Ideen
Ich habe schon seit längerer Zeit ein neues Moleskine. Und ja, mit solch einem Notizbuch bin ich eindeutig besser als ihr alle zusammen. Natürlich bis auf die Menschen, die ebenfalls ein Moleskine besitzen; aber ich kenne keine. Deshalb bin ich besser als ihr. Jedenfalls. Seit einiger Zeit fallen mir immer mal wieder Ideen ein, die ich dann ohne Umschweife aufschreibe. Zunächst habe ich dafür nur ein paar Notizzettel benutzt, aber das wurde mir nach einer Weile zu lästig, weil sie überall verstreut herumlagen. Jetzt schreibe ich alles ins Moleskine und bin glücklich. Juhu.
Damit könnte meine kleine Werbebotschaft Geschichte natürlich schon zu Ende sein. Aber nein. Ich frage mich, wie es dazu kommt, dass mir diese Ideen ständig in den Kopf schießen. Es ist ja schließlich nicht so, dass ich das erzwingen würde. Es passiert einfach, und dann kann ich nicht eher ruhen, bis ich meine Gedanken in vollem Umfang niedergeschrieben habe. Meist sind das abstrakte Botschaften, die mir als Erinnerungshilfe dienen. Doch manchmal fasse ich die Idee auch in zwei oder drei Sätzen zusammen. Je nachdem, was mir entsprechend weiterhilft.
Ich liege in der Nacht im Bett und denke über mein Leben, über meine Ziele nach. Manchmal stelle ich mir auch einfach nur vor, wie ich in einem Wald stehe, wie ich einen Spaziergang durch die verschneite Landschaft mache, die Blätter und Zweige unter meinen Füßen spüre und dann fühle ich es plötzlich. Es ist alles so klar und einleuchtend. Ich habe eine Idee, fange an sie mir genauer vorzustellen, genauer auszuarbeiten, ihre Vorteile, ihre Nachteile, einfach alles, was man sich nur in irgendeiner Weise darunter vorstellen könnte. Und dann schreibe ich sie auf.
Mir ist das auch schon häufiger mit Träumen passiert. Manche Träume leben länger, manche verschwinden sofort, nachdem ich aufwache. Sie stellen häufig Ideen dar. Bei ihnen komme ich aber in den seltensten Fällen dazu, sie aufzuschreiben. Nur wenn sie mich wirklich beeindrucken, bekommen sie einen Platz. Den Rest sehe ich als Unterhaltung, als Entspannung des Geistes. Ich fühle mich merkwürdig, wenn ich Ideen habe, denn ich habe immer das Verlangen, sie sofort umzusetzen. Ich kann daran nichts ändern. Ideen durchziehen mein gesamtes Leben und ich bin unglaublich glücklich darüber, dass ich schon lange keine Durststrecke mehr hatte, aufgrund der mir nichts mehr eingefallen wäre. Wenn ich wüsste, warum ich so viele Ideen habe, dann würde ich mich wahrscheinlich sehr viel besser fühlen, aber letztendlich ist es auch egal, denn ich bin glücklich, dass ich so bin wie ich bin.











Wenn du so viele Ideen haste, wovon handeln sie denn? Nur von Filmen, Musik und Kunst? Oder auch zB mögliche Geburstagsgeschenke, einen Ort für einen Heiratsantrag, was man sich mal kaufen könnte, was du später mal machen möchtest?
Halten sich die Ideen auch? Wenn ich abends im Bett liege und mir was einfällt, habe ich manchmal den nächsten Morgen gar kein Bock mehr drauf.
Die Ideen beschreiben in den meisten Fällen bestimmte Gefühle, auf denen ich aufbauen kann. Manchmal sind es Ideen für Programme. Manchmal sind es auch nur Wörter, die ich schön finde. Alles in allem, bleiben mir die Ideen erhalten und auch wenn ich sie nicht sofort umsetze, so verliere ich sie nicht aus dem Blick und würde sie mit genügend Zeit, alle umsetzen.
Ich hab zwei Moleskine-Notizbücher. Heißt das jetzt, dass ich doppelt so viel besser bin als alle anderen zusammen? :)
Ja, genau das heißt das! Wolltest du dir nicht ein neues Pseudonym zulegen?
"…dass ich doppelt so viel besser bin als alle anderen zusammen? :)"
Korrektur: dass ich doppelt so viel besser bin alswie alle anderen zusammen? !!!