2014

2015-01-08

Mediengestalterabschluss, Island, Studienbeginn. Bin ich zufrieden mit meinen Entscheidungen? Was bringt mich wirklich voran? Was möchte ich überhaupt? Mehr als jemals zuvor möchte ich Computerspiele entwickeln. Ich möchte mich mit allem beschäftigen, was in dieses Thema hineinfällt und ich möchte mir dazu einen verständlicheren Zugang schaffen. Doch was ist 2014 dafür passiert? Ist überhaupt etwas passiert?

Erkenntnisse: Wenn ich zurückblicke, muss ich feststellen, dass sich trotz der scheinbar großen Veränderungen in meinem Leben eigentlich nicht wirklich viel abgespielt hat. Dabei sticht wohl noch am meisten der Abschluss der Mediengestalter-Ausbildung beim MDR heraus. In mir herrscht dazu jedoch eine gewisse Unklarheit. Auf der einen Seite habe ich einen weiteren großen Schritt in Richtung unabhängiges Leben getan: Ich habe mich im Arbeitsalltag behauptet, ich habe meine Ausbildung erfolgreich zu einem Abschluss gebracht und ich habe viele Menschen kennengelernt, die ich unglaublich schätze. Auf der anderen Seite werde ich jedoch immer noch so behandelt, als wäre das alles nichts wert. Und letztendlich habe ich auch nicht das Gefühl, als wäre es das in der Gesellschaft.

Der zweite Höhepunkt des Jahres war für mich die Reise nach Island. Ich bin zwei Wochen lang ohne feste Unterkunft mit Mietwagen durch das gesamte Land gereist und habe eine Vielzahl an Erfahrungen mitgenommen, die mich wahrscheinlich mein Leben lang begleiten werden. Es hat sich für mich eine Parallelwelt aufgetan, in der ich darüber reflektieren konnte, inwiefern mein Leben in diesen festen Bedingungen in Deutschland einen Einfluss auf mich auswirkt. Und was geht einem dann durch den Kopf, wenn man plötzlich ganz allein in einem fremden Land ist? Mir ist aufgefallen, dass ich die Natur mehr und mehr vernachlässige und dass mir das nicht gefällt. Ich bin schnell gestresst, weil ich alles verstehen möchte und bin von mir selbst enttäuscht, wenn ich es nicht schaffe. Es ist wie in einem schlechten Film, bei dem der Protagonist erst noch bemerken muss, dass er auf dem Holzweg ist, bevor er geläutert werden kann. Ich wünsche mir manchmal eine Montagesequenz, in der ich am Ende dann doch alles hinbekomme, während die anstrengende Zeit nur so vorbeifliegt. Doch die Wirklichkeit besitzt leider kein Vorwärtsspulen.

Abschließend habe ich in diesem Jahr auch noch ein Studium angefangen. Ich möchte Lehramt Deutsch und Philosophie studieren, weil ich davon überzeugt bin, dass mir der Austausch mit den Mitstudierenden dabei hilft, eine bessere Vorstellung davon zu entwickeln, wie ich die Welt wahrnehmen und sie auf sprachlicher Ebene vermitteln kann. Noch kann ich allerdings nicht einschätzen, inwiefern bei anderen ein ähnliches Interesse besteht, da gerade in der Anfangszeit noch sehr unterschiedliche Wahrnehmungen aufeinanderprallen. Ich bin dennoch gespannt darauf, was mich noch erwarten wird, auch wenn ich zurzeit nicht mit allem zufrieden bin, was mir bisher präsentiert wurde.

Bestes: In diesem Jahr bin ich leider nicht so sehr dazu gekommen, mich mit vielen Neuheiten zu beschäftigen. Es gab wenige Spiele, die mich interessiert haben, und noch weniger Spiele, auf die ich mich wirklich gefreut habe. Child of Light sticht da trotz einiger spielmechanischer Schwächen, die das Spiel zum Ende eher langweilig werden lassen, aus der Masse der Spiele heraus. Der Wasserfarbenstil, die märchenhafte Erzählung, der beruhigende Soundtrack, die eingängigen Charaktere. Viele Elemente, die das Spiel für mich zu einem Klassiker der Geschichtenerzählung werden lassen, auch wenn es mich letztendlich dann doch nicht so sehr bewegt hat. Der einzige wirkliche Nebenbuhler für 2014 war für mich Hyper Light Drifter, das ich abgöttisch für seine Stimmung liebe, das aber immer noch nicht herausgekommen ist. Ich konnte das nur kurzzeitig testen und war dann aufgrund der Spielweise eher unterwältigt. Jetzt warte ich auf das neue Jahr und schaue mal, ob die es hinbekommen, mich noch ein wenig stärker zu fesseln. Spezielle Erwähnung sollte aber auch noch A Bird Story vom To-The-Moon-Macher finden, das einige experimentelle Erzähltechniken vorgelegt hat, die mich wirklich sehr mitgerissen haben. Leider war es dann doch zu kurz, und die Erzählung der kompletten Handlung ohne Text dann eben doch keine so einfache Aufgabe. Trotzdem groß! Hearthstone hingegen wurde angespielt, für gut befunden und wieder vergessen. Typische Kartenspielkrankheit. Reaper of Souls wurde ein paar Mal durchgespielt und es ist auch wirklich ein gutes Addon für Diablo. Nur leider nichts wirklich Neues, was mich jetzt von Blizzard überrascht hätte. Auch Dota 2 begleitet mich weiterhin, auch wenn ich mich vom richtigen Spielen immer mehr zurückziehe. Spiele, die herausgekommen sind und die ich spielen wollte, aber die dann doch irgendwie heruntergefallen sind und eigentlich nachgeholt werden müssten: Transistor, Divinity: Original Sin, Risen 3: Titan Lords, Wasteland 2 und Dragon Age: Inquisition.

Bei den Filmen geht es mir ähnlich. Viele Filme habe ich nicht gesehen, würde aber dann doch Grand Budapest Hotel und danach Her an die Spitze setzen. Grand Budapest Hotel ist alles, was Wes Anderson jemals richtig gemacht hat, ein europäisches Märchen, das mich an traditionelle Geschichten glauben lässt, die ich bereits für verloren gehalten hätte. Her hingegen ist ein Meisterwerk subtiler Science-Fiction und bespricht eine Thematik, die uns in einer mehr und mehr digitalisierten Welt möglicherweise irgendwann auch erreichen wird: Wie fühlt es sich an, eine künstliche Intelligenz zu lieben? Weitere tolle Filme: Guardians of the Galaxy, The Lego Movie, Transcendence, Edge of Tomorrow, Snowpiercer und Interstellar. Birdman, Ida und Under the Skin sind noch Pflichtprogramm für demnächst.

Und dann war da auch noch Musik. WMD hat das Jahresende für mich vollständig gerockt und seine letzten beiden längeren Veröffentlichungen sind das, was ich 2014 wohl am meisten gehört habe. Epische Mischung aus Chiptune und Chillwave. Kriegt man mich immer. Ansonsten waren noch große Sachen: Rockstah - Pubertät, Tokyo Police Club - Forcefield, Perturbator - Dangerous Days, RAC - Strangers, Watsky - All You Can Do und zum Abschluss auch noch das unglaublich großartige OK GO - Hungry Ghosts. Vieles anderes überhört oder ignoriert, aber passiert eben. Jedenfalls ist das die Musik, die mich das Jahr über begleitet hat.

Rückblick: Bevor ich jetzt aber die großen Ankündigungen für das neue Jahr mache, will ich zuvor noch einmal zurückblicken, was ich mir für 2014 vorgenommen hatte und schauen, ob sich davon irgendwas bewahrheitet hat. Ich habe mich mit Mediengestaltung sehr intensiv auseinandergesetzt, leider aber nicht wirklich viel davon zusammengefasst. Ich habe dennoch sehr gut bei den Abschlussprüfungen abgeschnitten und bin weiterhin sehr enthusiastisch, was das Thema anbelangt. Weiterhin habe ich mich auch stärker mit Spieldesign beschäftigt, dazu einige Artikel geschrieben und sogar einen Podcast mit Marcel veröffentlicht. Ich war allerdings wohl weniger kreativ als 2013. Nur einen Film habe ich veröffentlicht. Dafür aber mehr Texte und Blogzeugs. Pillars of Eternity und The Witcher 3 sind immer noch nicht draußen. Die sollen mal hin machen. Dragon Age ist heruntergefallen und wird nachgeholt, wenn es in irgendeinem Steam-Sale auftaucht. Grand Budapest Hotel war wie erwartet hervorragend, Interstellar hat nur leicht enttäuscht, war aber dennoch ein toller wenig nervender Science-Fiction.

Ausblick: So nun aber zu 2015. Was beschäftigt mich? Spieldesign. Immer noch, ja. Eigentlich noch mehr als jemals zuvor. Also mehr Xesier-Beiträge, yeah! Für mein Studium möchte ich grundlegende Zusammenfassungen für Deutsch, Philosophie und Bildungswissenschaften schreiben. Ich möchte ein neues Drehbuch schreiben. Und ich möchte die dritte Celles-Corner-Staffel abschließen. Keine Musik, wahrscheinlich keine längeren Texte. Ansonsten kommen da noch einige nette Sachen: Ich will The Witcher 3 spielen, No Man's Sky in Aktion erleben; Jupiter Ascending, Age of Ultron, Song of Sea und Star Wars anschauen.

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