunft werde ich in der Lage sein, mir Handlungen wesentlich umfangreicher vorzustellen, da ich dann wesentlich besser verstehe, wie einzelne Aspekte andere beeinflussen können. Bis zum Ende des Monats soll das Drehbuch fertig sein, und bis dahin wird es wahrscheinlich noch einige Male umgeschrieben werden. Im März wird dann gedreht, und irgendwann im April wird der Film veröffentlicht. Ich halte euch in jedem Fall auf dem Laufenden.