3. Herangehensweise

2019-06-25

[Duration: 3 min]

  1. Wie suche ich nach Wissen?
    1. I. Wie bin ich mit der systematischen Wissenssuche in Kontakt gekommen?
    2. II. Welche Methoden nutze ich zur Wissenssuche?
  2. Warum wird Wissen sortiert?
  3. Wie möchte ich Wissen sortieren?
    1. I. Welche traditionellen Fachbereiche gibt es und wie kann man sie miteinander verbinden?
    2. II. Wie können Fragen motivieren?
    3. III. Welche Fragen beantworten die Fachbereiche?
  4. Wie möchte ich diesen Text schreiben? Was ist ein Status?
  5. Wie helfen Fragen bei der Wissenssuche?
    1. I. Was sind Fragen? Was sind Antworten?
    2. II. Wie beantworte ich Fragen?

Zurück: 1. Vorwort, 2. Motivation - Weiter: 4. Philosophie

Im folgenden Abschnitt möchte ich erläutern, wie ich vorgehe, um mir persönliche Wissensgrundlagen anzueignen und konkret diesen Text zu schreiben. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Abschnitt aus zwei Gründen hilfreich sein kann: 1. Die Inhalte dieses Textes könnten besser verstanden werden, weil ich die Methoden aufzeige, unter denen sie entstanden sind. 2. Die Methode wird selbst zu einem Inhalt, der vermittelt und angepasst werden kann. Damit kann sie ebenfalls in Zukunft verbessert werden.

Für dieses Projekt habe ich mich dazu entschieden, mir zunächst Wissen anzueignen, dieses Wissen dann zu sortieren und anschließend in einem zusammenhängenden Text auszuformulieren. Ich halte diese stark schreiborientierte Methode für sinnvoll, weil ich davon ausgehe, dass Erklärungen in Textform hilfreich dabei sind, Gedanken auch nach längerer Zeit wieder aufgreifen und verändern zu können. So lassen sich Texte zum Beispiel besser verändern, als Videoaufzeichnungen oder Sprachnachrichten, weil Buchstaben eben schneller als Bild und Ton ausgetauscht werden können.

Die zwei vorangehenden Schritte sind für mich dabei notwendig, um mich auf die Erklärungen im Text vorzubereiten. Nur wenn ich mich umfassend bilde und dieses Wissen dann in eine konkrete Struktur bringe, kann ich davon ausgehen, dass mein zukünftiges Ich dem Text vertraut. Wenn ich im Gegensatz dazu bewusst lügen würde, dann würde mein zukünftiges Ich dem Text möglicherweise insgesamt nicht trauen. Und das möchte ich vermeiden, damit der Text seine Funktion als umfangreiche persönliche Grundlagen nicht verliert.

Bevor ich allerdings genau darauf eingehe, wie meine Gliederung in Wissenssuche, Sortierung und Text ausgestaltet ist, möchte ich noch einige über die Zeit hinweg gesammelte Prinzipien vorstellen, die mir schon häufiger bei der Textgestaltung geholfen haben. Sie sind für mich alle gleichwertig, aber ich habe sie in der Schrittfolge sortiert, in der ich sie anwenden würde, um einen Text zu überarbeiten:

  1. Konkretheit: Ich versuche, Fragen so zu beantworten, dass meine Antwort die Frage ohne Widersprüche beantwortet und dabei keine Zeit verschwendet, denn ich gehe davon aus, dass Erklärungen, die vom Thema abweichen, schwieriger zu verstehen sind.
  2. Ehrlichkeit: Wenn ich denke, dass ich meine eigenen Positionen zu stark einbringe, dann spreche ich das an, damit ich die Glaubwürdigkeit meines Textes erhalten kann.
  3. Ausgeglichenheit: Ich versuche, Überzeugungen aus der jeweiligen Position der einzelnen Vertreter vorzustellen und damit so positiv wie möglich zu verfahren, damit diese nicht von vornherein abgelehnt werden (Prinzip der wohlwollenden Interpretation). Eine Meinungsvielfalt ermöglicht einen besseren Einblick in den Umfang eines Inhalts, sodass man lernt, mit allen Argumenten umzugehen.
  4. Transparenz: Ich versuche, Leser über offene Herleitungen zu eigenen Gedanken anzuregen, damit eine Auseinandersetzung ermöglicht wird, die dabei helfen soll, die vermittelten Inhalte besser zu verstehen. Gleichzeitig soll über die auf das Verständnis ausgerichteten Schlussfolgerungen auch eine kritische Diskussion über die Inhalte zustandekommen, damit dieser Text verbessert und erweitert werden kann.

Wie suche ich nach Wissen?

Mein wichtigstes Ziel besteht darin – wie in der Motivation beschrieben –, mir ein umfangreiches Wissen anzueignen, um Probleme, die eine bessere Welt verhindern, lösen zu können. Andererseits möchte ich aber auch konkret diesen Text hier schreiben, der mir wiederum dabei helfen soll, das erste Ziel zu erreichen. Das führt jedoch dazu, dass ich andere Methoden als sonst nutze, um mich mit neuem Wissen auseinanderzusetzen.

I. Wie bin ich mit der systematischen Wissenssuche in Kontakt gekommen?

Bevor ich auf meine konkreten Methoden eingehe, möchte ich erläutern, wie sich diese über meine Entwicklung hinweg überhaupt herausbilden konnten. Angefangen hat meine bewusste Aufnahme neuer Informationen wahrscheinlich mit meinen ersten digitalen Interessen. Vor allem Computerspiele (ca. um 1998) haben mich dazu gebracht, sodass ich angefangen habe, regelmäßig Technik-Nachrichten im Internet zu lesen, was zu einem immer stärker werdenden Interesse für alle Themen geführt hat.

Zur gleichen Zeit entwickelte ich aus drei besonderen Ereignissen heraus ein erstes Verständnis für ein philosophisches Denken. In chronologischer Reihenfolge: 1. Mein Vater führte mich an Science-Fiction heran, sodass ich mit Fragen konfrontiert wurde, die ich so noch nie erlebt habe und die in meinem Alltag bisher noch nie eine Rolle gespielt haben: Was unterscheidet einen Menschen von einer ausreichend komplexen Maschine? Wie sieht eine zukünftige Welt aus, in der Menschen keine Arbeit mehr besitzen, weil all ihre Bedürfnisse sofort erfüllt werden?1 Wie würden wir mit vollkommen anderen Lebewesen kommunizieren? 2. Der Tod wird mir schlagartig bewusst, als Menschen aus meiner Umgebung sterben.2 Ich setze mich zum ersten Mal mit der Frage auseinander, was Sterblichkeit bedeutet und warum Menschen plötzlich nicht mehr da sein können. 3. Mein Alltag besteht aus den immer gleichen Abläufen, was dazu führt, dass ich mich damit auseinandersetze, was eine Existenz letztendlich überhaupt für eine Bedeutung hat, wenn sie sich ständig wiederholt. - Diese drei Ereignisse führen dazu, dass ich anfange, mich nicht nur für philosophische Fragen zu interessieren, sondern selbst Ansichten zu entwickeln, die mit meinen Beobachtungen übereinstimmen sollen.

Mein Interesse für Unterhaltung und meine ersten philosophischen Ansätze führen dazu, dass ich mich immer intensiver mit den grundlegenden Fragen des Seins auseinandersetze und in den Nerd-Sachen des Internets (Blogs, Science-Fiction, Computerspiele) einen Weg finde, um mich über Jahre hinweg zu motivieren. Diese Entwicklung erhält ihren bisher wichtigsten Ansatzpunkt in meiner Wahrnehmung von einer zusammengehörenden Wirklichkeit, als ich ungefähr 18 Jahre alt bin. Bisher wurde ich intensiv durch Unterhaltung und Philosophie angetrieben, was meine Wissenssuche anbelangt. Nun aber bemerke ich, dass für mich Philosophie und Wissenschaft zusammengehören. Ich interessiere mich plötzlich für alles, weil ich in der Verbindung von Philosophie und Wissenschaft für mich erkenne, dass alles miteinander verbunden ist. Ich höre damit auf, Philosophie als eine komplizierte Form des Sprechens zu betrachten und fange an, kreativ tätig zu sein, um mir darüber Mittel anzueignen, die mir helfen, in einen Austausch mit meiner Umwelt zu gelangen. Ab jetzt möchte ich so verständlich wie möglich meine Umwelt kennenlernen und verbessern.

Dies führt dazu, dass ich heutzutage bewusst nach Quellen suche, die mir neues Wissen so verständlich und so wissenschaftlich gesichert wie möglich anbieten. Alles andere wird nicht sofort verworfen, aber erhält nicht mehr dieselbe Aufmerksamkeit.

II. Welche Methoden nutze ich zur Wissenssuche?

Doch wann und wie suche ich nun bewusst nach diesen Quellen? Ich habe versucht, deutlich zu machen, wie ich zu meinen Fragen und Überzeugungen gelangt bin, die mich auch in diesem Text beschäftigen. Nun möchte ich noch darauf eingehen, wie ich genau vorgehe, um mir dieses Wissen anzueignen.

Meine Wissenssuche gliedert sich konkret in vier Bereiche: 1. Ich sammle von meinen bisherigen Wissensquellen neue Informationen. Jeden Tag führe ich deshalb Gespräche, lese Blogs, nehme neue Fragen auf, vergleiche sie mit meinen eigenen Überzeugungen und versuche herauszufinden, wo diese Überzeugungen zusammenbrechen.

2. Ich suche im Internet, in Bibliotheken, bei anderen Individuen bewusst nach Anregungen, die mir dabei helfen sollen, eine konkrete Frage zu beantworten.

3. Ich lasse mir von anderen Individuen neue Wissensquellen empfehlen, die mich zu komplett neuen Überzeugungen führen können, um mich nicht von mir selbst einschränken zu lassen.

4. Ich versuche meine Wissenssuche ständig zu verbessern, um darüber nach und nach alle Elemente, die mir die Wissenssuche erschweren, abzuschaffen.

Wenn ich nun allerdings an einer bestimmten Arbeit (wie zum Beispiel dieser hier) sitze, dann konzentriere ich mich sehr viel stärker auf die Beantwortung der einzelnen Fragen, die ich über die Zeit hinweg gesammelt habe. Neue Überzeugungen sind immer noch wichtig für eine Verbesserung des Textes, spielen aber bei der Ausarbeitung nur noch eine sekundäre Rolle, da sie mich sonst davon abhalten würden, überhaupt etwas zu schreiben, da ich ständig hinterfragen müsste, ob das, was ich schreibe, überhaupt stimmt und mich das wiederum beim Schreiben direkt hemmen würde.

Ich nutze für meine Wissenssuche Artikel aus dem Internet, Bücher, Beobachtungen, meine und die Erfahrungen anderer und schreibe diese in Kurzform nieder. Zusammenfassungen sind für mich generell eine wichtige Methode, um Wissen überhaupt sinnvoll aufzunehmen. Nur wenn ich für mich selbst erklären kann, wie etwas funktioniert und wie es mit anderem Wissen zusammenhängt, kann ich davon ausgehen, dass ich es verstanden habe.

Ich verfolge Blogs und andere Internetmedien hauptsächlich per RSS-Feed, einer Übersetzung der Inhalte einer Webseite in eine für Programme auslesbare Form. Ein solches Programm kann somit alle Nachrichten einer Webseite für mich lokal abspeichern. Das Besondere an Feeds besteht darin, dass sie mich vom Design und dem strukturellen Aufbau einer Webseite unabhängig machen, sodass ich mich vollständig auf den Inhalt konzentrieren kann.

Weiterhin nutze ich mehrere eigene Webseiten, um interessante Inhalte und Trends für mich selbst aufzuschreiben und besser zu sortieren. Meine eigenen Webseiten helfen mir dabei, Inhalte so darzustellen, dass ich schnell wieder auf sie zugreifen kann, und sie ermöglichen es mir, dass ich die Inhalte über Links so miteinander verbinde, wie ich es für sinnvoll erachte.

Warum wird Wissen sortiert?

Um etwas verstehen zu können, ist es notwendig, die Beziehungen einer Information zu anderen Informationen zu kennen. Wenn wir also etwas besser verstehen wollen, dann ist es notwendig, ein System zu entwickeln, mit dem wir die Beziehungen von Informationen untereinander effizient darstellen können.

Eine Information ist eine Wissenseinheit beliebigen Umfangs, die einen Unterschied deutlich macht. Ein Unterschied bezeichnet die Andersartigkeit einer Sache im Vergleich mit einer weiteren Sache.

In diesem Zusammenhang wäre vielleicht die Einführung eines Standardzustandes angebracht, da diese Vorstellung vielleicht dabei behilflich sein kann, nachvollziehbar zu machen, wie eine Information, obwohl sie in ihrer kleinsten Definition nur eine Sache beinhaltet, sich immer auf mindestens zwei Sachen (für einen Unterschied) beziehen muss. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob so etwas generell angenommen werden kann oder sollte. Jedenfalls: Eine Information gibt an, wie sich etwas von einem Standardzustand unterscheidet. Ein Standardzustand ist die Vorstellung, dass eine der beiden Sachen im Unterscheidungsprozess, den eine Information beinhaltet, bereits vorausgesetzt ist.

Wenn wir zum Beispiel davon ausgehen, dass wir einen schwarzen Punkt auf einer weißen Wand beschreiben wollen, wäre der Standardzustand (der Wand) "weiß", da wir diesen voraussetzen müssen, um einen schwarzen Punkt überhaupt wahrnehmen zu können. Wäre der Standardzustand jedoch "schwarz", dann könnten wir den Punkt nicht wahrnehmen, die Information wäre verloren und wir könnten sie nicht beschreiben.

Ein Wissenssystem wiederum sollte aber nicht nur erkannte Beziehungen darstellen, sondern uns diese Beziehungen auch so vermitteln, dass wir sie leicht erlernen und erneut lernen können. Das Ziel dieses Systems besteht also darin, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, damit wir diese in unserem Leben für unser Wohlbefinden einsetzen können. Das Wissenssystem sollte uns deshalb die Beziehungen (1.) schnell erfassen und (2.) konkret voneinander abgrenzen lassen, damit es zu keinen Missverständnissen kommt und wir dennoch alles effizient verarbeiten können.

Allerdings kann es ein perfektes System nicht geben, da die Ansprüche jedes Individuums unterschiedlich ausgeprägt sind. Weiterhin ist es nicht möglich, unseren wissenschaftlichen Fortschritt zu erahnen. Wir können also keine Fachbereiche für etwas anlegen, was wir nicht kennen. Und wer bestimmt überhaupt, wie greifbar ein solcher Bereich zu sein hat? Die Verzweigungen eines Systems sind eine weitere Schwierigkeit: Behandeln Chemie und Physik nicht dieselben Phänomene, nur auf einer anderen Ebene? Ist die Psychologie nicht einfach nur eine abstrakte Form der Neurobiologie? Worin liegt der Unterschied zwischen Ethik und Politik? Wo fangen Wirtschaftswissenschaften an, wo hört Soziologie auf?

Noch ein weiteres Problem besteht in der Zuordnung zu diesen Kategorien: Je komplizierter die Ordnung, desto schwieriger wird es, ein konkret behandeltes Thema richtig einzugliedern (beispielsweise nur einem Fachbereich zuzuweisen).

Ein System, das bestimmte Eingriffe in die bisherige Ordnung vornehmen möchte, hat aber nicht nur das Problem, Wissen besser ordnen und zusammenführen zu müssen. Auch die durch die Vergangenheit geschaffenen sozialen Argumente würden ihm zu schaffen machen. Denn unsere Sprache, unser Bildungssystem, unser gesamtes Denken baut auf den bisher vermittelten Fachbereichen auf. Und es gilt, Macht und Einfluss zu verteidigen. Wenn wir also damit anfangen, uns zu weit von den bekannten Begriffen zu entfernen, haben wir das Problem, dass wir nicht mehr verstanden werden. Man müsste Übersetzungen schaffen und unser gemeinsamer Forschungsdrang würde gebremst werden.

Wie möchte ich Wissen sortieren?

Um ernsthafte Veränderungen bei der Sortierung von Wissen zu bewirken, muss man entweder bisherige Systeme als Grundlage akzeptieren und seine Vorstellungen darauf aufbauen oder sehr viel Einfluss besitzen und dadurch einen Großteil der Betroffenen von seinem eigenen System überzeugen. Da ich nicht davon ausgehe, dass Veränderungen sofort vonstattengehen, verfolge ich deshalb den ersten Ansatz.

I. Welche traditionellen Fachbereiche gibt es und wie kann man sie miteinander verbinden?

Als ersten Punkt meiner Systematisierung möchte ich das Zusammenführen von traditionellen Fachbereichen vorstellen. Hierbei werden bereits bekannte Begriffe wie Physik, Chemie oder Biologie weiterverwendet, aber durch klar herausgearbeitete Verbindungen stärker voneinander abhängig gemacht. Dadurch soll eine Auseinandersetzung mit den Bereichen gefördert und ihr Verständnis vereinfacht werden.

Bisher bieten Schulen und Universitäten nur eine sehr ungenaue Grenze zwischen den Bereichen an. Aus der Perspektive der Lernenden erscheint es verständlich, dass Bereiche wie Physik und Chemie nicht unbedingt zusammengehören, aber was sie konkret voneinander unterscheidet und worin sie sich ähneln, wird meistens nicht genau genug erläutert.

Es besteht aber auch kein Bedürfnis nach einer Zusammenführung, weil dies einen Mehraufwand bedeuten würde, während die Bereiche doch bisher auch unabhängig voneinander funktioniert haben. Deshalb konzentrieren sich Lehrkräfte und Dozenten vordergründig darauf, den Schülern ihr eigenes Feld näherzubringen, anstatt Verbindungslinien zu anderen Wissenschaften zu ziehen und damit einen wesentlich umfangreicheren Einblick zu gewähren. Das führt zu einer Spezialisierung, die zwar eine geradlinige Forschung fördert, aber es erschwert, bereichsübergreifende Zusammenhänge zu entdecken, da die Bereiche unter diesen Voraussetzungen ja nicht versuchen, aufeinander stärker einzugehen.

Um eine Zusammenführung der unterschiedlichen Bereiche zu ermöglichen, muss es zunächst einmal gelingen, herauszufinden, welche Aufgaben die bisherigen Begriffe ausüben. Hierbei konzentriere ich mich besonders auf die in der Schule eingeführten Bereiche, da diese einer großen Zahl von Individuen bekannt sind und damit eine erste Annäherung darstellen, über die Einteilung von Wissen nachzudenken. Es folgt eine unvollständige Liste:

Im Anschluss an die Nennung und die Vermittlung der Funktionen der Bereiche muss nun überprüft werden, wie diese miteinander in Beziehung stehen und wie diese Beziehung konkret aussehen soll? Soll zum Beispiel der Einfluss jedes Fachs auf jedes andere Fach dargestellt werden?

Ich habe mich dazu entschieden, die Verbindungen so herauszuarbeiten, dass sich die späteren Bereiche mit immer höheren Abstraktionsebenen beschäftigen. Der Begriff Abstraktionsebene soll dabei verdeutlichen, dass es so etwas wie einen Größen- und Komplexitätsunterschied zwischen einzelnen Atombewegungen, den Bewegungen von Tieren und sozialen Bewegungen gibt, diese aber dennoch aufeinander aufbauen.

Die Verbindungen in dieser Auflistung sollen einen ersten Eindruck vermitteln, wie eine solche Verknüpfung aussehen kann. Im Verlauf des Textes werde ich dann konkretere Beispiele vorstellen und immer wieder auf verschiedene Bereiche verweisen.

Das Hauptproblem dieses Ansatzes besteht für mich jedoch darin, dass eine Identifikation mit den Themen der Fachbereiche nicht unbedingt gegeben ist, sodass es schwierig wird, deren Relevanz nachzuvollziehen. Weiterhin ist nicht geklärt, ob eine solche Fachbereichsauswahl ausreichend ist, um unsere Welt umfangreich zu beschreiben. Vielleicht muss es den Versuch geben, neue Fachbereiche zu gründen oder generell auf Fachbereiche zu verzichten. Davon möchte ich mich aber distanzieren.

II. Wie können Fragen motivieren?

Um eine bessere Identifikation mit den Themen zu ermöglichen, beschäftigt sich der zweite Ansatz damit, die Kategorien so zusammenzufassen, dass mit ihnen eine konkrete Frage gelöst werden kann.

Während Begriffe wie Physik oder Chemie keine Involviertheit mit dem Thema voraussetzen, geben uns Fragen die Möglichkeit, sich mit dem Fragesteller zu identifizieren. Dadurch fällt es uns wesentlich einfacher, bestimmte Antworten mit den Bereichen zu verbinden. Wenn wir wissen wollen, was ein Lebewesen ausmacht, wenden wir uns an die Biologie. Wenn wir herausfinden wollen, welche Rhetorik ein Text anwendet, dann zur Literaturwissenschaft.

Die Verknüpfung von Fragen und Wissen kann aber auch vollkommen neue Bereiche ansprechen. Das Wissen wird dadurch nicht mehr nur den einzelnen Fachbereichen zugeordnet, sondern vielmehr den einzelnen Fragestellungen. Doch bald bemerken wir, dass immer ein gewisser Ballast an Erklärungen mitschwingt. Immer wieder erklären wir beispielsweise, was Atome sind. Dies führt dazu, dass wir mit weiteren Fragen ergründen, woher dieser Ballast stammt. Man fängt damit an, die Fragen in Kategorien zu sortieren und bemerkt bald darauf, dass man dadurch zu Bereichen gelangt, die den traditionellen Kategorien entsprechen. Die Bereiche, die wir aus den Fragestellungen entwickelt haben, führen also dazu, dass wir mit steigender Komplexität, immer weniger über den Ursprung der Antwort erklären müssen.

Unser zweiter Ansatz führt uns also wieder zurück zu den ursprünglichen Begriffen, nur bleibt diesmal die Fragestellung erhalten, die uns motiviert hat, überhaupt damit anzufangen. Was jetzt noch fehlt, ist eine klare Gliederung dieser Fachbereiche.

III. Welche Fragen beantworten die Fachbereiche?

Hier setzt meine Entscheidung an: Ich möchte auf Grundlage des ersten Ansatzes die bestehenden Begriffe weiterverwenden und ihre Abhängigkeit zueinander stärker herausarbeiten, aber nutze die Konzentration des zweiten Ansatzes auf Fragen, um die persönliche Motivation an den Fachbereichen zu verbessern. Auf dieser Grundlage entsteht auch die Gliederung des Textes.

Die Reihenfolge orientiert sich an einer steigenden Komplexität der Fachbereiche, die sich dadurch auszeichnet, dass immer mehr Elemente vorausgesetzt werden.

Weiterhin sind in meiner Einteilung Bildung und Kommunikation eigene Hauptbereiche, weil sie eine Vielzahl meiner Alltagserlebnisse abdecken und ich sie aus diesem Grund ausführlicher betrachten möchte.

Mit der Zeit verliert jedoch jedes System an Bedeutung, weil neue Informationen eine andere Herangehensweise erfordern. Aus diesem Grund ist diese Liste unvollständig und wird erweitert oder verändert werden, je nachdem ob sich weitere Erkenntnisse einfügen lassen oder nicht.

Wie möchte ich diesen Text schreiben? Was ist ein Status?

Nachdem geklärt ist, mit welchen Fachbereichen ich mich auseinandersetze, möchte ich nun näher darauf eingehen, wie ich innerhalb der einzelnen Bereiche arbeite, um meinen Text zu vervollständigen.

Dabei steht für mich im Vordergrund, dass ich zunächst einmal Fragen sammle, die immer und immer wieder innerhalb des Fachbereichs besprochen werden. Diese grundlegenden Fragen sind für mich die wesentlichen Gliederungspunkte des Textes. Im Anschluss versuche ich, diese so konkret wie nur möglich zu beantworten, damit dieser Text auch als Nachschlagewerk dienen kann.

Sobald ich eine umfangreiche Sammlung an Fragen erstellt habe, versuche ich nachzuvollziehen, welche dieser Fragen für eine Einführung zuerst beantwortet werden müssen, damit man sich den Bereich so gut und schnell wie möglich selbst erschließen kann. Dabei lässt sich natürlich sehr gut darüber streiten, welche Sortierung am besten funktioniert. Ich werde jedoch in den meisten Fällen versuchen zu erklären, warum die Fragen an dieser Stelle im Text auftauchen. Der Anfang jedes Fachbereichs ist zum Beispiel vor allem durch eine Selbstrechtfertigung gekennzeichnet (Was ist der Fachbereich und warum ist er vorhanden?), weil es mir wichtig erscheint, nachzuvollziehen, was und warum etwas gemacht wird, bevor man sich darauf einlassen kann, die einzelnen Fachbereiche genauer verstehen zu wollen.

Genereller betrachtet, gibt es drei wesentliche Herangehensweisen, nach denen ich die Fragen sortiere: 1. Ich sortiere die Fragen nach den wenigsten gedanklichen Voraussetzungen, sodass ich mit den einfachsten Vorstellungen beginne. 2. Ich sortiere die Fragen nach den meiner Ansicht nach besten Voraussetzungen, um andere Fragen zu verstehen, sodass ich mit den Vorstellungen beginne, die den meisten Einfluss auf andere Ansichten haben. 3. Ich sortiere die Fragen nach wissenschaftlichen Fragebögen und sortiere die Fragen danach, welche Auffassungen am meisten diskutiert werden. Diese drei Herangehensweisen lassen sich leider nicht kombinieren. Aber ich versuche mein Bestes, um auf diese Art und Weise den wichtigsten Erkenntnissen effizient näher zu kommen.

Ein weiteres Element bei der Strukturierung der Fragen besteht für mich darin, dass ich eine Selbsteinschätzung treffe, wie weit ich bisher in meinen Untersuchungsbemühungen gekommen bin. Dieses Status steht direkt nach einer Frage und gibt eine Übersicht darüber, woran ich gerade arbeite und wie ich über meine bisherigen Ausarbeitungen denke. Diese Methode habe ich durch den Blogger Scott Alexander3 kennengelernt, der seine Beiträge häufig mit einer kurzen Selbsteinschätzung beginnt, um Interessenkonflikte zu vermeiden, Menschen über mögliche unangenehme Inhalte zu informieren oder die eigene Wissensgrundlage deutlich zu machen.

Meine Statusangaben folgen keiner klaren Hiearchisierung. Es soll allerdings deutlich werden, dass zum Beispiel die Konstruktion einer Überzeugung als wesentlich schwächer betrachtet werden muss, als eine klare mit mehreren Quellen belegte Darstellung verschiedener Positionen mit einer anschließenden Diskussion über eine konkrete Entscheidung. Vordergründig besteht mein Ziel darin, Statusangaben dort zu machen, wo ich denke, dass eine solche Information sinnvoll angebracht werden kann und einen besseren Zusammenhang liefert.

Mein Ziel besteht darin, dass ich alle Fachbereiche so gut verstehe, dass ich irgendwann diesen Text nicht mehr brauche. Bis dahin sind diese Grundlagen allerdings das wichtigste Werkzeug meiner Erkenntnis, weil sie es mir ermöglichen, in Textform eine Diskussion mit mir selbst zu führen.

Wie helfen Fragen bei der Wissenssuche?

Wie im vorherigen Kapitel beschrieben, besteht meine Herangehensweise darin, Fragen zu sammeln, selbstständig zu formulieren und anschließend den Versuch zu unternehmen, sie zu beantworten. Für mich steht dabei vor allem im Vordergrund, dass ich anderen meine eigene Wahrnehmung zugänglich mache. Um jedoch dieses Ziel zu erreichen, muss ich erstens klären, was Fragen für mich sind und wie Antworten auf diese Fragen Bedeutungen vermitteln, die wiederum von anderen interpretiert werden können und ich muss zweitens erläutern, wie ich überhaupt Fragen beantworte, damit man meine Antworten besser verstehen kann.

I. Was sind Fragen? Was sind Antworten?

Fragen sind Ausdrücke, die (1.) die Unvollständigkeit einer Information vermitteln und (2.) pragmatisch eine Aufforderung zur Vervollständigung beinhalten.

Wenn ich eine Frage stelle, möchte ich deshalb meist deutlich machen, dass ich eine allgemeinere Information besitze und weiß, dass diese Information bisher unvollständig ist. Gleichzeitig drücke ich die Aufforderung aus, dass mir mein Gesprächspartner dabei helfen soll, meine geäußerte Frage zu beantworten. Nehmen wir diese Beispielfrage: "Wie ist dein Name?" Ich weiß, dass Individuen einen Namen besitzen können, aber ich weiß nicht, wie der Name meines Gegenübers ist. Aus diesem Grund stelle ich eine Frage, damit mir mein Gegenüber dabei hilft, diese Information durch eine Antwort zu ergänzen. Solche Fragen bezeichne ich als Wissensfragen.

Bei Kontrollfragen weiß der Fragesteller die Antwort, löst allerdings im Gesprächspartner einen Denkprozess aus, der dazu führen soll, dass dieser ebenfalls zu einer Auflösung der Unvollständigkeit der Fragestellung gelangt.

Bei suggestiven Fragen ist dem Fragesteller eine bestimmte Antwort wichtiger als andere Antworten. Ein Beispiel für eine suggestive Frage ist die gehäufte Wiederholung derselben Fragen, um dem Gesprächspartner zu vermitteln, dass man mit seiner Antwort nicht zufrieden ist.

Rhetorische Fragen sind Fragen, bei denen der Fragesteller eine Frage stellt, um eine bestimmte Emotion zu verdeutlichen. Der Fragesteller möchte nicht, dass die Frage vervollständigt wird, sondern seinem Gesprächspartner soll deutlich werden, dass sie einen bestimmten Zweck erfüllt. Aus diesem Grund halte ich rhetorische Fragen eher für Aussagen, da sie keine Aufforderung zur Vervollständigung beinhalten.

Nach dieser kurzen Darstellung verschiedener Frage- und Scheinfragetypen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich im weiteren Verlauf immer von Wissensfragen spreche, wenn ich das Wort Frage verwende und es nicht anders kennzeichne.

Antworten sind Ausdrücke, die Fragen durch konkrete Informationen vervollständigen können. (Im Beispiel: "Mein Name ist Lisa.") Informationen wiederum sind Wissenseinheiten (Wissen wird über Informationen ausgedrückt), haben einen beliebigen Umfang (sie müssen mindestens eine Sache beinhalten, aber können theoretisch unendlich viele beinhalten) und machen einen Unterschied deutlich, da sie angeben wie eine Sache von einer anderen Sache abweicht. Diese andere Sache ist ein Standardzustand, da diese Sache für einen bestimmten Kontext vorausgesetzt werden und nicht in der Information als solcher vorhanden sein muss.

Auf der Wahrnehmungsebene bedeutet das: Ein schwarzer Punkt auf einer Wand ist nur sichtbar, wenn der Standardzustand (der Wand) "weiß" ist. Wäre die Wand ebenfalls schwarz, dann wäre die Information verloren, da der schwarze Punkt nicht mehr wahrnehmbar ist.

Im Beispiel auf der Sprachebene: Der Ausdruck "Name" beinhaltet unterschiedliche Konzepte über Referenzierungen, aber ist in meinem Wissen für ein bestimmtes Individuum ohne Inhalt ("Ich weiß, dass Individuen Namen besitzen, aber für ein bestimmtes Individuum kenne ich den Namen nicht."). Die Information des Namens eines bestimmten Individuums ist unvollständig. Der Name des Individuums (Lisa) ist jedoch ein Unterschied, weil der Name auch anders sein könnte oder es überhaupt keinen Namen geben muss. Ein solcher Nullzustand (die Nichtexistenz) ist für mich in diesem Fall auch der Standardzustand, da wir ansonsten nicht dazu in der Lage wären, so etwas wie einen Namen bestimmen zu können.

Auf der Wahrnehmungsebene lässt sich damit jedoch nicht argumentieren, da sich dort die Nichtexistenz darüber auflöst, dass sie in anderen Wahrnehmungen aufgeht (Materie und Form einer Sache lassen sich nicht mehr von anderen unterscheiden). Wir können demnach nicht wissen, ob ein idealer schwarzer Punkt auf einer idealen schwarzen Wand existiert, da es keine Möglichkeit gibt, dies zu überprüfen, weil unsere Wahrnehmung ihn nicht erkennen kann. Wir können natürlich dennoch behaupten, dass der schwarze Punkt trotz fehlender sichtbarer Unterschiede auf der schwarzen Wand existiert, dann jedoch nicht mehr auf der Wahrnehmungsebene, sondern auf der Sprachebene. Wir gehen dann davon aus, dass der Punkt existiert, weil wir über Sprache etwas ausformulieren können, was auch anders sein könnte.

Auf der Sprachebene können wir also sagen, dass der Standardzustand immer das Nichtvorhandensein oder die Andersartigkeit einer sprachlichen Information sein kann. Die Antwort "Mein Name ist Lisa" ist dann vor allem deshalb nur eine mögliche Antwort auf die Frage "Wie ist dein Name?", weil es möglich ist "Lisa" durch andere sprachliche Ausdrücke zu ersetzen. Wenn es aber kein Konzept von Name gibt, das sich in irgendeiner Weise von etwas anderem unterscheidet, dann ist es unmöglich, die Frage zu beantworten. Ein mögliches Beispiel dafür wäre: Was ist das für ein X? Da X gerade etwas bezeichnet, das kein Konzept besitzt (wie eine beliebige Aneinanderreihung von Buchstaben: "Casocnojascsa"), kann die Frage nicht beantwortet werden. Da wir als Menschen nicht alle Konzepte unseres Gegenübers kennen, können wir dementsprechend auch nicht alle Fragen beantworten. Dasselbe gilt auch für Begriffe aus anderen Sprachen.

Ein Ausdruck ist ein sprachliches Konstrukt beliebiger Form und beliebigen Umfangs, und damit der Versuch überhaupt eine Sache über Sprache fassbar zu machen. Jeder Wortteil, jedes Wort, jede Wortgruppe, jeder Satz, jeder Absatz, jeder Paragraph, jeder Text im engeren und weiteren Sinn (Filme, Computerspiele und weitere Medien) sind Ausdrücke. Ein Ausdruck ist damit das Ergebnis einer Übersetzung der Wirklichkeit in eine Sprache. Eine Sprache bezeichnet für mich in diesem Zusammenhang lediglich ein System zur Kommunikation zwischen Individuen.

Um herauszufinden, welche Informationen von einer Frage verlangt werden, muss man ein Verständnis für den gesamten Ausdruck entwickeln. Eine Frage wie „Peter kommt heute?“ ist rein syntaktisch und semantisch nicht verständlich, da die Position der Wörter und die Bedeutung der Einzelwörter nicht mit einer unvollständigen Information einhergehen. Vielleicht ließe sich eine semantische Funktion des Fragezeichens ableiten, aber eigentlich liegt das Verständnis der Frage in der Phonologie und damit in der Betonung. „Peter kommt heute?“ oder „Peter kommt heute?“ oder „Peter kommt heute?“ Aus diesem Grund ist es notwendig, die Frage auch pragmatisch zu verstehen, da sonst eine Mehrdeutigkeit auftritt und die Beantwortung der Frage unterschiedlich ausfallen kann.

Innerhalb dieses Textes werden Ausdrücke vordergründig in der Form von umformulierten Was-, Warum-, Wofür- und Wie-Fragen gestellt, da diese Fragetypen eher eine umfangreiche Auseinandersetzung mit einer Thematik erlauben. Wie schon vorher angemerkt, dient die Frageform dazu, das Interesse für die Lösung eines Problems zu steigern, indem wir uns in den Fragesteller hineinversetzen können (Wie möchte ich Wissen sortieren? / II). Die genannten Fragetypen haben die allgemeine Form einer W-Frage (Fragewort + Situationsinformationen?).

Bevor ich jedoch die Frage danach, wie ich eine Frage beantworte, beantworten kann, gibt es eine Reihe von zusätzlichen Informationen, die für die Beantwortung der Frage wichtig sind. Zum Beispiel: Warum möchte jemand überhaupt wissen, was, warum oder wofür X ist? Wie viel Zeit hat die Person? Wofür braucht sie diese Information? Und welches Vorverständnis kann ich voraussetzen? Diese Fragen möchte ich kurz naiv besprechen.

Da ich grundsätzlich von mir selbst als der Person ausgehe, die den Text lesen und bewerten wird, sehe ich die Frage nach dem Warum zunächst einmal als Selbstvergewisserung der eigenen Vorstellungen. Jeder, der den Text liest, soll sich fragen, was er unter einem bestimmten Ausdruck oder einem bestimmten Konzept versteht und ihn mit den Ausführungen vergleichen.

Mir geht es weiterhin darum, so viele Informationen so strukturiert und sinnvoll wie möglich einzubringen, um darüber eine vollständige Transparenz meiner Gedanken zu ermöglichen. Aus diesem Grund rechne ich mit einem größeren Zeitaufwand und einer damit einhergehenden intensiven Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass man unbegrenzt Zeit hat, stelle das Wichtigste aber dennoch immer an den Anfang.

Ich selbst brauche die vorgestellten Informationen, um mich hinterfragen und verbessern zu können. Nur wenn ich ganz klar ausformuliere, von was ich überzeugt bin, kann ich bewusste Änderungen an diesen Vorstellungen vornehmen. Würde ich sie nicht ausformulieren, bestünde die Möglichkeit, dass ich etwas vergesse, etwas unterschwellig verändere oder mich nicht mehr bewusst, mit all meinen Argumenten auseinandersetze. Natürlich kann ich diese Gefahr niemals vollständig verhindern, aber ich kann sie durch diesen Text minimieren.

Zuletzt besteht noch die Frage nach dem Vorverständnis. Ich möchte den Text so formulieren, dass jede Frage so beantwortet wird, dass auch jemand, der sich bisher nur die vorherigen Fragen angeschaut hat, damit etwas anfangen kann. Das ist auch das generelle Ziel, das ich mit diesen Grundlagen verfolge. Natürlich kommt man nicht darum herum, Wörter einzuführen und diese mit einem konkreten Inhalt zu füllen. Mein Ziel besteht aber darin, soweit es geht, alltagssprachliche Wörter zu verwenden, um das Gefühl eines Gesprächs aufrecht zu erhalten, da ich auch nicht davon ausgehen kann, dass ich selbst immer verstehe, was ich mit bestimmten Ausdrücken gemeint habe.

II. Wie beantworte ich Fragen?

Ich beantworte Fragen, indem ich Antworten formuliere, die in so wenigen Schritten wie möglich, die aus der Frage geforderten konkreten Informationen liefern.

Was-Fragen beantworte ich, indem ich die Eigenschaften der gegebenen Situation expliziere, die Wörter und Begriffe aufgreife und sie anschließend konkretisiere.

Warum-Fragen beantworte ich, indem ich Gründe dafür angebe, weshalb sich eine bestimmte Situation ergeben hat (meist über Weil-Sätze). Weil-Sätze behaupten eine kausale Verbindung zwischen zwei Aussagen.

Wofür-Fragen beantworte ich, indem ich das Ziel oder die Folgen verdeutliche, die eine bestimmte Situation antreiben. Wofür-Fragen lassen sich auch durch Weil-Sätze beantworten, da sich Gründe auch auf ein Ziel beziehen können.

Wie-Fragen beantworte ich, indem ich entweder den Prozess beschreibe, der zu einer Situation geführt hat oder ein Gefühl nenne, das eine bestimmte Situation näher beschreibt. Es ist nicht immer ganz klar, welche Wie-Form verlangt wird.

Meistens ist es so, dass ich eine konkrete Antwort auf eine Frage gebe und dann versuche, diese Antwort genauer zu beschreiben. Häufig argumentiere ich dabei gegen etwas Bekanntes, um die Unterschiede und Probleme klarer herauszuarbeiten. Beweise anhand von Beispielen und empirischen Überprüfungen (Studien) bewirken, dass eine Antwort an Bedeutung gewinnen kann. Die Bedeutung ist der Verweis eines Konzepts auf etwas, das mit unserer Wahrnehmung oder unserer Welt kausal verbunden ist.

Anmerkungen

  1. Aus dem Buch: Heiner Rank - Die Ohnmacht der Allmächtigen (1973). ↩︎
  2. N. G. stirbt bei einem Verkehrsunfall; zu der Zeit eine 19-jährige Frau. ↩︎
  3. Scott Alexander schreibt auf Slate Star Codex ↩︎

Literatur