Geschichte

2019-04-06 History

Status: unfinished
Confidence: Ich habe bisher relativ wenig darüber nachgedacht.

Auf dieser Seite versuche ich vergangene Ereignisse besser zu verstehen und für mich aufzuarbeiten.

Der wesentliche Grund für eine Auseinandersetzung mit der Geschichte besteht für mich im Lernen für die Zukunft. Nur wenn wir verstehen, wo wir in der Vergangenheit falsch gelegen haben, können wir etwas tun, um schlechte Entwicklungen vorzeitig zu verhindern.

Eine Geschichte sollte meiner Ansicht nach deswegen nicht für eine identitätsstiftende Bildung genutzt werden, da diese gern Fehler verschweigt.

Deutschland

Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus ist eine deutsche Entwicklung der 1930er-Jahre, aber die wichtigste Erkenntnis ist die, dass die Ideologie, die dahinter steckt, nicht auf eine bestimmte Zeit oder einen bestimmten Ort begrenzt ist. Ungebremste Entmenschlichung kann überall wieder auftreten und wir müssen als Menschheit insgesamt und als Deutschland im Besonderen darauf achten, dass es nie mehr dazu kommt. Nur so kann Deutschland seiner Verantwortung gegenüber den Opfern gerecht werden.

Darüber hinaus ist es notwendig zu verstehen, dass die Trennung in lebenswert und lebensunwert beim Menschen zu nichts außer zu Zerstörung führt. Denn selbst wenn man versucht, den Hass und die Ängste dahinter verstehen zu wollen. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass der Nationalsozialismus die gesamte Welt übernommen hätte, so wäre doch der Wunsch, eine homogene Gruppe zu erzwingen, nur mit einer absoluten Kontrolle aller Lebensbereiche einhergegangen, was wiederum zu einer Vernichtung des Individuums und des persönlichen Glücks geführt hätte.

Eine Homogenisierung ist der Prozes, eine Gruppe von Individuen anzugleichen. Dies wird meist angestrebt, um ein Zusammenleben zu vereinfachen, da davon ausgegangen werden kann, dass die Individuen einer Gruppe dann ähnliche Vorstellungen besitzen und deshalb besser miteinander auskommen. Der Nationalsozialismus hat versucht, einen homogenen Zustand darüber herzustellen, alle für sie "lebensunwerten" Menschen zu ermorden und eine politisch relevante Masse von Übriggebliebenen zu indoktrinieren, sodass sie von der angeblichen Notwendigkeit der Ermordung überzeugt wurden. Ein solcher Zustand ist unhaltbar, weil Menschen Mitgefühl besitzen und Gefühle für andere Menschen entwickeln. Wer also ein System darauf aufbaut, systematisch Menschen umzubringen, der braucht eine unglaubliche Kontrolle über alle Lebensbereiche, da es sonst keinen Grund geben würde, ein solches System anzunehmen. Wenn aber eine vollständige Kontrolle notwendig ist, dann gibt es den inneren Drang, sich dagegen aufzulehnen, weil die individuellen Bedürfnisse unterdrückt werden.

Der Nationalsozialismus ist für mich vor allem deshalb so unverständlich, weil er die Menschen von einer Welt überzeugen konnte, die bereits in ihrem eigenen Anspruch zusammenfällt und da haben wir noch überhaupt nicht über das Problem gesprochen, wie die Grenzen der Homogenisierung denn gezogen werden sollten.

Als eine mögliche Antwort auf die Frage, wer eine solche Gesellschaft unterstützen würde, fallen mir nur Menschen ein, die Individualität nicht als wichtig anerkennen und sie anderen Menschen absprechen oder aber die ihr Selbstwertgefühl aus der Erfüllung der Aufgaben für die Gesellschaft ziehen, ohne aber gleichzeitig darüber nachzudenken, dass die Gesellschaft eben aus einer Vielzahl von Individuen aufgebaut ist. Mich erinnert diese Konstellation dann häufig an die Charaktere aus Franz Kafkas Roman "Der Prozess", die das Individuum in ihrem bürokratischen Alltag einfach vergessen.