18. Mai 2011 / / 6c

Lehrreich

Mich kotzt Xesier derzeit an. Schönfeld und Marcel sind wie Steine, mit denen man zwar versuchen kann zu reden, aber sich dennoch nichts ändert. Johann und Martin geben sich Mühe, aber haben — denke ich mal — auch keine richtige Motivation mehr. Und alles läuft schleppend, ohne irgendeinen Innovationsgeist, ohne höheres Ziel, ohne sich produktiv entwickelnde Gedanken. Für mich ist das schade und es demotiviert mich, weil Xesier nicht schon wieder nur ein Gemeinschaftsblog werden sollte, bei dem die Leute irgendwann das Interesse verlieren. Aus diesem Grund möchte ich hier die Frage in den Raum stellen, was man an Xesier verändern muss, damit die Autoren motivierter an einen Beitrag herangehen?

Es muss meiner Meinung nach auf jeden Fall ein persönlicherer Kontakt zwischen den Autoren entstehen, sonst verlieren die einzelnen Mitglieder das Interesse an einer Gemeinschaft und könnten auch ihr eigenes Ding durchziehen. Es muss ebenfalls eine konkrete Planung auf den Tisch. Was soll wie erreicht werden und wie erreichen wir es? Und erst wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, können wir vielleicht auch neue Ideen einführen. Ich möchte deshalb zunächst einmal erläutern, in welcher Weise Xesier für mich von Bedeutung ist und was es meiner Meinung nach bringt. Mir wurde die Frage erst kürzlich von Wiebke gestellt, und im ersten Moment wusste ich darauf keine konkrete Antwort. Das muss anders werden.

Xesier ist für mich eine Plattform, die Künstler dazu nutzen können, ihre Werke und Meinungen zu veröffentlichen. Es entstand aus der Notwendigkeit nach einem gebündelten Portfolio und soll mir vor allem dazu dienen, meine Veröffentlichungen, meine Filme und meine Musik leicht zugänglich zu machen. Es soll darüber hinaus, neue Ideen und Projekte vorstellen und persönliche Erfahrungen und Gedanken vermitteln. Es ist eine kreative Werkstatt und ein offener Ausstellungsraum, der dazu genutzt werden kann, eigene Werke auf unterschiedlichste Weise vorzustellen. Weiterhin sollen wir uns gegenseitig unterstützen und uns damit auch bei unseren verschiedenen Arbeiten inspirieren und motivieren.

Derzeit ist genau das Gegenteil der Fall. Ich hatte mir vorgestellt, dass Xesier durch seine Struktur zu einem Selbstläufer wird. Nun muss ich mich allerdings ständig darum kümmern, dass Beiträge rechtzeitig geschrieben werden oder dass die Autoren nicht generell die Lust an allem Kreativen verlieren. Es kostet mich einfach viel zu viel Zeit, Xesier am Leben zu erhalten. Zeit, die ich lieber in Dinge investieren würde, die mich künstlerisch voranbringen könnten. Es ist einfach anstrengend, sich ständig darum zu kümmern, dass Kleinigkeiten wie Schlagwörter oder der Twitter-Button beachtet werden. Anstatt nachzufragen, wird in den meisten Fällen einfach veröffentlicht, oder eben gar nichts gemacht. Es findet keine Kommunikation statt; der eigentliche Grund überhaupt mehrere Autoren in einem gemeinsamen Blog schreiben zu lassen, wird ausgehebelt.

Regelmäßige Skype– oder Chat-Konferenzen sind vielleicht ein Lösungspunkt. Diese könnten uns dabei behilflich sein, Probleme direkt anzusprechen, anstatt sie nur an uns vorbeigleiten zu lassen. Das könnte uns auch insgesamt zu einer gemeinschaftlicheren Struktur verhelfen, denn das braucht Xesier gerade am meisten. Doch wir müssen das wirklich machen. Wir müssen anfangen, Xesier als etwas zu betrachten, das uns Freude bringt und das bei Problemen behilflich sein kann. Das Gegenteil führt nur dazu, dass wir alle keinen Bock haben, das Projekt überflüssig wird und ich gestresst werde.