Grundlagen

2018-05-14 History

Dieser Text versucht, einen grundlegenden Einblick in die wichtigsten Konzepte unserer Welt zu geben. Mir geht es dabei vor allem darum, etwas verständlich auf die für mich wichtigsten Inhalte zu reduzieren, damit ich mich selbst immer wieder auch ohne Vorkenntnisse in jedes Thema einarbeiten kann. ~ Henry Herkula

Gliederung

Vorwort

Dieser Text versucht, einen grundlegenden Einblick in die wichtigsten Konzepte unserer Welt zu geben. Mir geht es dabei vor allem darum, dieses Wissen auf die für mich wichtigsten Inhalte zu reduzieren, damit ich mich selbst immer wieder leicht einarbeiten kann. Gleichzeitig entwickle ich einen Ansatz, dieses Wissen erklärbar zu machen und eigene Vorstellungen darin einzuarbeiten.

In diesem Zusammenhang werde ich häufig vorsichtige Formulierungen wie zum Beispiel “meiner Ansicht nach” benutzen, um deutlich zu machen, dass es sich um meine eigenen vorläufigen Schlussfolgerungen handelt. Wenn ich mit neuem Wissen konfrontiert werde, dann zögere ich nicht, meine eigenen Vorstellungen anzupassen und den Text zu überarbeiten. Für mich steht im Vordergrund, eine Erklärung zu finden, die verschiedene Überzeugungen nachvollziehbar miteinander verbindet und mir in meinem Alltag weiterhilft.

Zunächst möchte ich jedoch näher darauf eingehen, warum ich mich überhaupt mit dem Schreiben eines solchen Textes beschäftige. Ich möchte damit klarstellen, welche Ziele ich verfolge und unter welchen Bedingungen dieser Text gedeutet werden kann. Ich versuche mein Bestes zu geben, um verständlich und aufrichtig zu sein, damit dieser Text dabei helfen kann, etwas mehr zu hinterfragen, anstatt mehr von etwas überzeugt zu sein.

Im Anschluss gehe ich näher darauf ein, wie ich dazu gekommen bin, mein Wissen in Form von Fachbereichen und Fragen zu strukturieren. Außerdem versuche ich, einen Einblick zu ermöglichen, wie ich diesen Text generell schreibe. Dabei ist es für mich besonders wichtig, den Text einfach und konkret zu halten, sodass er von jedem Interessierten gelesen werden kann.

Motivation

[Status: unfinished, Stärkere Überzeugung, Recherche in Bezug auf Individualismus und Glückstheorien]

Motivation als Bewertungsmethode des Motivs, das eine einzelne Person als besonders angenehm und wichtig erachtet.

Ich möchte im folgenden Kapitel vermitteln, was ich unter einer Motivation verstehe, was meine Motivation ausmacht, was Glück für mich bedeutet, warum ich davon überzeugt bin, dass unsere Handlungen wahrscheinlich vorherbestimmt sind und warum ich denke, dass es sich trotz dieser Überzeugung und trotz unseres auf uns selbst bezogenen Wesens lohnt, sich für andere Individuen und für eine für alle bessere Welt einzusetzen. Diese Erklärungen sollen deutlich machen, wie meine Motivation in Bezug auf diesen Text verstanden werden kann. Und sie sollen deutlich machen, was ich neben allen möglichen Motiven selbst als wesentlichen Antrieb meines Handelns begreife.

Ich möchte ebenfalls darauf hinweisen, dass die Begriffsdefinitionen, die ich hier verwende, noch nicht weiter hinterfragt werden, da es mir an dieser Stelle vor allem darum geht, meine Position und meine damit zusammenhängende Argumentation zu erläutern. Für alternative Vorstellungen verweise ich auf die Philosophie-Kapitel zu den Fragen: "Was ist Glück?" (wird bearbeitet) und "Was ist eine Handlung?" (wird bearbeitet), in denen ich auch noch einmal auf mögliche Kritik zu meinen eigenen Vorstellungen eingehe.

I. Was ist meine Motivation? Was ist Glück?

Meine generelle Motivation für meine Ziele, aber auch die konkrete Motivation für diesen Text, besteht darin, mein Leben so zu gestalten, dass ich so glücklich wie möglich sein kann und keine Angst davor haben muss, dieses Glück wieder zu verlieren.

Glück ist für mich in diesem Zusammenhang ein angenehmer Zustand, der von den Wünschen eines Individuums abhängig ist. Vielleicht kann man auch von einem Zustand der Zufriedenheit sprechen, der einen vielseitigen, tiefergehenden und eher dauerhaften Genuss in sich enthält, der sich durch die Erfüllung von Wünschen ergibt. Mehrere erfüllte Wünsche führen zu mehreren angenehmen Zuständen. Der Begriff der Freude beschreibt für mich das Bewusstsein über das eigene Glück. Glück oder Freude lässt sich in diesem Zusammenhang von Lust dadurch abgrenzen, dass Lust meist nur kurzzeitig wirkt und vordergründig auf körperliche Genüsse ausgerichtet ist.

Wenn ein Individuum glücklich ist, dann befindet es sich für mich genau in dem Zustand, den es sich gewünscht hat und der ihm gefällt. Mit dem Eintreten in diesen Zustand erfüllt sich der von dem Individuum geäußerte Wunsch (in der Form eines Ziels) und löst sich auf. Wenn sich ein Individuum jedoch in einem Zustand befindet, den es sich zwar gewünscht hat, der ihm jedoch nicht gefällt oder nicht mehr gefällt, dann ist es weniger glücklich, verliert damit sein Glücksgefühl für diesen Wunsch und passt daraufhin seine Wünsche an, um ein neues Glück anzuvisieren.

Wenn sich ein Individuum nichts mehr wünscht, erreicht es das höchste Glück, Glückseligkeit, da es sich sonst erneut etwas wünschen würde, damit seine Bedürfnisse gestillt werden können. Für mich ist es demnach möglich, dass ein Individuum wunschlos glücklich (glückselig) werden kann, indem seine Bedürfnisse vollständig zufriedengestellt wurden (zum Beispiel auch, wenn sich das Individuum in einem Zustand befindet, in dem regelmäßige Bedürfnisse wie das Essen regelmäßig befriedigt werden). Selbst der Wunsch nach der Aufrechterhaltung dieses Zustandes hört auf zu existieren, wenn das Individuum keine Angst mehr davor hat, dass sich der Zustand des anhaltenden Glücks verändern könnte.

Das bedeutet jedoch nicht, dass im Zustand der Glückseligkeit keine Veränderungen oder Handlungen mehr möglich sein müssen, denn ein Wunsch kann auch darin bestehen, bestimmte angenehme Handlungen weiter auszuführen, damit sie ein bestimmtes Gefühl erzeugen oder eine bestimmte Auswirkung haben, die von uns gewünscht wird. Handlungen könnten erst überflüssig werden, wenn das angenehme Gefühl und die bestimmten Auswirkungen, die mit diesen Handlungen verbunden sind, vollständig durch etwas anderes ersetzt werden. Wenn das allerdings möglich werden sollte, dann gäbe es keinen Unterschied mehr zwischen den verschiedenen Umsetzungen des Wunsches, da dem Wunsch nicht nur emotional, sondern auch physikalisch absolut vollständig entsprochen wäre.

Wenn wir uns also zum Beispiel wünschen würden, dass wir immer die Fähigkeit besitzen wollen, weiter laufen zu können und auch wirklich zu laufen, um damit ein Vorbild für andere Individuen sein zu können, dann kann eine Umsetzung dieses Wunsches nur beinhalten, dass wir wirklich weiterhin laufen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Gefühlswelt und damit die Glückseligkeit anderer Individuen so wenig wie möglich beeinflusst wird, denn ansonsten müsste in diese Individuen eingepflanzt werden, dass ich eine Auswirkung auf sie habe. Wenn wir uns allerdings nur wünschen würden, weiterhin laufen zu wollen, ohne uns auf unsere Umwelt zu beziehen, könnte uns vielleicht in Zukunft eine Maschine für virtuelle Realität das Gefühl des Laufens immer, wenn wir laufen wollen, in unser Gehirn einpflanzen. Glückseligkeit muss deshalb nicht unbedingt alle Handlungen auflösen, wenn es uns wichtig bleiben sollte, Auswirkungen auf die reale Welt haben zu wollen. Diese Auswirkungen sind aber gleichwertig von den anderen Individuen abhängig und unsere Wünsche werden an dieser Stelle wohl genau so weit wie nötig eingeschränkt werden müssen, um die anderen Individuen so wenig wie möglich in ihrem eigenen Glück zu beeinflussen. Dieses etwas weit hergeholte Beispiel soll deutlich machen, dass uns unsere Wünsche zwar glücklich machen, wir aber möglicherweise gar nicht genau wissen, wie unsere Wünsche in Sprache übersetzt werden können, damit die Folgen eintreten, die wir unbewusst und bewusst erwarten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass versucht wird, unsere Wünsche so zu erfüllen, dass sie dem entsprechen, was wir erwarten, ohne die Glückseligkeit anderer Individuen einzuschränken. Würde ein Wunsch die Glückseligkeit eines anderen Individuums einschränken, muss ein Kompromiss gefunden werden. Je stärker die Einschränkung der Glückseligkeit eines anderen Individuums, desto weniger Wirkungskraft darf der eigene Wunsch ausüben. Dennoch muss der Wunsch solange versucht werden, umgesetzt zu werden, bis derjenige, der den Wunsch geäußert hat, mit den Ergebnissen bewusst und ohne Beeinflussung zufrieden ist.

Das Bewusstwerden über eigene Wünsche stelle ich mir hingegen als einen Annäherungsprozess vor, bei dem sich die Wünsche in der Persönlichkeitsentwicklung während des Älterwerdens herausbilden. In diesem Zusammenhang würde ich mich freuen, wenn wir nicht die Horrorvorstellung unterstützen, dass jemand bewusst versucht, unsere Gefühle zu unterdrücken, damit wir uns als emotionale Steine nichts mehr wünschen und damit für immer glücklich sind. Für mich ist das ein unzumutbarer Zustand, da unsere Existenz in diesem Fall durch die Wünsche eines anderen Individuums und nicht durch selbst geäußerte Wünsche eingeschränkt wird. Gleichzeitig muss einem Gottkomplex vorgebeugt werden, der dazu führen kann, dass die individuelle Glückseligkeit anderer Individuen nicht mehr entsprochen werden kann, weil die Wünsche eines Individuums so stark in die Glückseligkeit anderer Individuen eingreifen, dass die anderen Individuen kein Glück mehr aufgrund ihrer eigenen Wünsche empfinden können. Das bedeutet, dass Wünsche unter gewissen Bedingungen eingeschränkt werden können. Eine solche Bedingung könnte darin bestehen, dass am Anfang des Lebens, eine eingeschränkte Wunschperiode überstanden werden muss, in der den Individuen nur lebenserhaltende Wünsche erfüllt werden und sie in eine Situation gebracht werden, in der sie auf ihre Körperlichkeit angewiesen sind.

Glück muss ebenso kein für immer gleich bestimmter Zustand für ein Individuum sein, sondern kann sich immer wieder neu ausrichten. Das Glück muss aber für einen für dieses Individuum angemessenen Zeitraum genossen werden können. Ein Individuum, das in dem Moment, in dem es sein Glück erreicht, nicht mehr mit dem Zustand zufrieden ist, sollte meiner Ansicht nach nicht als glücklich bezeichnet werden, weil das Individuum diesen Zustand nicht in einem für ihn angemessenen Zeitraum positiv wertschätzen konnte. Gleichzeitig sollte immer die Möglichkeit bestehen, mit dem vergangenen Selbst und neuen Erfahrungen Entscheidungen revidieren zu können, um zu verhindern, dass man für immer in einer selbstverschuldeten Reflexionslosigkeit verbringt (zum Beispiel, wenn man sich bewusst wünscht, für immer ein Stein zu sein). Bei solchen Wünschen sollte jedoch bei jedem erneuten Wünschen, eine längere Zeit in solchen Zuständen zugestanden werden, um zu verhindern, dass dem Wunsch nicht entsprochen wird.

Weiterhin erscheint mir die Einführung von Abstufungen sinnvoll, weil Individuen auch in als persönlich als negativ empfundenen Situationen kleine Momente eines Glücks erleben können: zum Beispiel ein angenehmer Abend mit der Familie, trotz ständiger Streitereien. Diese Vorstellung hilft dabei, Formen des Glücks nachzuvollziehen, bei denen jedoch noch nicht alle Wünsche des Individuums erfüllt sind.

Eine wesentliche Schwierigkeit besteht für mich darin, den Unterschied zwischen längerer Lust und kurzem Glück auszumachen. Vielleicht ließe sich das darüber klären, dass Lust die Tendenz hat, in einen zukünftigen Zustand überzugehen, der nicht mehr angenehm ist, während ein Glückszustand dazu tendiert, das Angenehme eher beizubehalten. Wenn jemand also ausdrückt, dass er sich bei dem oben beschriebenen Abend mit der Familie trotz ständiger Streitereien glücklich fühlt, hat dieses Individuum möglicherweise die Erwartung, dass dieser angenehme Zustand (zeitweise angenehme Abende mit der Familie) auch in Zukunft so erhalten bleibt.


Nachdem ich meine Vorstellung des Glücksbegriffs ein wenig näher erläutert habe [fnid=mot_glueck], möchte ich darauf zu sprechen kommen, unter welchen Voraussetzungen es meiner Ansicht nach überhaupt erst möglich ist, ein bestimmtes Glück zu erreichen. Für mich müssen dafür folgende Bedingungen zutreffen: Ein Individuum ist (1.) derzeit unter mindestens einer Bedingung nicht glücklich, ist (2.) davon überzeugt, dass sich sein Leben verbessern kann und verspürt (3.) einen Antrieb zu einer Veränderung.

Diese Voraussetzungen sind vor allem notwendig, weil ein Individuum nur selbst darüber bestimmen kann, wann es glücklich ist. Selbst wenn ihm alle typischen Glücksmomente zur Verfügung stehen, könnte ein Individuum ohne den Antrieb, diese Sachen als Glück für sich zu akzeptieren, unglücklich sein. Ein höchstes Glück erreichen zu wollen, schließt die Vorstellung ein, dass sich eben etwas an den eigenen Gefühlen (zum Positiven) verändern kann und dass man diese Veränderung auch annimmt und durchführen möchte.

Als stark naturwissenschaftlich orientierter Mensch möchte ich jedoch auf ein damit einhergehendes Problem zu sprechen kommen: Wenn davon ausgegangen wird, dass Individuen an so etwas wie die Gesetzmäßigkeiten des Universums gebunden sind, dann erscheinen alle vorgebrachten Voraussetzungen fragwürdig, weil nicht geklärt wurde, wie so etwas wie eine Handlung überhaupt existieren soll.

Was ist denn überhaupt ein Ich? Und wie kann dieses Ich irgendetwas “versuchen” oder “überzeugt sein” oder “glücklich werden wollen”, wenn es doch in jedem Fall von bestimmten Zuständen abhängig ist? Zum Beispiel kann ich nicht über etwas nachdenken, was ich nicht kenne. Ich kann auch nicht anders handeln, als mir von meiner Wahrnehmung vorgegeben wird (ich kann keinen Ball fangen, den ich nicht wahrgenommen habe). Und ich kann mich auch nicht für eine Variante “entscheiden”, da ich ja immer Gründe für genau diese Entscheidung habe und diese Gründe ja ebenfalls ihre Ursache haben. Wenn das aber der Fall ist, dann kann ich niemals selbst handeln, da alles von meinem Ausgangszustand bestimmt wurde. Ich folge also innerhalb dieser Argumentation lediglich einem festgelegten Pfad[fnid=mot_determinierung].

Auch wenn die Argumente in dieser Hinsicht eher für eine Determinierung sprechen, ist die Frage nach dem ersten Ursprung, dem ersten Anfang einer jeder Handlung, jedoch nicht ohne Weiteres auflösbar und führt zu weiteren gedanklichen Problemen, denn: Wie kann etwas anfangen, ohne durch etwas anderes ausgelöst worden zu sein? Und wenn es durch sich selbst ausgelöst wurde, warum sollten sich Entscheidungen nicht auch selbst auslösen können? Diese Fragen sprechen gegen eine Determinierung, überzeugen mich aber nicht in dem Maße, da für mich das Aufgeben der klassischen Kausalität zu größeren Schwierigkeiten führt.

Wenn ich nun diese Annahmen mache, widerspreche ich mir dann nicht aber selbst, wenn ich trotz meiner Vorstellung eines Determinismus, der seit dem Beginn unseres Universums besteht und für unsere gesamte Geschichte gilt, doch von einer Handlung, die jemand anscheinend frei ausführt, ausgehe?

Ja, allerdings widerspreche ich mir in diesem Fall bewusst, weil ich die Sprache meines Textes verständlich halten und die Frage nach einer freien Entscheidung nicht ohne Weiteres zurückweisen möchte. Schließlich konfrontiert uns unsere Erfahrung jeden Tag aufs Neue damit, dass wir uns scheinbar für etwas entscheiden können. Diese Erfahrung hatte dann möglicherweise auch einen Einfluss auf unsere Sprache, was uns aufgrund ihrer großen Bedeutung meiner Ansicht nach wiederum dazu bringt, trotz logischer Probleme an Freiheit als Basis und Begriff für die individuelle Entscheidung festzuhalten.

Aus diesem Grund gehe ich in diesem Kontext zunächst einmal davon aus, dass wir so etwas wie Individuen sind, die Handlungen begehen können. Außerdem, dass wenn unsere Bedürfnisse in Zusammenhang mit einem Wunsch noch nicht alle zufriedengestellt wurden, wir noch nicht glücklich sind. Und abschließend, dass wenn noch nicht all unsere Wünsche erfüllt sind, wir aber davon überzeugt sind, dass sich unser Leben verbessern kann und wir einen Antrieb zu einer Veränderung haben, wir dann auch selbst so glücklich wie möglich werden wollen.

Meiner Ansicht nach ist es unter diesen Voraussetzungen nicht möglich, sein Leben nicht verbessern zu wollen. Denn selbst wenn ein Individuum in einer schwierigen Situation sein Leben beenden möchte, muss es sich wünschen, dass seine zukünftige Existenz oder Nichtexistenz besser als das ist, was ihm gerade widerfährt. Es möchte nicht, dass sein Leben schlechter wird, weil es eben vermeiden möchte, dass ihm etwas Ungewolltes zustößt.

II. Welches Glück wünsche ich mir?

Wenn ich nun also davon ausgehe, dass ich einen Einfluss auf mein Leben ausüben kann, noch nicht so glücklich wie möglich bin und den Antrieb verspüre, etwas verändern zu müssen, dann ist es mir nicht anders möglich, als zu versuchen, mein Leben zu verbessern, damit ich irgendwann zufrieden sein und ein höchstes Glück erreichen kann.

Gleichzeitig – und das ist mir sehr wichtig und meiner Ansicht nach eine wichtige Voraussetzung für die Glückseligkeit – müssen auch die Wünsche aller anderen denkenden Individuen erfüllt werden, da ansonsten immer die Gefahr besteht, dass das eigene Glück eingeschränkt oder gemindert wird, weil die Interessen der anderen nicht ausreichend genug berücksichtigt wurden.

Solange man mit anderen zusammenlebt, die auf das eigene Leben in irgendeiner Weise Einfluss ausüben können, muss dieser Grundsatz bedacht werden. Wenn er nicht bedacht wird, führt das zu schwierigen Auseinandersetzungen, da die permanente Unterdrückung und Abwehr anderer Interessen sehr anstrengend ist. Da wir aber nie wissen, ob ein anderes denkendes Individuum einen Einfluss auf uns ausüben kann oder nicht, sollten wir grundsätzlich davon ausgehen, dass es diese Möglichkeit besitzt und wir dessen Wünsche immer mit bedenken müssen.

Ich gehe bei diesen Annahmen immer davon aus, dass meine Umwelt direkt mit meinem Glück verbunden ist, weil ich davon überzeugt bin, dass ich selbst ebenfalls einen Anteil an meiner Umwelt besitze: Lebe ich zum Beispiel in einer Großstadt, dann profitiere ich womöglich von einer ausgebauten Infrastruktur. Lebe ich nicht in einer Großstadt, kann ich nicht davon profitieren.

Ich wünsche mir eine Verbesserung der Lebensumstände aller, weil diese Verbesserung gleichzeitig auch zu einem besseren Leben für mich selbst führt. Letztendlich wünsche ich mir deshalb eine Welt ohne Leid, eine Welt mit einem angenehmen Zusammenleben, eine Welt, in der die Grundbedürfnisse aller erfüllt werden können.

III. Wie soll uns Wissen dabei helfen, glücklich zu werden?

Ich gehe davon aus, dass eine bessere Welt erreicht werden kann, wenn wir versuchen, die Probleme unserer Welt anzugehen und zu lösen. Und ich gehe davon aus, dass sich die Probleme unserer Welt lösen lassen, wenn man die Welt, in der wir leben, besser versteht, da man dadurch die Zusammenhänge sowie die Entstehung der Probleme begreifen und ihr Auftreten dadurch eher verhindern kann.

Aus diesem Grund besteht das Ziel dieses Textes in der Ausarbeitung umfangreicher persönlicher Wissensgrundlagen, die dabei helfen sollen, jene Probleme anzugehen, die eine bessere Welt verhindern. Dabei kann es sich für mich jedoch nur um einen Versuch handeln, weil ich das Dazulernen unter den bisherigen Bedingungen für unabschließbar halte, da jede neue Information veränderte Gedanken zur Folge hat und sich daran ein neues Verständnis anschließt. Deshalb ist es für mich wichtig, diesen Text ständig zu verbessern und zu aktualisieren, damit mir diese Grundlagen so gut wie möglich auch in Zukunft beim Lösen von Problemen helfen können.

Ich lade jeden dazu ein, sich an dieser Suche nach einem erweiterten Verständnis zu beteiligen, um dadurch zu eigenen Überzeugungen zu gelangen, die eine bessere Welt möglich machen.

Mir ist zudem bewusst, dass eine “bessere Welt” für jeden anders aussieht. Ich gehe jedoch davon aus, dass wir aufgrund unserer ähnlichen Grundbedürfnisse zunächst einmal für dieselbe Ausgangssituation kämpfen werden. Wenn dann jedoch die Zeit kommen sollte, bei der wir uns aufgrund unserer Individualität unterschiedliche Welten wünschen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Ich hoffe jedoch, dass wir darauf setzen, uns besser miteinander zu verständigen. Falls unsere Vorstellungen dann keinen Kompromiss erreichen, aber wir sie nach Gesprächen immer noch für erstrebenswert erachten, dann sollten wir sie im Privaten verwirklichen, solange sie andere nicht übermäßig in ihrem Glück beeinflussen. Was dieses “übermäßig” ausmacht, muss eine Gesellschaft, in der nicht jeder völlig isoliert leben möchte, für sich selbst festlegen. Egal wie aber eine Gesellschaft das festlegt, sie sollte in ihren Überlegungen immer versuchen, das Glück eines jeden einzelnen Individuums zu berücksichtigen. Das Individuum hingegen sollte die Entscheidung einer solchen Gesellschaft respektieren, solange das keinen zu starken Eingriff in die eigene bisherige Lebensführung darstellt, um damit sein eigenes Glück sicherzustellen und keine weiteren Einschränkungen zu erfahren.

Herangehensweise

Im folgenden Abschnitt möchte ich erläutern, wie ich vorgehe, um mir persönliche Wissensgrundlagen anzueignen und konkret diesen Text zu schreiben. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Abschnitt aus zwei Gründen hilfreich sein kann: 1. Die Inhalte dieses Textes könnten besser verstanden werden, weil ich die Methoden aufzeige, unter denen sie entstanden sind. 2. Die Methode wird selbst zu einem Inhalt, der vermittelt und angepasst werden kann. Damit kann sie ebenfalls in Zukunft verbessert werden.

Für dieses Projekt habe ich mich dazu entschieden, mir zunächst Wissen anzueignen, dieses Wissen dann zu sortieren und anschließend in einem zusammenhängenden Text auszuformulieren. Ich halte diese stark schreiborientierte Methode für sinnvoll, weil ich davon ausgehe, dass Erklärungen in Textform hilfreich dabei sind, Gedanken auch nach längerer Zeit wieder aufgreifen und verändern zu können. So lassen sich Texte zum Beispiel besser verändern, als Videoaufzeichnungen oder Sprachnachrichten, weil Buchstaben eben schneller als Bild und Ton ausgetauscht werden können.

Die zwei vorangehenden Schritte sind für mich dabei notwendig, um mich auf die Erklärungen im Text vorzubereiten. Nur wenn ich mich umfassend bilde und dieses Wissen dann in eine konkrete Struktur bringe, kann ich davon ausgehen, dass mein zukünftiges Ich dem Text vertraut. Wenn ich im Gegensatz dazu bewusst lügen würde, dann würde mein zukünftiges Ich dem Text möglicherweise insgesamt nicht trauen. Und das möchte ich vermeiden, damit der Text seine Funktion als umfangreiche persönliche Grundlagen nicht verliert.

Bevor ich allerdings genau darauf eingehe, wie meine Gliederung in Wissenssuche, Sortierung und Text ausgestaltet ist, möchte ich noch einige über die Zeit hinweg gesammelte Prinzipien vorstellen, die mir schon häufiger bei der Textgestaltung geholfen haben. Sie sind für mich alle gleichwertig, aber ich habe sie in der Schrittfolge sortiert, in der ich sie anwenden würde, um einen Text zu überarbeiten:

  1. Konkretheit: Ich versuche, Fragen so zu beantworten, dass meine Antwort die Frage ohne Widersprüche beantwortet und dabei keine Zeit verschwendet, denn ich gehe davon aus, dass Erklärungen, die vom Thema abweichen, schwieriger zu verstehen sind.
  2. Ehrlichkeit: Wenn ich denke, dass ich meine eigenen Positionen zu stark einbringe, dann spreche ich das an, damit ich die Glaubwürdigkeit meines Textes erhalten kann.
  3. Ausgeglichenheit: Ich versuche, Überzeugungen aus der jeweiligen Position der einzelnen Vertreter vorzustellen und damit so positiv wie möglich zu verfahren, damit diese nicht von vornherein abgelehnt werden (Prinzip der wohlwollenden Interpretation). Eine Meinungsvielfalt ermöglicht einen besseren Einblick in den Umfang eines Inhalts, sodass man lernt, mit allen Argumenten umzugehen.
  4. Transparenz: Ich versuche, Leser über offene Herleitungen zu eigenen Gedanken anzuregen, damit eine Auseinandersetzung ermöglicht wird, die dabei helfen soll, die vermittelten Inhalte besser zu verstehen. Gleichzeitig soll über die auf das Verständnis ausgerichteten Schlussfolgerungen auch eine kritische Diskussion über die Inhalte zustandekommen, damit dieser Text verbessert und erweitert werden kann.