Systematisierung

2013-08-01

Unsere Welt ist vielfältig. Ob Geysire auf Island, Fischschwärme im Golfstrom oder Vulkanausbrüche in Südamerika. Egal, wo wir uns befinden, überall passiert etwas. Doch mit einem ständig wachsenden Erfahrungsschatz fällt es uns immer schwerer, den Überblick zu behalten. Aus diesem Grund entstanden schon vor langer Zeit konkrete Abgrenzungen.

Mathematik, Biologie, Soziologie - sie sind alle Bestandteil unserer Umwelt und versuchen diese so genau wie möglich zu beschreiben. Sie sind Werkzeuge, die uns bei den unterschiedlichsten Problemen unterstützen. Und sie sind mit Bedeutungen aufgeladen, die wir in Beziehung miteinander bringen und dabei etwas Neues über uns lernen können.

Allerdings sind diese Wörter abstrakt, denn wir können weder Biologie noch Soziologie wirklich beobachten. Wir können lediglich die Ereignisse unserer Welt beobachten, die wir dann in diese Bereiche einordnen würden. Dadurch sind die Begriffe aber eben nicht endgültig, auch wenn es uns schwer fällt, Alternativen zu ihnen zu finden. Wie alles in der Wissenschaft gelten sie nur solange, bis sie durch etwas Nützlicheres ersetzt werden. Warum schaffen wir uns also nicht einfach ein nützlicheres System?

Gliederung

Problemheranführung: Kommunikation

  1. Problemanalyse: Wissen kategorisieren - Welche Probleme gibt es bei der Einteilung von Wissen, bei der Erschaffung eines neuen Systems?
  2. Ansatz: Traditionelle Kategorien zusammenführen - Wie kann man auf traditionellen Kategorien aufbauen und eine einheitliche Sprache beibehalten?
  3. Ansatz: Mit Fragen kategorisieren - Fragen nutzen, um wissenschaftliche Bereiche zu unterscheiden
  4. Entscheidung: Bewährtes klar vermitteln - Ich entscheide mich für traditionelle Kategorien, allerdings mit einer klaren Abgrenzung voneinander.

System

Wissen kategorisieren

Ziel: Eines der Hauptprobleme bei der Erschließung von Informationen besteht darin, ein brauchbares System zu finden, mit dem man unser bisher gesammeltes Wissen schnell abrufen kann. Das System muss Wissen zueinander in Beziehung setzen, und wir sollten über die geschaffenen Kategorien diese Beziehungen besser verstehen lernen. Dabei ist es vor allem erforderlich, dass das System möglichst einfach gestaltet ist, damit es von jedem verstanden und benutzt werden kann.

Einschränkungen: Ein perfektes System kann jedoch nicht existieren, da die Ansprüche jedes Menschen unterschiedlich gelagert sind. Weiterhin ist es nicht möglich, unseren wissenschaftlichen Fortschritt vorauszuahnen. Wir können keine Kategorien für etwas anlegen, was wir nicht kennen. Und wer bestimmt überhaupt, wie greifbar eine solche Kategorie an der Wirklichkeit zu sein hat? Die Verzweigungen eines Systems sind eine weitere Schwierigkeit: Behandeln Chemie und Physik nicht dieselben Phänomene, nur auf einer anderen Ebene? Ist die Psychologie nicht einfach nur eine abstraktere Form der Neurobiologie? Worin liegt der Unterschied zwischen Ethik und Politik? Wo fängt Wirtschaft an, wo hört Soziologie auf? Noch ein weiteres Problem besteht in der Zuordnung zu den Kategorien: Je komplizierter die Ordnung, desto schwieriger wird es, ein behandeltes Thema richtig einzugliedern (beispielsweise nur einer Kategorie zuzuweisen).

Umsetzungsschwierigkeiten: Ein System, das bestimmte Eingriffe in die bisherige Ordnung vornehmen möchte, hat aber nicht nur das Problem, Wissen besser arrangieren und zusammenführen zu müssen. Auch die durch die Vergangenheit geschaffenen menschlichen Argumente würden ihm zu schaffen machen. Denn unsere Sprache, unser Bildungssystem, unser gesamtes Denken baut auf den bisher vermittelten Begriffen auf. Es gilt Macht und Einfluss zu verteidigen. Wenn wir also damit anfangen, uns zu weit von den bekannten Begriffen zu entfernen, haben wir das Problem, dass wir nicht mehr verstanden werden. Man müsste Übersetzungen schaffen und unserer gemeinsamer Forschungsdrang würde gebremst werden.

Fazit: Um ernsthafte Veränderungen zu bewirken, muss man entweder bisherige Systeme als Grundlage akzeptieren und seine Vorstellungen darauf aufbauen, oder sehr viel Einfluss besitzen und dadurch einen Großteil der Betroffenen von seinem eigenen System überzeugen. Wie schafft man also das ideale System?

Traditionelle Kategorien zusammenführen

Zusammenfassung: Als ersten Ansatz zur Lösung des Problems möchte ich das Zusammenführen von traditionellen Kategorien vorstellen. Hierbei werden bereits bekannte Begriffe wie Physik, Chemie oder Biologie weiterverwendet, aber durch klar herausgearbeitete Verbindungen stärker voneinander abhängig gemacht. Dadurch soll eine Auseinandersetzung mit den Bereichen gefördert und ihr Verständnis vereinfacht werden.

Vorprägung: Bisher bieten Schulen und Universitäten nur eine sehr ungenaue Grenze zwischen den Kategorien an. Es ist zwar verständlich, dass Bereiche wie Physik und Chemie nicht unbedingt zusammengehören, aber was sie konkret voneinander unterscheidet und worin sie sich ähneln, wird meist nicht angesprochen. Es besteht kein Bedürfnis nach einer Zusammenführung, weil dies einen Mehraufwand bedeuten würde, während die Bereiche doch bisher auch unabhängig voneinander funktionieren. Deshalb konzentrieren sich Lehrkräfte vordergründig darauf, den Schülern ihr eigenes Feld näher zu bringen, anstatt Verbindungslinien zu anderen Wissenschaften zu ziehen und damit einen wesentlich umfangreicheren Einblick zu gewähren. Das führt zu einer Spezialisierung, die zwar eine geradlinige Forschung fördert, aber es schwierig macht, kompliziertere Zusammenhänge zu entdecken. Und gerade diese sind für die Erforschung neuer Technologien unbedingt erforderlich, da ständig verschiedenste Verbindungen bedacht werden müssen.

Zahnräder

Aufgaben: Um eine Zusammenführung der unterschiedlichen Kategorien zu ermöglichen, muss es zunächst einmal gelingen, herauszufinden, welche Aufgaben die bisherigen Begriffe ausüben. Hierbei konzentriere ich mich besonders auf das in der Schule vermittelte Wissen.

Verbindung: Die einzelnen Bereiche müssen über die entsprechenden Aufgaben nun miteinander in Beziehung gesetzt werden.

Auswertung: Über die Verbindungen werden die Kategorien so miteinander verzahnt, dass ein Zusammenhang wesentlich einfacher zu verstehen ist. Viele Bereiche werden bei dieser Methode zunächst ignoriert, da die Liste ansonsten unübersichtlich werden würde. Sie sind allerdings Bestandteil weiterer Ordnungen. Das Hauptproblem dieses Ansatzes besteht jedoch darin, dass eine Identifikation mit den Themen nicht unbedingt gegeben ist, da keine persönliche Motivation hinter den Bereichen zu erkennen ist, auch wenn die Bedeutung der Bereiche leichter nachvollziehbar wird.

Mit Fragen kategorisieren

Zusammenfassung: Um eine bessere Identifikation mit den Themen zu ermöglichen, beschäftigt sich der zweite Ansatz damit, die Kategorien so zusammenzufassen, dass mit ihnen eine konkrete Frage gelöst werden kann. Bei dieser Methode wird zwischen Werkzeugen und Fragen unterschieden. Werkzeuge sind eine Gruppe von Methoden, Ansätzen und Prinzipien, um Fragen beantworten zu können.

Vorprägung: Während Begriffe wie Physik oder Chemie keine Involviertheit mit dem Thema voraussetzen, geben uns Fragen die Möglichkeit, sich mit dem Fragesteller zu identifizieren. Dadurch fällt es uns wesentlich einfacher, bestimmte Antworten mit den Bereichen zu verbinden. Wenn wir wissen wollen, was ein Lebewesen ausmacht, wenden wir uns an die Biologie. Wenn wir herausfinden wollen, welche Rhetorik ein Text anwendet, dann zur Literaturwissenschaft. Die Verknüpfung von Fragen und Wissen kann aber auch vollkommen neue Bereiche ansprechen. Das Wissen wird dadurch nicht mehr nur den einzelnen Bereichen zugeordnet, sondern vielmehr den einzelnen Fragestellungen.

Fragen stellen: Zunächst einmal steht bei diesem Ansatz das Fragen im Vordergrund: Wie entstand unser Universum? Aus was besteht unser Körper? Wann kamen die ersten Menschen auf die Welt? Danach wird die Frage ins Zentrum der Kategorisierung gestellt und unser gesammeltes Wissen darum verteilt. Wir erklären mithilfe unserer Werkzeuge - Zahlen, statistischen Erhebungen, Beobachtungen, Recherchen: Aus was besteht unser Körper? Angefangen von den Atomen über die DNA zu den Aufgaben einzelner Organe bemerken wir jedoch bald, dass immer ein gewisser Ballast an Erklärungen mitschwingt. Immer wieder erklären wir beispielsweise, was Atome sind.

Fragen kategorisieren: Dies führt dazu, dass wir mit weiteren Fragen ergründen, woher dieser Ballast stammt. Wir fangen damit an, unsere Fragen in Kategorien zu sortieren und bemerken bald darauf, dass wir dadurch zu Bereichen gelangen, die unseren traditionellen Kategorien entsprechen. Die Kategorien, die wir aus den Fragestellungen entwickelt haben, führen also dazu, dass wir mit steigender Komplexität, immer weniger über den Ursprung der Antwort erklären müssen.

Auswertung: Unser zweiter Ansatz führt uns also wieder zurück zu den ursprünglichen Begriffen, nur bleibt diesmal die Fragestellung erhalten, die uns motiviert hat, überhaupt damit anzufangen. Was jetzt noch fehlt, ist eine klare Gliederung dieser Bereiche.

Bewährtes klar vermitteln

Zusammenfassung: Hier setzt meine Entscheidung an: Ich möchte auf Grundlage des ersten Ansatzes die bestehenden Begriffe weiterverwenden und ihre Abhängigkeit zueinander stärker herausarbeiten, aber nutze die Unterteilung des zweiten Ansatzes in Werkzeuge und Fragen, um die persönliche Motivation an den Themen zu verbessern.

Vorläufigkeit: Mit der Zeit verliert jedes System an Bedeutung, weil neue Informationen eine andere Herangehensweise erfordern. Aus diesem Grund ist diese Liste unvollständig und wird in Zukunft erweitert oder verändert werden, je nachdem ob sich die Erkenntnisse einfügen lassen oder nicht.

Strukturen: In Bezug auf den Blog möchte ich auch neue Beitragsarten vorstellen, die es einfacher machen sollen, den jeweiligen Artikel zu betrachten. Grundlegend unterscheide ich vier Typen:

Relevanz: Die geschaffenen Kategorien und Strukturen sollen vor allem dabei helfen, mein eigenes Wissen übersichtlicher zu gestalten. Die Ergebnisse erfüllen diesbezüglich vordergründig meine eigenen Bedürfnisse an eine nachvollziehbare Kategorisierung von Wissen. Die ausgewählten Argumente basieren auf eigenen Beobachtungen.

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