Philosophiedidaktik

2019-04-10 History

Status: unfinished
Confidence: Zurzeit befinde ich mich wieder am Anfang meiner Auseinandersetzung mit verschiedenen fachdidaktischen Vorstellungen in Bezug auf die Philosophie, aber ich möchte mich nun wieder mit Artikeln auseinandersetzen und eine Vielzahl von Diskussionen wiederholen.

Didaktik: Wie kann man etwas lernen oder lehren?

Die Didaktik beschäftigt sich damit, wie ein Individuum sich selbst Wissen aneignen kann (lernen) oder wie es anderen das eigene Wissen vermitteln kann (lehren). Dabei besteht die grundlegende Frage, ob Lehre jemals möglich ist, da nicht überprüft werden kann, ob jemand etwas so verstanden hat wie jemand anderes.

Ziele: Was will man lehren und warum?

Wie in jeder Didaktik muss zunächst bestimmt werden, was überhaupt erreicht werden soll, damit darüber gesprochen werden kann, wie es erreicht werden kann. In einer Zielbestimmung werden das Wissen und die Fähigkeiten beschrieben, die eine Person am Ende des Lernens beherrschen soll.

Ich verstehe unter einer solchen Zielbestimmung aber immer auch eine Bestimmung der Gründe, da nur so für die Lernenden transparent gemacht werden kann, unter welchen Bedingungen das Gelehrte relevant ist. Leider wird die Bestimmung der Gründe häufig ausgelassen, weil die Gründe meist durch den Zwang vorgegeben werden, einem bestimmten Lehrplan gerecht zu werden. Oder man geht davon aus, dass die Gründe bereits offensichtlich sind. Gerade in der Bestimmung der Gründe steckt für mich allerdings das Wichtige der Bestimmung eines Ziels: die Einordnung in einen Anwendungskontext und damit in unsere Welt.

Bei der Bestimmung der Ziele für den konkreten Unterricht scheinen Gründe allerdings meist nur oberflächlich reflektiert zu werden, da der Bedingungsrahmen der Schule als erzwungene mit Hierarchien ausgestattete Lerninstitution einen starken Einfluss auf das Denken über das Lernen ausübt. Das soll hier nicht der Fall sein.

Ein Ziel kann auf verschiedene Weise bestimmt werden. Werner Wiater beschreibt den Ziel-Begriff in seinem Einführungsband "Ethik unterrichten" als Lernziele für Schülerinnen und Schüler:

"Ziele beschreiben, welche (Teil-)Kompetenzen der Schüler im Unterricht erreichen soll bzw. kann und auf welchem Anspruchsniveau. Ziele bestehen immer aus einem Inhaltsteil (z.B. 'die wichtigsten Argumente') und einem Verhaltensteil (z.B. 'aus einem gegebenen Text durch Markierung identifizieren')." (Wiater 2011, S. 172)

Ziele sollen darüber hinaus überprüfbar sein und ihre Erreichung soll anhand verschiedener Indikatoren festgestellt werden.

Die Ausrichtung auf Schüler ist auf Wiaters Anspruch im Buch zurückzuführen, vor allem Lehrerinnen und Lehrer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Und auch wenn ich die wesentlichen Punkte dieser Definition für gut halte und in meinen Ausführungen auf alle Menschen erweitern möchte, so gibt es dennoch einige Probleme die ich mit dieser Bestimmung habe und auf die ich gern eingehen möchte.

Zunächst sind die Unterschiede der Begriffe Lehrziel und Lernziel zu diskutieren. Beide Begriffe werden im Sprachgebrauch synonym verwendet, wobei ich jedoch den Begriff des Lehrziels bevorzuge, weil er den Fokus darauf setzt, was ich vorhabe und umsetzen möchte. Lernziele erwecken hingegen den Anschein, dass ich als Lehrperson sagen oder bestimmen könnte, was die Lernenden für sich selbst als wichtig anerkennen und lernen werden. Insgesamt ist diese Unterscheidung meiner Ansicht nach relativ unwichtig; sie spiegelt aber ein gewisses Verständnis gegenüber den Schülerinnen wider.

Anschließend besteht die Frage danach, inwiefern ein Lehrziel konkret überprüft werden kann. Innerhalb der Schule besteht der Zwang, nachzuweisen, dass das, was man tut, dem entspricht, was man aufgetragen bekommen hat. Wenn ich also den Auftrag bekomme, den Schülern gewisse Kompetenzen beizubringen, dann bedeutet das, dass ich ebenfalls den Auftrag habe, nachzuweisen, dass die Schüler diese Kompetenzen besitzen. Dabei machen mehrere Interpretationsstufen es schwierig, genau zu bestimmen, welcher Erwartung man hier gerecht werden soll: die anderer Lehrerinnen, die der Gesellschaft, die der Schülerinnen. Aus diesem Grund empfehle ich innerhalb der Schule eine Beschäftigung mit den Gründen und darauf aufbauend eine konkrete Bestimmung der Ziele, da diese sich an der Definition der entsprechenden Kompetenzen orientieren sollten.

Für meine eigenen Ansprüche außerhalb der Schule ist eine Überprüfung nicht notwendig: Lernen ist kein Wissen oder Nichtwissen, es ist ein Spektrum des Verstehens, das sich an der konkreten Nützlichkeit der Umsetzungen in der Wirklichkeit orientiert. Die Nützlichkeit einer Fähigkeit ist von der Umgebung abhängig, in der ich die Fähigkeit anwenden muss. Hier schließen sich Fragen nach Fähigkeiten von universeller Nützlichkeit, einem Kanon nützlicher Fähigkeiten oder nach Martens universalen Kulturtechniken an, die ich allerdings später beantworten möchte.

Ansonsten stimme ich mit der Definition von Wiater relativ grob überein: Lehrziele beschreiben aus der Perspektive des Lehrenden, welches Wissen und welche Fähigkeiten ein Lernender erreichen soll.

Ich möchte einer übermäßigen Diskussion über Kompetenzorientierung (definierte Fähigkeiten stehen vor konkreten Wissensinhalten) aus dem Weg gehen, da sich diese Diskussion für mich nicht als besonders fruchtbar erwiesen hat. Ich interpretiere die hier genannten konkreten Wissensinhalte als Vorschriften über die Verwendung bestimmter Bücher und Lehrmaterialien. Aus diesem Grund bin ich für eine Kompetenzorientierung, die die Fähigkeiten der Schüler in den Vordergrund stellt und die Notwendigkeit, ein bestimmtes Buch oder Inhalt zu kennen, in den Hintergrund.

Mit diesem Vorwort möchte ich nun die Lehrziele vorstellen, die ich mit dieser Seite verfolge und die einem ansteigenden Komplexitätsniveau entsprechen: Lernende und Interessierte ...

Das erste Ziel soll dazu beitragen, sich über die verschiedenen Probleme beim Lehren und Lernen der Philosophie austauschen zu können. Gleichzeitig soll es eine Basis dafür bieten, überhaupt Ansatzpunkte zu finden, um über das eigene Lehren und Lernen reflektieren zu können.

Das zweite Ziel wurde gesetzt, um deutlich zu machen, dass es Probleme beim Lehren und Lernen der Philosophie geben kann, über die nachgedacht werden muss, da ansonsten das didaktische Handeln scheitern kann.

Das dritte Ziel dient dazu, Unterrichtsplanungen als Möglichkeit für ein besseres Lernen zu begreifen und sie daher vorzubereiten, um Themen selbst besser verstehen zu lernen.

Lebensweltbezug: Was wollen die Schüler wissen und warum?

Anschaulichkeit: Versteht man das, womit man sich beschäftigt?

Problemorientierung: Ist die Auseinandersetzung mit dem Thema offen für Ergänzungen?

Werte: Was sollte man vermitteln?

Philosophiedidaktik: Wie kann man Philosophie in den Schulunterricht bringen?

Zentrale Frage: Reicht es aus, über das Alltägliche zu diskutieren oder müssen wir noch einen Sprung wagen und auf bestehende Schriften zurückgreifen?

Dialogisch-pragmatische Philosophiedidaktik (Ekkehard Martens)

Bildungstheoretisch-identitätstheoretische Philosophiedidaktik (Wulff D. Rehfus)

Philosophische Kompetenzen

Dresdner Konsens

Literatur