Naiv

Nichts fesselt mich mehr, als der laue Sommerduft,
nichts hält mich ab, vom Leben, nicht bei dieser Luft.
Hör ein Instrument, ein paar Töne, jetzt eine Melodie,
seh die Lichter, die Menschen, mein Gott was für Idiotie.
 
Sie rennen im Kreis, kennen bloß das Feuer,
erneut ein Haus zerstört - dort, vom Ungeheuer!
Sehen es nicht. Wollen es nicht.
Spüren nicht, wovon man spricht.
Von Sonne bei Nacht, die durch Wolken bricht!
 
Lauf durch, die Menge, erzitternd, ein Knall.
Silvester? Bist du's? Warum, nein, dieser Hall?
Meine Ohren, sie bluten, hab ich das getan?
Schmerz, Metall, nein, warum dann dieser Wahn?!
 
Was soll das alles? Wo bin ich?
Ist es vorbei? Für mich?
Warum ich? Warum? Ich?

Titel: Naiv

Veröffentlichung: 08. Mai 2012

Autor: Henry Herkula

Beschreibung: geschrieben in Leipzig, Krieg, Naivität des lyrischen Ichs, das sich selbst für aufgeklärt hält