Ethik

2019-06-08 History Videos

Die Ethik als Teilbereich der Philosophie beschäftigt sich mit den Handlungen und Entscheidungen von Individuen innerhalb von Gemeinschaften. Im folgenden Text möchte ich Fragen vorstellen, die das Denken über die Ethik als Ganzes geprägt haben und deshalb als Metaethik begriffen werden können.

(Ewigkeitsvorwurf) Bevor man sich der Ethik widmet, sollte man sich über die Funktionsweise von Fragen und Antworten innerhalb der Philosophie bewusst werden. Antworten sind dabei mögliche Positionen, die von Personen eingenommen werden, um Wirklichkeit ausreichend für einen bestimmten Anlass zu beschreiben. Eine philosophische Untersuchung ist jedoch nicht daran interessiert, nur eine mögliche Antwort zu finden, sondern den gesamten Möglichkeitsraum verschiedener Antworten zu untersuchen.

Allerdings gibt die Kritik, dass philosophische Positionen vordergründig absolute und damit ewige Antworten propagieren und damit eine Verkürzung der Wahrheit darstellen. Ein solcher Vorwurf basiert auf der angenommenen Eigenschaft unserer Welt, nicht absolut wahre Aussagen produzieren zu können, da unsere Welt eine unbestimmbare Komplexität besitzen könnte, die nicht abschließend von der eingeschränkten Wahrnehmung eines Menschen erfassbar ist. Bei der Suche nach Wahrheit entstehen demnach immer Ungenauigkeiten, eine gewisse Nebulösität. Dieses Konzept wird dann als Ausgangspunkt gewählt, um ethische Systeme als zu konkret zu bezeichnen, da sie die Unklarheiten zu wenig in sich selbst integrieren.

Ich halte das für ein Strohmann-Argument, da ich davon ausgehe, dass die Ethik und die Philosophie insgesamt diese Unsicherheiten in ihren Antworten häufig mitbedenken. Die Philosophie möchte aber gleichzeitig auch einer Antwort näherkommen und nutzt dafür möglicherweise eine Sprache, die alternativlos erscheint, um damit meiner Ansicht nach eine Opposition deutlicher für sich selbst herausarbeiten zu können. Dies wäre mein Verteidigungsversuch, warum philosophische Aussagen häufig so absolut klingen. Ich kann die vorgebrachte Kritik dementsprechend zum Teil nachvollziehen, aber eben nur als Kritik an der Kommunikation und nicht genereller als Kritik an den philosophischen Positionen.

(Ethik und Moral) Als erste Aufgabe innerhalb der Ethik möchte ich nach dem Unterschied zwischen Ethik und Moral fragen, da diese Begriffe häufig auch synoynm gebraucht werden und es damit zu Verwirrungen kommen kann, wenn sie dann doch getrennt werden. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, wenn die Begriffe austauschbar verwendet werden, da die Ethik sehr stark darum bemüht ist, vor allem eben moralische Fragen zu klären. Dennoch erscheint es mir wichtig, diesen Unterschied herauszuarbeiten, weil ich meine Fragestellungen besser sortieren möchte.

Der Unterschied zwischen Ethik und Moral besteht für mich darin, dass sich die Ethik mit allen Fragen zu Handlungen und Entscheidungen beschäftigt, während sich die Moral konkret auf diejenigen Fragen innerhalb der Ethik bezieht, die sich damit beschäftigen, was die richtige Handlung und Entscheidung ist bzw. sein sollte. Richtige Handlungen und Entscheidungen müssen dabei gewisse Bedingungen (Standards, Normen) erfüllen, da sie nur in diesen Fällen richtig sein können, und sie müssen einen höheren Wert als andere mögliche Antworten besitzen, da innerhalb der Realität eine Handlung oder Entscheidung irgendwann als Umsetzungsvariante ausgewählt werden muss und nicht beliebig aufgeschoben werden kann. Erfüllt man diese Voraussetzungen, dann handelt man moralisch. Im Gegensatz dazu können sich ethische Fragen damit beschäftigen, was überhaupt unter Gerechtigkeit oder dem Guten zu verstehen ist, ohne darauf eingehen zu müssen, was nun konkret die richtige Handlung in einer Situation auszeichnet.

(Deskriptive, präskriptive, normative Aussagen) Innerhalb dieser Diskussion werden verschiedene Begriffe benutzt, um auf moralische Aussagen zu verweisen. Deskriptive Aussagen unterscheiden sich von moralischen Aussagen dadurch, dass sie bestimmen, wie etwas ist. Präskriptive, normative und moralische Aussagen sind hingegen darauf ausgerichtet, zu sagen, wie etwas Bestimmtes sein sollte oder sein muss. Es gibt keine klare Unterscheidung zwischen präskriptiven, normativen und moralischen Aussagen. Allerdings ist es möglich, dass eine präskriptive oder normative Aussage sich nur darauf beziehen kann, dass eine Handlung bestimmte Bedingungen erfüllen muss, ohne dieser damit einen höheren Wert zuzuweisen. Zum Beispiel: Man muss 100 m laufen, um einen 100-Meter-Lauf zu absolvieren. Um dagegen die Moral eines Individuums näher zu bestimmen, wird danach gefragt, was die Bedingungen (Standards, Normen) dafür sind, dass es richtig handelt und inwiefern diese Normen einen höheren Wert als die Alternativen besitzen.

(Gemeinschaft) Eine mögliche Antwort und in den meisten Fällen die Standardantwort1 darauf lautet, dass Moral vor allem beinhaltet, dass man sich an die Regeln einer Gemeinschaft (vor allem der Gemeinschaft, in der man lebt) halten sollte. Moralisch zu sein, erfüllt in diesem Fall also die Bedingung, in Übereinstimmung mit den Regeln der eigenen Gemeinschaft zu leben. Ich handle also moralisch, wenn ich die Regeln einer Gemeinschaft beachte und mein Leben danach ausrichte. In einer stärkeren Ausrichtung lässt sich diese moralische Vorstellung als Kollektivismus oder Kommunitarismus bezeichnen.

Eine damit zusammenhängende Frage besteht darin, ob man sich generell an die Regeln seiner Gemeinschaft halten sollte oder ob es Ausnahmen geben darf?2

Wenn man sich zum Beispiel eine Gemeinschaft vorstellt, in der rituelle Menschenopfer stattfinden, weil diese durch ihren traditionellen Charakter die Gemeinschaft zusammenhalten, dann führt das dazu, dass die moralische Perspektive der Gemeinschaft vielleicht im starken Gegensatz zum Wohl einzelner Menschen steht.

Daraus ergeben sich gleichzeitig Fragen darüber, wie sich Moralvorstellungen von einer strikten Gesetzestreue abgrenzen können und ob sie das sollten. Strikte Gesetzestreue meint die Einhaltung und Durchsetzung aller Regeln einer Gemeinschaft, ohne darüber nachzudenken, welche Folgen eine solche Einhaltung nach sich zieht.

(Individuum) Eine andere Antwort auf die Frage nach den Bedingungen besteht darin, zu sagen, dass alles moralisch ist, was mir selbst hilft, weil damit die Bedingung erfüllt wird, dass ich danach handle, was mir selbst am meisten hilft oder die Umsetzung meiner eigenen Werte maximiert (Egoismus). Hier kann gefragt werden, ob die Maximierung meiner Werte bereits beinhaltet, dass ich aufgrund von Widerstand in einer Gemeinschaft weiß, dass sie nicht umsetzbar sind oder nicht.

Im nächsten Teil dieser Seite möchte ich näher darauf eingehen, welche Fragen sich in Bezug auf die Beschaffenheit von moralischen Bedingungen oder Normen ergeben.

(Überprüfbarkeit) Eines der zentralen Probleme innerhalb der Ethik beschäftigt sich mit der Frage, ob die Bedingungen, die unser moralisches Handeln lenken, aus der Natur, unserer Wahrnehmung oder irgendeiner anderen überprüfbaren Informationsquelle heraus hergeleitet werden können und damit in den Bereich des Überprüfbaren fallen. Wenn man die Bedingungen nämlich nicht aus der Natur herleiten kann, dann muss man sich fragen, was das Verständnis von richtigem Handeln sonst bedingt? Woher kommt das Verständnis von einem Sollen oder Müssen? Bei dieser Frage spielen besonders der naturalistische Fehlschluss von Moore und die Sein-Sollen-Dichotomie von Hume eine große Rolle. Ersterer besagt, dass etwas nicht dadurch gut wird, weil es in der Natur vorkommt. Wer zum Beispiel behauptet, dass etwas gut ist, weil es angenehm ist, hat noch nicht nachgewiesen, warum alles, das angenehm ist, gut sein soll. Zweitere besagt, dass ein Übergang von Aussagen über die Welt hin zu Aussagen, wie die Welt sein sollte, eine Erklärung benötigen, um gerechtfertigt zu sein.

Eine Rechtfertigung ist für mich eine vollständige Begründung einer Handlung. Vollständigkeit meint hier, dass die Begründung für eine bestimmte Situation nicht mehr weiter begründet werden muss. Aus diesen Definitionen heraus entstehen Fragen darüber, wann eine Handlung als gerechtfertigt betrachtet werden kann, also ab wann genügend Begründungen geliefert wurden, die jemandem verständlich machen, warum eine Handlung angemessen und schlüssig erscheint.

All diese Erklärungsversuche zielen darauf ab, die eigenen Vorstellungen verständlich zu machen, sie in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit hin zu beschreiben.

Eine mögliche Antwort auf das angesprochene Herleitungsproblem und demnach die Überprüfbarkeit ist der Kognitivismus, der davon ausgeht, dass eine Herleitung möglich ist und die Bedingungen dementsprechend in der Welt erkennbar sind. Eine andere Antwort ist der Nonkognitivismus. Dieser geht davon aus, dass die Herleitung nicht möglich ist, weil die Bedingungen keine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit besitzen oder benötigen und auch nicht über Experimente oder logische Beweise nachgewiesen werden können.

Ich würde mich selbst als Kognitivisten bezeichnen, da ich davon ausgehe, dass bestimmte Bedingungen in der Welt erkennbar sind und dass die Sein-Sollen-Dichotomie überwunden werden kann. Für mich begründen Gefühle Handlungen und leiten damit das Sollen aus dem Sein ab. Gefühle sind Rechtfertigungsgründe (sie können als Übereinstimmungspunkt in Diskussionen zwischen Individuen dienen), aber sie sind ebenfalls natürliche Phänomene, die durch bestimmte äußere Einflüsse entstehen. Das unangenehme Gefühl Hunger ist für mich zum Beispiel die Begründung dafür, warum Menschen von einem Anspruch auf Nahrung überzeugt sind. Im Gegensatz dazu gehe ich jedoch nicht davon aus, dass sich eine ganz konkrete Lebensweise aus der Natur heraus ergibt, sondern dass diese Lebensweise lediglich durch bestimmte Umwelteinflüsse geprägt wurde. Der Fakt, dass uns Umwelteinflüsse prägen, führt dazu, dass zwar kein bestimmtes moralisches Verständnis in allen Menschen gleichermaßen vorhanden sein muss (was mich tendenziell zu einem moralischen Relativismus führt), aber dieselben moralischen Vorstellungen unter denselben Bedingungen auftreten, wenn es keinen Zufall gibt (ich schließe Zufall aus, da dieser im Konflikt mit der Kausalität steht, da in einer Kette von Ereignissen nicht klar ist, wann Zufall wie eingreifen soll).

(Existenz) Ein damit zusammenhängendes für mich allerdings eher untergeordnetes Problem beschäftigt sich mit der Frage, ob die Bedingungen über das Subjekt hinaus in der Welt existieren oder in einer geringfügig anderen Formulierung: ob sie unabhängig vom Subjekt vorhanden sind. Für mich ist diese Frage untergeordnet, weil nicht geklärt ist, was eine Existenz oder ein Vorhandensein in der Welt genau bedeutet oder was innerhalb und außerhalb des Subjekts sein soll. Wenn man sich die Bewertung moralischer Aussagen anschaut, möchte man ungefähr klären, ob es etwas objektiv Absolutes gibt, auf das man seine Moral stützen kann (Realismus) oder ob das Moralverständnis subjektiv und demnach von ähnlich agierenden Individuen abhängig ist (Antirealismus).

Für mich bedeutet der Begriff Existenz eine Manifestation im materiellen Raum und damit eine Veränderbarkeit durch physikalische Kräfte. Existenz kann aber auch als intersubjektive Erscheinung aufgefasst werden. Die Frage nach der Existenz von moralischen Werten in der Welt verkompliziert für mich damit eher das Verständnis von einem Richtig und Falsch, anstatt es besser zugänglich zu machen.

Dennoch würde ich mich selbst wahrscheinlich am ehesten als antirealistischen Kognitivisten bezeichnen, weil ich trotz der Erkennbarkeit von moralischen Werten in der Welt durch Gefühle davon überzeugt bin, dass diese Werte in ihrer konkreten Ausprägung nicht für jeden gleichermaßen gültig sind, sondern durch viele Einzelfaktoren im Leben der spezifischen Individuen geprägt sind. Ich distanziere mich dabei von dem Begriff des moralischen Fakts, da dieser in gewisser Weise impliziert, dass er in jedem Menschen auf dieselbe Weise wirkt. Wenn man aber zum Beispiel ein eingeschränktes Empfinden besitzt, können bestimmte Handlungen für einen selbst moralisch werden, die für andere in derselben Situation unmoralisch sind. Man könnte zum Beispiel länger bestimmte normalerweise schmerzhafte Situationen aushalten, weil sie einen nicht in derselben Weise stören oder verletzen.

Da dieselbe Situation aber auch so betrachtet werden kann, dass dieselben Bedingungen dieselben moralischen Urteile nach sich ziehen (also dass jeder Mensch, der ein eingeschränktes Empfinden besitzt, in denselben Situationen genauso handeln würde), könnte man mit demselben Beispiel aber auch für eine realistische Perspektive argumentieren, in der alle moralischen Werte bereits von der Natur beansprucht sind und man sie nur für sich selbst entdeckt. Ich halte beides für korrekt und halte die Existenzfrage und die Unterscheidung in Realismus und Antirealismus deshalb für nicht so relevant.

Generell könnte die gesamte Metaethik als unwichtig erachtet werden, wenn sie nicht zu konkreten Antworten beiträgt, sondern nur Probleme aufzeigt, die in der alltäglichen Wahrnehmung kaum eine Rolle spielen. Ich denke jedoch, dass die Metaethik in vielen Situationen dazu beiträgt, ein Verständnis davon zu erhalten, wie mit bestimmten Begriffen umgegangen werden sollte. Der Umgang mit diesen Begriffen führt dann wiederum dazu, ein besseres Verständnis davon zu erhalten, was überhaupt in den einzelnen Situationen angeschaut wird, um zu bestimmen, was richtig und was falsch ist.

Normative Ethik

Im Bereich der Ethik besteht eine weitere wichtige Frage darin, was angeschaut werden sollte, um individuelles Handeln entsprechend einer bestimmten Moralvorstellung zu beurteilen. Dieser Teil der Ethik nennt sich normative Ethik, weil damit die Werte und Regeln beschrieben werden, die ein Individuum anwendet, um konkrete moralische Fragestellungen zu beantworten. Die beiden großen Antworten auf diese Frage sind: die Handlung selbst (in der Pflichtethik, Deontologie genannt) oder die aus der Handlung entstehenden/entstandenen Folgen (in der Folgenethik, Konsequentialismus).

Beide Antworten sind jedoch miteinander verbunden, da die Begründung, warum eine Handlung gerechtfertigt ist, immer auch beinhaltet, welche Wirkung eine Handlung in allen Situationen nach sich zieht, was die genaue Trennung zwischen Deontologie und Konsequentialismus insgesamt eher schwierig gestaltet. Die Pflichtethik setzt zum Beispiel voraus, dass die Pflicht normalerweise zu besseren Folgen führt, als wenn die Pflicht nicht befolgt wird. Deshalb, so könnte man argumentieren, ist es notwendig, der Pflicht zu folgen, um damit nicht vorhersehbare Folgen einzuschränken. Die Folgenethik antwortet darauf, dass die Pflicht dennoch in verschiedenen Anwendungen zu schlechteren Folgen führt und man deshalb eher nur auf die Folgen schauen sollte. Folgen sind aber nicht immer perfekt einschätzbar, sodass eine erwartete Folge vielleicht eintritt, aber eine unerwartete Folge ebenfalls. Aus diesen Gründen heraus kann man für beide Antworten argumentieren, meiner Meinung nach je nach dem, ob man davon ausgeht, dass Individuen dazu in der Lage sind, Folgen besser einschätzen zu können (Folgenethik) oder nicht (Pflichtethik).

Es besteht die Frage, ob es Handlungen gibt, die vollständig aus sich selbst heraus begründet werden können, ohne auf die Folgen zu verweisen, die eine solche Handlung auslöst. Wenn es so etwas gibt, dann hätte die Pflichtethik für mich selbst auch eine größere Relevanz. Ich habe allerdings Schwierigkeiten, mir eine solche Situation vorzustellen. Aus diesem Grund sind für mich immer nur die Folgen relevant, weil diese letztendlich für mich hinter jedem moralischen Urteil stecken.

Wenn das individuelle konkrete Handeln eines Menschen nicht bewerten werden soll, kann man genereller versuchen, festzustellen, ob die Bedingungen für richtiges Handeln in den entsprechenden Situationen selbst gegeben sind. Ein solcher Versuch besteht zum Beispiel darin, den Charakter einer Person zu beurteilen (Tugendethik). Oder darin, die Institutionen seiner Umgebung zu beurteilen und dahingehend zu beschreiben, welche Handlungen sie zulassen, um somit die Funktion der Ethik in diesen Institutionen beschreiben zu können (Systemtheorie).

Weiterhin muss geklärt werden, ob unsere Moral unsere Handlungen bestimmt und damit unsere Entscheidungen lenkt oder ob uns Moral lediglich dabei hilft, unsere Entscheidungen besser zu verstehen und damit ein nachgeordneter Systematisierungsprozess ist.

Handlungen und Entscheidungen sind in einer ähnlichen Fragestellung grundsätzlich mit einer Vorherbestimmtheit (Determinismus) vereinbar, indem man zum Beispiel davon ausgeht, dass auch die Illusion einer freien Handlung von äußeren Aspekten beeinflusst wird. Diese äußeren Aspekte sind unter anderem auch die ethischen Vorstellungen einer Gesellschaft. Dadurch kann man sich aus einer deterministischen Sicht zwar nicht direkt dafür entscheiden, welchen ethischen Grundsätzen man folgt. Aber dass man bestimmten Grundsätzen folgt, wird durch Vorherbestimmtheit nicht ausgeschlossen. Aus diesem Grund ist die Beschreibung der Grundsätze dabei behilflich, Menschen zu überzeugen, über ihre Grundsätze nachzudenken und diese Grundsätze darüber indirekt zu beeinflussen.

Die normative Ethik ist für mich immer noch Bestandteil der Metaethik, weil sie sich mit abstrakteren Beispielen und Fragestellungen beschäftigt. Häufig wird die normative Ethik aber unabhängig von der Metaethik betrachtet, weil sie bereits Beispiele für die Bedingungen eines richtigen Handelns anführt.

Angewandte Ethik

Im Gegensatz dazu steht die angewandte Ethik, die eine konkrete Frage in Bezug auf das Handeln in einer bestimmten Situation stellt und versucht, darauf aufbauend eine allgemeingültige Antwort zu erarbeiten.

Anmerkungen

  1. Ich spreche hier von einer Standardantwort, weil sich moralische Debatten in vielen Fällen damit beschäftigen, wie das eigene Leben in Bezug auf das gemeinschaftliche Leben ausgerichtet werden soll oder wie Gemeinschaften überhaupt funktionieren können. Selbst andere Antworten beziehen sich häufig auf das Zusammenleben und nicht nur auf die Bedingungen für richtiges Handeln. ↩︎
  2. Platon beschäftigt sich zum Beispiel mit dieser Frage im Phaidon.[ref=] ↩︎

Literatur