10. Mai 2011 / , / 12c

WWGT?

Was würde Google tun? So heißt das Buch vom New Yorker Journalismus-Professor und Blogger Jeff Jarvis, und genau diese Frage wird gestellt, in allen Bereichen. Das Buch besitzt dabei zwei größere und einen kleineren Teil über Googles Ideen, mögliche Praxis am Beispiel unterschiedlicher Wirtschaftszweige und die Auswirkungen auf die nächste Generation. Es ist nicht nur ein Buch über Google, sondern vielmehr über das Internet und wie es unser Leben verändern könnte, wenn wir doch nur dazu bereit wären, Veränderungen in unser Leben zu lassen.

Jarvis postuliert dabei vier grundlegende Verhaltensnormen für Firmen im Internetzeitalter: Erstens, Jarvis Gesetz, die Kontrolle grundsätzlich dem Kunden zu überlassen, zweitens, Googles Herangehensweisen zu befolgen (Klein bedeutet neuerdings groß — durch das Internet Produktionskosten senken und mit weniger Kosten mehr wirtschaften; Masse der Nischen — nicht die Masse, sondern das Individuum in den Vordergrund stellen und damit den Kunden an die Firma binden; Offenheit und Transparenz — Bloggen, alles veröffentlichen und zur Plattform für kommunikative Menschen werden, die bei einer Problemlösung behilflich sein können; Vermittler überflüssig machen und alles direkt anbieten), drittens, Zuckerbergs elegante Organisation umzusetzen, dem Kunden also genau die Werkzeuge zu bieten, die er braucht, um sich selbst besser organisieren zu können und viertens, Craig Newmarks Grundsatz, dem Kunden aus dem Weg zu gehen und ihn das machen zu lassen, was er möchte.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit der praxisnahen Anwendung dieser Grundsätze und versucht unter anderem ein Restaurant, eine Bank oder eine Fluggesellschaft zu googlefizieren. Es wird eine Zukunft erträumt, in der wir uns als Gäste eines Restaurants über die beliebtesten Speisen durch dynamische Bewertungen auf der Speisekarte informieren können. Oder wir werden zum Designer unserer eigenen Autos und besprechen mit den Entwicklern bestimmte Modifizierungen, die unser Auto einzigartig machen würden. Nach Jarvis führt die Googlefizierung sowie die Transparenz und Ordnung unserer Daten zu einer besseren, aufgeräumteren und pragmatischen Welt.

Jarvis ist großartig darin, Hoffnung hervorzurufen, und ich kann jedem dieses Buch empfehlen. Viele Themen sind fragwürdig und ihre Umsetzung so gut wie ausgeschlossen. Aber man sollte es so wie Jarvis sehen: Lasst uns darüber diskutieren! Lasst uns Probleme direkt angehen und sie lösen! Vielleicht machen wir durch unsere Ideen ja die Welt ein kleines bisschen besser. Und das halte ich für eine wunderbare Aussage. Das Buch streut viele dieser wunderbaren Ideen, und wenn man als Unternehmer gerade erst dabei ist, das Internet für sich zu entdecken, dann ist das Buch genau das richtige.