Veganismus
Created: 2015-06-19 Updated: 2026-05-01
Alles hat ein Recht auf Leben. Doch was bedeutet das genau? Und welche moralischen Probleme ergeben sich aus dieser Vorstellung? Heutzutage sprechen wir von Tierethik, wenn wir uns mit unseren Handlungen gegenüber anderen Tieren auseinandersetzen. Vegetarismus und Veganismus sind dabei ein fester Bestandteil unseres Wortschatzes und unseres Lebensgefühls geworden. Doch kann der Veganismus die Frage nach einem moralischeren Leben beantworten?
In diesem Artikel möchte ich Argumente sammeln, die für unterschiedliche Perspektiven im Hinblick auf Tierrechte und dem Recht auf Leben stehen. Der Artikel soll anhand des Veganismus einen Überblick über unterschiedliche Argumentationsstrukturen liefern und dadurch Gespräche zum Thema vereinfachen. Um ein kritisches Lesen zu unterstützen, möchte ich dabei meine Auffassung zu diesem Thema vorwegnehmen.
- Gleichheit: Im entsprechenden Abschnitt gehe ich näher darauf ein, wie wir zu unserer Grenze für Mitgefühl gelangen und welche Auswirkungen unser Mitgefühl auf unseren Umgang mit anderen Lebewesen hat.
- Ernährung: In diesem Kapitel gehe ich darauf ein, warum wir anderen Lebewesen immer Gewalt antun müssen, um zu überleben.
- Ziele: In diesem Abschnitt versuche ich deutlich zu machen, warum moralisches Handeln von den Zielen abhängt, die wir in der Gesellschaft festlegen und wie diese Ziele von unserem Mitgefühl geprägt werden.
Meinung: Meiner Ansicht nach ist der Veganismus keine außergewöhnliche Hinwendung zu einem moralischen Leben, da die Grenzen, nach denen wir Mitgefühl rechtfertigen, keine Allgemeingültigkeit besitzen [1] und Menschen anderen Lebewesen immer Gewalt antun müssen, um zu überleben. [2] Es handelt sich für mich aber auch nicht um ein moralischeres Leben im Hinblick auf Tierprodukte, da man der Vorstellung von Gleichbehandlung nicht näher kommt, weil unser Maßstab, Tieren mehr Bedeutung als Pflanzen oder Objekten zuzuweisen, aus der Vorstellung erwächst, dass wir das Bezugsobjekt sind. [1] Weiterhin ist es auch fragwürdig, ob sich soziale oder ökologische Aspekte auf konkrete moralische Diskussionen zum Leben übertragen lassen: Dass beispielsweise Menschen hungern müssen oder dass Regenwälder gerodet werden, um mehr Platz für Weidetiere zu schaffen, sind keine Probleme der allgemeinen Nutztierhaltung, sondern Probleme der gesellschaftlichen Übereinkunft. [3]
Auf der anderen Seite ist Veganismus kein bisschen schlechter als Fleischkonsum, und er ermöglicht darüber hinaus eine verstärkte Auseinandersetzung mit der eigenen körperlichen Entwicklung und mit den Problemen der Gesellschaft. Dennoch löst er nicht das Problem eines moralischeren Umgangs mit der Natur. Allerdings halte ich das auch generell für unmöglich. Wenn wir moralischer mit der Natur umgehen wollen, dann müssen wir auf alles auf die gleiche Art und Weise Rücksicht nehmen, ansonsten bevorzugen wir das, was uns ähnlich ist und sind dementsprechend nicht besser als diejenigen, die scheinbar unmoralisch handeln, weil sie Fleisch essen. [1] Aus diesem Grund halte ich die Frage nach der Ernährung und nach einem besseren Umgang mit der Natur für moralisch nicht einwandfrei lösbar, was Veganismus, Vegetarismus und Fleischkonsum für mich zu gleichberechtigten Antworten macht.
In Bezug auf Gesetze tendiere ich hingegen zum Mitgefühl für die geistige Leistungsfähigkeit einer Art. Je stärker bestimmte geistige Aspekte in Tieren hervortreten, desto höher sollten Auflagen zur Jagd und zum Verzehr von Tieren werden. Sobald eine zu definierende Grenze überschritten wird, gilt dann eine Gleichstellung auf Menschenrechtsebene. Ich rechtfertige diesen Vorschlag mit einer Annäherung an das, was uns überhaupt erst in die Lage dazu versetzt, moralische Entscheidungen zu treffen: unsere geistigen Fähigkeiten. Eine Gleichstellung auf Grundlage von Schmerz ist genauso gleichberechtigt vorstellbar. Ich tendiere jedoch zum Mitgefühl für die geistige Leistungsfähigkeit einer Art, weil ich den Schmerz als Reaktion auf eine Wahrnehmung als zu allgemeingültig ansehe. [1]

Dragon Fruit, Jill Gärtner, 2015
Moralischer Aspekt: Wenn man sich konkret als Veganer bezeichnet, dann hat dies für mich immer eine moralische Komponente, da der Verzicht von Fleisch anscheinend so wichtig ist, dass er zu einer Überzeugung wird, die benannt werden muss. Wenn ich mich gesund ernähren möchte und deshalb kein Fleisch esse, dann muss ich mich nicht als Veganer bezeichnen. Wenn mir Fleisch nicht schmeckt, ebenso nicht. Wenn zufällig der vegane Lebensstil mit meinen eigenen Gewohnheiten übereinstimmt, dann ebenso nicht. Wer sich als Veganer bezeichnet, verzichtet meiner Ansicht nach nicht einfach nur auf tierische Produkte, er verzichtet darauf, weil er es als falsch bewertet, sie zu benutzen. Ansonsten wäre der Verzicht für mich nicht ausreichend genug begründet; dementsprechend eine Verallgemeinerung und ein Vorurteil. Beispiel: Mir schmeckt Fleisch nicht, deshalb verzichte ich auf alle tierischen Produkte, obwohl ich kein Problem mit Gelatine oder Leder habe.
Natürlich verändern sich die Bedeutungen von Begriffen. Und das gilt auch für die moralischen Aspekte von Vegetarismus und Veganismus. So erscheinen "vegetarisch" und "vegan" als gute Begriffe für ein Produkt, das kein Fleisch oder generell keine tierischen Stoffe beinhaltet. Veganismus kann also auch wesentlich weiter gefasst werden, sodass man eben auf alle tierischen Produkte verzichtet, egal aus welchem Grund. Das erscheint mir für eine Auseinandersetzung mit einer Überzeugung allerdings nicht angebracht, da meiner Ansicht nach eine Überzeugung immer auch Bewertungen mit sich führt. Die gerade eben erwähnte Definition des Begriffs "Veganismus" würde diese Bewertungen allerdings nicht besitzen und wäre demnach nicht mit der Überzeugung von einem veganen Lebensstil gleichzusetzen. Beispiel: Man kann sich zwar als Veganer bezeichnen, weil man vegane Produkte kauft. Aber es erscheint mir dennoch merkwürdig, sich so zu bezeichnen, ohne etwas gegen die Ausbeutung von Tieren zu haben.
Methode: Nachdem ich meine eigene Überzeugung dargestellt habe, möchte ich im weiteren Verlauf des Textes eine äußerst neutrale Position einnehmen. Ich werde versuchen, für alle Perspektiven so positiv wie möglich zu argumentieren, um jeder von ihnen die gleiche Möglichkeit einzuräumen, uns von ihren Inhalten zu überzeugen. Welche Argumente letztendlich die besten sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Deshalb ist eine Rangfolge der Argumente relativ schwierig herzuleiten. Aus diesem Grund liste ich die Argumente so auf, wie sie mir am überzeugendsten erscheinen.
Ich versuche anhand von Diskussionen mit Freunden, wissenschaftlichen Texten und eigenen Überlegungen eine Vielzahl von Argumenten zu sammeln, um dadurch die Argumentationslinien abzustecken und intensiv zu hinterfragen. Dabei spielt für mich weniger eine Rolle, ob eine Argumentation relativ leicht widerlegt werden kann, als vielmehr aus welcher Überzeugung heraus diese überhaupt angewendet wird. Nachdem ich ein Argument beschrieben habe, versuche ich im Anschluss dieses, so gut es geht, zu widerlegen und dann wiederum das Gegenargument zu entkräften. Dadurch soll eine umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Thema entstehen, die aber dennoch eine gewisse Übersichtlichkeit bewahrt.
Gliederung
Argumentenauflistung: Philosophie / Ethik
- Ansatz: Ausgangssituation - Wie soll ich die Argumente in Beziehung zueinander setzen? Welche Konzepte spielen in unsere Überlegungen zum Veganismus und zu Tierrechten mit hinein?
- Vorüberlegungen: Mit welchen Vorstellungen gehen wir in die Diskussion?
- Notwendigkeit: Warum müssen wir uns überhaupt über andere Lebewesen unterhalten? In einer komplexer werdenden Gesellschaft ist es notwendig, dass sich Menschen darüber Gedanken machen, um das Leben aller besser zu erhalten.
- Determinismus: Warum müssen wir uns mit Ethik beschäftigen, wenn in einem mechanistischen Weltbild doch sowieso alles von Kausalität sowie Naturgesetzen abhängt und es deshalb keine moralischen Entscheidungen gibt? Weil die geschaffene Ethik ja dennoch Auswirkungen auf die Menschen hat und diese in ihren Handlungen beeinflusst.
- Mitgefühl: Was bedeutet es, etwas für andere Menschen zu empfinden? Für mich ist es die Ausweitung des eigenen Selbst, die Vorstellung, das andere ein Teil von einem sind.
- Ziele: Wie werden die Ziele unserer Gesellschaft gesetzt? Was sollte unser Ziel sein? Ohne die Beachtung eines Ziels unter Berücksichtigung der Ähnlichkeit sind moralische Bewertungen und moralisches Handeln nicht möglich.
- Gleichheit: Nach welchen Kriterien unterscheiden wir uns von anderen Wesen? Wir bestehen aus denselben Stoffen, sind aber alle anders aufgebaut.
- Leben: Was gibt es für Auffassungen zum Leben?
- Biologische Auffassung: Das Leben lässt sich anhand von bestimmten Kennzeichen ausmachen: Reizbarkeit, Bewegung, Wachstum, Stoffwechsel, Fortpflanzung.
- Vitalismus: Das Leben folgt einem ordnenden Prinzip, einer Lebenskraft, die in jedem Lebewesen existiert.
- Mechanizismus: Das Leben lässt sich vollständig auf die Physik zurückführen.
- Nachüberlegungen: Welchen Einfluss haben andere Konzepte auf unsere Vorstellungen von Leben und Mitgefühl?
- Gesetze: Welche Ziele spielen innerhalb der Gesellschaft eine Rolle? Warum werden diese Ziele nicht eingehalten? Übergeordnete gesellschaftliche Probleme werden ignoriert, weil sie nicht so sichtbar wie klar ausformulierte Grundbedürfnisse sind.
- Ernährung: Wie erhalten wir als Menschen unser Leben? Um am Leben zu bleiben, müssen wir andere Lebewesen töten.
- Vorüberlegungen: Mit welchen Vorstellungen gehen wir in die Diskussion?
- Argumente: Veganismus - Wie kann er unser Leben bereichern? Was spricht gegen einen veganen Lebensstil? Welche Argumente lassen sich entkräften? Mir geht es vordergründig darum, unterschiedliche Aspekte zusammenzutragen, um die Ängste und Gefühle beider Seiten zu verdeutlichen.
Dafür:
- Menschen können sich entscheiden: Im Gegensatz zu anderen Lebewesen besitzen Menschen die Möglichkeit, die Situation bewusster wahrzunehmen und sich gegen die Ausbeutung von Tieren zu stellen.
- Andere Tiere gleichen uns: Andere Tiere empfinden ebenfalls Schmerz, was bedeutet, dass sie leiden können.
- Nutztierhaltung zerstört die Umwelt: Die Massentierhaltung führt dazu, dass unsere heutige Gesellschaft mit den ökologischen Folgen überfordert wird.
- Nutztierhaltung tötet Menschen: Neben der Umwelt ist aber auch der Mensch direkt von den Folgen der Massentierhaltung bedroht.
- Veganer Lebensstil macht glücklich: Es fühlt sich gut an, moralisch das Richtige zu tun. Außerdem schmeckt veganes Essen sehr gut.
- Vegane Ernährung ist gesund: Eine vegane Ernährung enthält weniger Giftstoffe und trägt dazu bei, dass man auf alle Krankheiten verzichtet, die durch Tierprodukte übertragen werden.
- Veganer Lebensstil bringt neue Arbeitsplätze: Eine vegane Ernährung schafft neue individuelle Bedürfnisse, auf die man durch neue Produkte eingehen kann.
- Andere Tiere enthalten die Seelen unserer Mitmenschen: In verschiedenen Religionen geht man davon aus, dass Seelen auch in Tieren wiedergeboren werden können.
- Tierprodukte werden teurer: Tierprodukte werden subventioniert, ansonsten müsste aus den Produktionskosten heraus ein höherer Preis für sie entstehen.
- Produktvielfalt: Vegane Produkte ermöglichen eine größere Auswahl an Lebensmitteln und dadurch mehr Individualität.
Dagegen:- Alles ist gleichberechtigt: Es gibt keine gute Unterscheidungsgrundlage, die es rechtfertigen könnte, dass einzelne Tiere lebenswert und andere Tiere nicht lebenswert sind.
- Andere Tiere unterscheiden sich von uns: Andere Tiere sind anders, weil es bestimmte Merkmale gibt, die sie zu etwas anderem machen.
- Begrenzte Möglichkeiten: Vielleicht setzt man sich für eine moralische Aktivität ein, hat aber keine Zeit oder keine Lust, sich auf mehr zu konzentrieren.
- Tierversuche retten Menschenleben: Ohne die Ausbeutung von Tieren in Form von Tierversuchen, gibt es keine moderne Gesundheitsforschung mehr.
- Tierprodukte sind gesund: Tierprodukte sind ein wichtiger Lieferant für Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße.
- Tierprodukte machen glücklich: Fleisch hat eine außerordentlich beeindruckende Konsistenz und schmeckt einfach lecker.
- Tierprodukte bringen neue Arbeitsplätze: Viele Tierprodukte werden für den Menschen verarbeitet. Sie erhalten und schaffen neue Arbeitsplätze.
- Tiere sind Kulturbestandteile: Tiere sind Bestandteil unserer Traditionen und unserer Kultur.
- Vegane Ernährung ist zu teuer: Eine vegane Ernährung ist aufgrund der Preispolitik und der konkreten Vermarktungsausrichtung auf einen veganen Lebensstil häufig mit höheren Kosten verbunden.
- Produktvielfalt: Tierische Produkte ermöglichen eine größere Auswahl an Lebensmitteln und dadurch mehr Individualität.
- Fortbestehen: Menschen können Handlungen nur begründen, wenn sie sich zu ihrem Leben bekennen.
- Gesellschaft: Gesellschaften erhalten die Individuen in ihnen am Leben. Der Vorteil einer Gesellschaft besteht darin, dass sie Ziele erreichen kann, die ein Einzelner nicht erreichen kann.
- Vertrauen/Zweifel: Eine Gesellschaft ermöglicht zwar allen generell ein besseres Leben, aber jeder Einzelne besitzt dennoch eigene Bedürfnisse, die er gegen die Gesellschaft ausspielt.
- Umgang mit anderen Lebewesen: Je komplexer die Gesellschaft wird, desto schwieriger wird es, herauszufinden, wer oder was der Gesellschaft gut tut oder schadet. Es wird notwendig, dass sich Menschen damit befassen, wie eine Gesellschaft aussehen soll und wie wir mit den Problemen darin umgehen.
- Konstrukt: Obwohl es im Determinismus keine Entscheidungen gibt, werden Menschen durch eine Ethik dennoch in ihren Handlungen beeinflusst, da sie ja immer noch ein Teil der Welt darstellt.
- Bewegungen: Es gibt eine Unterscheidung zwischen Einzelbewegungen und Systembewegungen. Einzelbewegungen sind jegliche Bewegung, es handelt sich um eine abstrakte Vorstellung. Systembewegungen sind eine Gruppe von ähnlichen Bewegungen. Jede Einzelbewegung kann auch eine Systembewegung sein, weil sie einzelne Bewegungen enthalten kann, die noch nicht sichtbar sind.
- Grundlagen: 1. Jede Bewegung versucht, sich selbst zu erhalten. 2. Jede Bewegung kann mit jeder anderen Bewegung interagieren. Folge: Bewegungen halten sich an Naturgesetze und beschreiben nur eine einzige Wirklichkeit, anstatt viele verschiedene.
- Vorteile von Systembewegungen: 1. Einzelbewegungen sind in Systembewegungen schwieriger zu finden und dadurch schwieriger zu stoppen, was dem Grundsatz der Einzelbewegung sich zu erhalten entspricht. 2. Wenn eine Einzelbewegung gestoppt wird, bleiben ähnliche Bewegungen zunächst einmal weiter bestehen, was dem Grundsatz der Einzelbewegung sich zu erhalten noch am ehesten entspricht, wenn sie sich schon nicht selbst erhalten kann.
- Ähnlichkeitsprinzip: Ähnliche Einzelbewegungen organisieren sich in Systembewegungen, weil es dort unwahrscheinlicher ist, dass die Einzelbewegung behindert wird, aber auch, dass die ähnlichen Bewegungen der Systembewegung unterbunden werden. Mitgefühl als Spezialfall des Ähnlichkeitsprinzips: Individuen erkennen Ähnlichkeiten in anderen Individuen an und begreifen sich darüber als Teil derselben Bewegung. Gesellschaftsbildung als Ausdruck des Mitgefühls: Individuen erkennen sich selbst in anderen Individuen und schließen sich deshalb zu Gemeinschaften zusammen, um Ziele zu erreichen, die sie als Individuum nicht erreichen können.
- Wichtig: Mitgefühl und Gesellschaftsbildung sind lediglich unterschiedliche Blickwinkel des Ähnlichkeitsprinzips.
- Abstraktionsebene: Einzelbewegungen organisieren sich zu einer Systembewegung, die wiederum als Einzelbewegung auf einer höheren Abstraktionsebene begriffen werden kann. Beispiel: Viele Zellen machen einen Menschen aus.
- Problem: Wir besitzen unterschiedliche, aber gleichberechtigte Bedürfnisse. Wie können wir nun feststellen, ob wir moralisch handeln?
- Ziele: Ein Ziel ist die Vorstellung von einem zukünftigen Zustand. Wie ausgeprägt oder abstrakt dieser zukünftige Zustand ausfällt, hängt von demjenigen ab, der das Ziel formuliert.
- Lösung: Wir setzen ein Ziel unter der Berücksichtigung des Ähnlichkeitsprinzips, um moralisches Handeln zu bewerten (Welche unterschiedlichen Ziele haben Menschen in ihren Überzeugungen gesetzt?) und selbst moralisch zu handeln (Welche Ziele setze ich überhaupt?). Wenn ich dem gesetzten Ziel entspreche, handle ich moralisch.
- Gleichheitsziel: Alles im Universum ist gleichgestellt, weil alles aus denselben Stoffen aufgebaut ist, die sich nicht in moralischen Eigenschaften unterscheiden. Gleichheit ist damit meiner Ansicht nach die einzige moralische Grundlage, die sich direkt aus der Natur ergibt. Damit ist Gleichheit für mich der einzige verwendbare moralische Wert, der alle Abstraktionsebenen miteinschließt.
- Problem: Der Überlebenswille aller Bewegungen ist nicht mit dem Gleichheitsziel zu vereinbaren, da jede Bewegung andere Bewegungen beeinflusst und sie damit nicht gleich behandelt.
- Unbefriedigende Lösung: Bewegungen orientieren sich am Ähnlichkeitsprinzip. Sie setzen sich selbst als wichtigste Bewegung und sagen, dass alles, was ihnen ähnlich (gleich) ist, ebenfalls wichtig ist.
- Vgl. Martin Tzschaschel: Wie war das noch? Schulwissen, neu aufpoliert. Wilhelm Goldmann Verlag. München 2011, S. 233.
- Sie reagieren auf Reize: Lebewesen reagieren auf ihre Umwelt, indem sie über ihre Sinne Informationen aufnehmen.
- Sie können sich bewegen: Lebewesen können ihren Standort eigenständig verändern.
- Sie wachsen: Lebewesen entwickeln sich oder reparieren zerstörtes Zellmaterial.
- Sie haben einen Stoffwechsel: Lebewesen nehmen Nahrung auf und scheiden Abfallprodukte aus.
- Sie können sich vermehren: Lebewesen pflanzen sich fort, indem sie ihr Erbgut an eigenständige Lebewesen weitergeben.
- Platon: Phaidon. Philipp Reclam jun. Stuttgart 1987, S. 77.
- Seite „Vitalismus“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. November 2014, 11:49 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Vitalismus&oldid=135686448 (Abgerufen: 6. Juni 2015, 11:22 UTC)
- Unsichtbarkeit: Eigene Probleme sind wesentlich sichtbarer als gesellschaftliche. Sie lassen sich ebenfalls leichter mit eigenen Bedürfnissen begründen.
- Verdrängen: Obwohl die Probleme der Gesellschaft sichtbar sind, überwiegt das Bedürfnis nach eigener Sicherheit den Wert der Gleichheit.
- Misstrauen: Menschen vertrauen den Zielstellungen nicht, die für eine Gesellschaft gesetzt wurden.
- Inkonsistenz: Unterschiedliche Regeln schließen einander aus, sodass nicht klar ist, welche Regel eher eingehalten werden soll.
- Menschen können sich entscheiden: Im Gegensatz zu anderen Lebewesen besitzen Menschen die Möglichkeit, die Situation bewusster wahrzunehmen und sich gegen die Ausbeutung von Tieren zu stellen. Wenn wir die Möglichkeit besitzen, Mitgefühl für Tiere zu empfinden, dann sollten wir uns nicht gegen dieses Mitgefühl wehren, sondern wir sollten unsere Ähnlichkeit anerkennen.
- Gegenargument: (Sprache) Einer der wichtigsten Aspekte bei jeder Argumentation besteht in der Aufmerksamkeit gegenüber der Sprache. Was bedeutet es, dass Menschen die Situation bewusster wahrnehmen können? Findet eine Ausbeutung der Tiere nicht nur statt, wenn wir Tiere bereits zu etwas Gleichberechtigten erhoben haben? Wie sieht es denn mit einer Ausbeutung der Felder aus, auf denen wir den Pflanzen Kartoffeln stehlen? Und ist unser Mitgefühl nicht dadurch gekennzeichnet, dass wir für alles Mitgefühl aufbauen können. Sollten wir das dann auch tun, nur weil unsere Umwelt uns diesen Antrieb gibt?
- Entkräftung: Menschen nehmen ihre Situation bewusster wahr, indem sie die Möglichkeit besitzen, sich auf unterschiedliche Sichtweisen einzulassen. Wenn also die Sichtweise der Ausbeutung der Tiere existiert, dann sollten sich Menschen dieser bewusst werden und sich gegen diese Ausbeutung wehren, auch wenn das voraussetzt, dass wir bereits Mitgefühl für die Lebewesen empfinden. Dieses Mitgefühl ist aber keine Einbildung; es ist vorhanden und man sollte deshalb darauf eingehen.
- Gegenargument: (Gleichheit) Genauso wie die Sichtweise der Ausbeutung der Tiere besteht, existiert auch die Sichtweise, dass es eine Ausbeutung der Pflanzen, der Bakterien, der Natur generell gibt. Es erscheint nicht sinnvoll all diesen Sichtweisen gerecht zu werden, da wir dann keine Möglichkeit besitzen, unser Überleben zu gewährleisten.
- Entkräftung: Der Punkt ist, dass diese Sichtweisen zwar vorstellbar sind, aber eben nicht so ein starkes Mitgefühl auslösen. Eine Bakterie empfindet nun einmal keinen Schmerz.
- Weiterführung: Also kommt es darauf an, dass wir Mitgefühl empfinden?
- Gegenargument: (Sprache) Einer der wichtigsten Aspekte bei jeder Argumentation besteht in der Aufmerksamkeit gegenüber der Sprache. Was bedeutet es, dass Menschen die Situation bewusster wahrnehmen können? Findet eine Ausbeutung der Tiere nicht nur statt, wenn wir Tiere bereits zu etwas Gleichberechtigten erhoben haben? Wie sieht es denn mit einer Ausbeutung der Felder aus, auf denen wir den Pflanzen Kartoffeln stehlen? Und ist unser Mitgefühl nicht dadurch gekennzeichnet, dass wir für alles Mitgefühl aufbauen können. Sollten wir das dann auch tun, nur weil unsere Umwelt uns diesen Antrieb gibt?
- Seite „Ethische Gründe“. In: Vegane Bewegung. Für Tiere, Umwelt und Menschen. URL: http://vegane-bewegung.de/warum-vegan/ethische-gruende-fuer-die-vegane-lebensweise.html (Abgerufen: 7. Juni 2015, 11:52 UTC)
- Andere Tiere gleichen uns: Andere Tiere empfinden ebenfalls Schmerz, was bedeutet, dass sie leiden können. Es ist dementsprechend nicht nur eine Maschine, die wir töten würden, es ist etwas uns so Ähnliches, dass ihre Gefühle mit unseren identisch sind. Wenn wir sie leiden lassen, dann lassen wir auch etwas von uns selbst leiden.
- Weiterführung: Die Grausamkeiten gegen Tiere sind so zahlreich, dass ich nur einige ansprechen möchte: 1. Massentierhaltung führt dazu, dass Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht werden, sie fast nie schlafen können, sie in ihrem eigenen Kot stehen. 2. Für die Milchproduktion werden Kühe ständig schwanger gehalten. 3. Hühner werden gemästet und ihnen werden Hormone injiziert, damit sie möglichst viele Eier legen. [1]
- Gegenargument: (Projektion) Jegliche angesprochene Grausamkeit ist nur eine Projektion der eigenen Menschlichkeit auf die Behandlung der Tiere. Diese Projektion ist allerdings vollkommen beliebig und allein von unserem Gefühl abhängig. Dass andere Tiere auch Schwangerschaften und Schmerzen empfinden und uns damit ähnlich sind, bedeutet also nicht, dass eine allgemeine Aussage zur Behandlung getroffen werden kann.
- Entkräftung: Wenn ein Schwein bei vollem Bewusstsein geschlachtet wird, dann ist das also etwas vollkommen Normales und wir sollten uns nichts dabei denken?
- Weiterführung: Letztendlich entscheiden wir nur, dass bestimmte Tiere am Leben bleiben sollten, weil diese uns ähnlich sind. Dass wir aber wesentlich weniger Mitgefühl für Insekten oder Pflanzen aufbringen, blenden wir meistens aus. Unserer Ansicht nach sind Tiere dementsprechend wichtiger als Pflanzen, weil sie uns ähnlicher sind. Und größere Tiere sind uns anscheinend wichtiger als Insekten, weil diese eben so wie wir Schmerz empfinden können.
- Entkräftung: Wenn wir die Möglichkeit haben, Insekten und Pflanzen zu retten, dann sollten wir das auch tun. Das ist nur nicht so leicht möglich, weil sie nicht so präsent sind und wir aktiv etwas dagegen unternehmen können. Und wir müssen ja davon ausgehen, dass wenn Tiere gezüchtet werden, viel mehr Pflanzen umkommen, als wenn wir nur die Pflanzen anbauen.
- Weiterführung: Dieses Argument ist fahrlässig, weil damit indirekt gesagt wird, dass wir die Population der Tiere kontrollieren sollten, damit weniger Pflanzen umkommen. Gleichzeitig müssen wir davon ausgehen, dass jede Annäherung an eine Gleichbehandlung dazu führt, dass wir uns selbst in unserem Überleben behindern. Es kommt darauf an, welches Ziel wir festlegen wollen. Geht es uns jetzt also auch darum, so wenig Pflanzen wie möglich zu schädigen? Wenn ja, dann müssten wir konsequenterweise die Anzahl der Menschen und Tiere auf dem Planeten reduzieren, weil jedes Tier tausende Pflanzen tötet. Oder wir müssen eine Tierwelt und eine Pflanzenwelt voneinander trennen; und wir müssen uns darum kümmern, dass keine Tiere in die Pflanzenwelt einbrechen und dort Pflanzen unbedacht töten.
- Gegenargument: (Grenze) Ob uns etwas ähnlich ist, wird über den Schmerz festgelegt, aber das ist aus zwei Gründen problematisch. Zunächst einmal: Was Schmerz genau ist, hängt davon ab, wie wir ihn definieren. Handelt es sich um eine Reaktion auf eine Wahrnehmung? Dann empfinden auch Pflanzen Schmerzen. Oder handelt es sich innerhalb eines höheren Bewusstseins um ein als negativ empfundenes Gefühl? Dann besteht die Möglichkeit, dass wir bestimmte Tiere ausschließen, die solche Gefühle nicht aufbauen können. Zum anderen ist es auch problematisch, dass Schmerz überhaupt als Grenze festgelegt wird. Warum nicht moralisches Empfinden? Oder warum nicht die Fähigkeit sich zu bewegen? Ich denke, wir versuchen die Grenze unserem Mitgefühl anzupassen, was allerdings schwierig ist, weil unser Mitgefühl von der Umgebung abhängig ist, in der wir uns befinden.
- Entkräftung: Der Schmerz ist eine gute Grenze, weil er uns bewusst macht, dass Tiere leiden können. Sobald wir feststellen, dass etwas leiden kann, sollten wir versuchen, dieses Leid einzuschränken.
- Weiterführung: Nun wird das Wort Schmerz durch Leid ersetzt und wir entkommen trotzdem nicht dem Problem, dass wir genauer festlegen müssen, was wir darunter verstehen. Es erscheint zynisch zu fragen, warum Leid etwas ist, was man hinterfragen sollte. Aber die Frage ist, ob man überhaupt von Leid sprechen sollte oder ob der Begriff nicht dazu führt, dass wir unser Mitgefühl anpassen. Natürlich ist es fragwürdig, Leid nicht zu bekämpfen, aber aus Sicht der Natur existiert entweder immer Leid, weil sich alle irgendwie ernähren müssen oder es existiert überhaupt kein Leid, weil Leid nur ein Wort ist, das den Tod hinauszögern soll, damit wir als Menschen uns nicht gegenseitig umbringen und das dann auch auf andere Elemente im Universum angewendet wird.
- Nutztierhaltung zerstört die Umwelt: Die Massentierhaltung führt dazu, dass unsere heutige Gesellschaft mit den ökologischen Folgen überfordert wird. Regenwälder werden abgeholzt, um mehr Platz für die Tierhaltung zu schaffen. Meere werden leer gefischt, sodass Nahrungsketten durcheinander gebracht werden. Unsere Umwelt wird systematisch ausgebeutet, sodass wir es in unserer Zukunft wesentlich schwieriger haben werden.
- Gegenargument: (Ziel) Das Ziel des Veganismus besteht nicht darin, die Umwelt zu retten, sondern Tieren dieselben Rechte wie Menschen zuzusprechen. Wenn es uns darum geht, die Umwelt zu verbessern, dann könnten wir auch die Massentierhaltung einschränken oder so gestalten, dass die Probleme nicht mehr auftreten, was dazu führt, dass immer noch Tiere sterben, aber eben die Umwelt nicht mehr gefährdet wird.
- Gegenargument: (Veränderung) Man kann unsere Umwelt nicht zerstören, sondern man kann sie nur soweit verändern, dass sie nicht mehr dem entspricht, was wir kennengelernt haben. Wenn wir also von Umweltzerstörung sprechen, dann meinen wir eigentlich, dass die Nutztierhaltung uns auf lange Sicht selbst umbringt, weil wir unsere Welt so stark verändern, dass wir nicht mehr in ihr leben können. Hier könnte man einwerfen, dass eben sobald sich zeigt, dass Menschen mit der Veränderung durch die Umwelt nicht mehr leben können, eine Veränderung eintreten wird, gegebenenfalls in der Nutztierhaltung.
- Entkräftung: Da die Veränderungen aber nicht sehr gut sichtbar sind, sollten wir so früh wie möglich darauf achten.
- Seite "Welthunger". Abschnitt "Ursachen des Welthungers" In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Mai 2015, 12:35 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Welthunger&oldid=142224476 (Abgerufen: 14. Juni 2015, 11:16 UTC)
- Seite "Notstand im globalen Supermarkt" (2013) In: Süddeutsche Zeitung. URL: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verteilung-von-nahrungsmitteln-notstand-im-globalen-supermarkt-1.1852376 (Abgerufen: 14. Juni 2015, 11:24 UTC)
- PDF-Dokument "Der Hungerbaum. Unterrichtsstunde zu den Ursachen des Hungers" In: World Food Programme. URL: http://documents.wfp.org/stellent/groups/public/documents/newsroom/wfp256548.pdf Referenz: http://de.wfp.org/lehrer (Abgerufen: 14. Juni 2015, 11:33 UTC)
- Seite "Nachhaltigkeit" In: Deutscher Verband Tiernahrung e.V. URL: http://www.dvtiernahrung.de/aktuell/positionen/nachhaltigkeit.html (Abgerufen: 14. Juni 2015, 12:08 UTC)
- Seite "Nachhaltigkeit in der Futterbranche" In: Deutscher Verband Tiernahrung e.V. URL: http://www.dvtiernahrung.de/aktuell/futterfakten/nachhaltigkeit-in-der-futterbranche.html (Abgerufen: 14. Juni 2015, 12:10 UTC)
- Seite "Futtermittel für Nutztiere" In: Deutscher Verband Tiernahrung e.V. URL: http://www.dvtiernahrung.de/aktuell/futterfakten/futtermittel-fuer-nutztiere.html (Abgerufen: 14. Juni 2015, 12:12 UTC)
- Nutztierhaltung tötet Menschen: Neben der Umwelt ist aber auch der Mensch direkt von den Folgen der Massentierhaltung bedroht. Tiere nehmen die Giftstoffe ihrer Umgebung auf und geben sie an den Menschen weiter. Dasselbe gilt für die Medizin und die Hormone, die den Tieren gespritzt werden. Aber nicht nur das: Menschen verhungern immer noch auf dieser Welt. Und trotzdem werden Pflanzen eher zu Tiernahrung weiterverarbeitet.
- Gegenargument: (Ziel) Auch hier gilt erneut, dass das Ziel des Veganismus nicht unbedingt darin besteht, Menschen zu retten. Wenn es uns aber dennoch darum geht, Menschen zu beschützen, dann könnten wir auch darauf achten, dass Tiere eben nicht mit so vielen Giftstoffen in Kontakt kommen.
- Entkräftung: Dennoch nehmen Tiere mehr Giftstoffe auf als Pflanzen, weil sie ja die bereits mit Giftstoffen versehenen Pflanzen fressen und in sich sammeln.
- Weiterführung: Das ist meines Erachtens nach schwierig zu beurteilen und ich denke, dass das von Tier zu Tier und Pflanze zu Pflanze unterschiedlich ist. So kann es zum Beispiel sein, dass einige Tiere die Giftstoffe wiederum außerordentlich gut verdauen, umwandeln oder wieder ausscheiden, während das bei bestimmten Pflanzen eben nicht der Fall ist.
- Gegenargument: (Verteilung) Menschen verhungern auf dieser Welt. Dennoch gibt es jetzt schon genügend Lebensmittel, um alle Menschen auf der Welt zu ernähren. [1] [2] [3] Es ist meiner Ansicht nach vordergründig ein Verteilungsproblem, das auf politische und ökonomische Faktoren zurückzuführen ist. Wenn es uns also darum geht, den Welthunger zu beseitigen, dann sollten wir uns eher darum kümmern, dass die Verteilung besser funktioniert. Möglicherweise durch eine Verbesserung der Infrastruktur, durch Gesetze gegen das systematische Wegschmeißen von Nahrungsmitteln und die Umstrukturierung von Supermärkten.
- Gegenargument: (Tiernahrung) Futtermittelhersteller reflektieren ihre Rolle in der Nahrungsmittelproduktion sowohl in Bezug auf Nachhaltigkeit [4] als auch in Bezug auf Effizienz [5]. Sie versuchen weniger Futtermittel pro produziertem Fleisch herzustellen und Abfallprodukte, die der Mensch in der Ernährung nicht nutzen kann, über Futtermittel der Ernährungskette wieder zuzuführen.
- Entkräftung: Kann man als Schönreden betrachten, da eine Ernährung der Tiere dennoch stattfinden muss, zu großen Teilen aus Getreide [6], das auch vom Menschen genutzt werden kann.
- Weiterführung: Das kann man. Obwohl bedacht werden muss, dass das Getreide vordergründig im Mischfutter Relevanz hat. Bezogen auf alle Futtermittel besteht über die Hälfte aus Grasprodukten, während Getreide dort nur etwa ein Drittel abdeckt (Mischfutter etwa 25 %, das aus etwa 50 % Getreide besteht, also ca. 12 %, sowie 23 % hofeigenes Getreide, ergeben 35 % Getreide auf alle Futtermittel). [6]
- Gegenargument: (Ziel) Auch hier gilt erneut, dass das Ziel des Veganismus nicht unbedingt darin besteht, Menschen zu retten. Wenn es uns aber dennoch darum geht, Menschen zu beschützen, dann könnten wir auch darauf achten, dass Tiere eben nicht mit so vielen Giftstoffen in Kontakt kommen.
- Veganer Lebensstil macht glücklich: Durch die moralischen und ökologischen Gründe fühlt man sich als Veganer wesentlich besser. Es fühlt sich gut an, moralisch das Richtige zu tun. Außerdem schmeckt veganes Essen sehr gut.
- Gegenargument: Die anderen Gegenargumente machen deutlich, dass es sehr schwierig ist, die Frage nach der Ernährung und dem Recht nach Leben moralisch einwandfrei zu beantworten.
- Seite "Folgen der Fleischeslust" (2012) In: Süddeutsche Zeitung. URL: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-infarkt-und-krebs-die-folgen-der-fleischeslust-1.1307124 (Abgerufen: 8. Juni 2015, 15:45 UTC)
- Seite "Fleisch-Liebhaber erkranken häufiger an Diabetes" (2011) In: Spiegel Online. URL: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrung-fleisch-liebhaber-erkranken-haeufiger-an-diabetes-a-864707.html (Abgerufen: 14. Juni 2015, 12:22 UTC)
- Vegane Ernährung ist gesund: Eine vegane Ernährung enthält weniger Giftstoffe und trägt dazu bei, dass man auf alle Krankheiten verzichtet, die durch Tierprodukte ausgelöst oder übertragen werden. Gleichzeitig fühlt man sich sehr viel befreiter.
- Gegenargument: (Ziel) Auch hier gilt wieder, dass das Ziel des Veganismus nicht direkt darin besteht, eine gesunde Ernährung zu gewährleisten. Wenn es dennoch darum gehen sollte, dass wir über eine tierische Ernährung mehr Giftstoffe aufnehmen, dann ist das kein starkes Argument für Veganismus, da nicht erklärt wird, warum das Problem nicht durch größere Sorgfalt gelöst werden kann.
- Gegenargument: (Vollständige Ernährung) Wenn es darum geht, gesund zu leben, dann sollte man eher versuchen, sich so zu ernähren, dass Mangelerscheinungen des Körpers nicht auftreten und der Körper so lange wie möglich seine Leistungsfähigkeit beibehält. Wenn man bewusst auf eine Quelle verzichtet, dieses Ziel einzuhalten, dann versucht man nicht, sich vordergründig gesund zu ernähren, sondern Rücksicht auf Tiere zu nehmen.
- Entkräftung: Generell ist es aber so, dass Menschen mit einem erhöhten Fleischkonsum in vielen Fällen ungesünder leben. [1] [2]
- Weiterführung: Ernährungsstudien haben das Problem, dass sie meist Zusammenhänge zwischen Krankheiten und der Einnahme bestimmter Nahrungsmittel analysieren. Sie können aber nicht auf alle Faktoren eingehen, die einen Einfluss auf die Gesundheit haben (Sport, Strahlung, andere Nahrung, die mit der konsumierten interagiert).
- Veganer Lebensstil bringt neue Arbeitsplätze: Eine vegane Ernährung schafft neue individuelle Bedürfnisse, auf die man durch neue Produkte eingehen kann. Dies wiederum hilft Menschen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen.
- Anmerkung: Ein Lebensstil wird auf seine Vermarktungsmöglichkeiten heruntergebrochen.
- Andere Tiere enthalten die Seelen unserer Mitmenschen: In verschiedenen Religionen geht man davon aus, dass Seelen auch in Tieren wiedergeboren werden können, was bedeutet, dass Tiere einfach auch Menschen in anderer Gestalt sind, was dazu führt, dass wir andere Menschen töten und leiden lassen würden, was verwerflich wäre.
- Anmerkung: Das hat natürlich keinen Einfluss auf die Menschen, die nicht davon überzeugt sind, dass es so etwas wie Seelen gibt oder dass Seelen in Tieren wiedergeboren werden können. Ansonsten könnte das eines der Hauptargumente für viele Menschen sein. Allerdings besteht dann auch die Frage, welche Tiere eine menschliche Seele haben können und welche nicht.
- Tierprodukte werden teurer: Tierprodukte werden subventioniert, ansonsten müsste aus den Produktionskosten heraus ein höherer Preis für sie entstehen, da Tiere nur mit Pflanzen ernährt werden können.
- Gegenargument: (Qualität) Pflanzen, die an Tiere verfüttert werden, werden nicht zu qualitativ höherwertigeren Produkten weiterverarbeitet. Es braucht keine Vermarktung und keine spezifischen Verpackungen.
- Produktvielfalt: Vegane Produkte ermöglichen eine größere Auswahl an Lebensmitteln und dadurch mehr Individualität.
- Gegenargument: (Einschränkung) Ein veganer Lebensstil führt allerdings letztendlich zur Entfernung von tierischen Produkten, sodass sich die Produktvielfalt wieder aufhebt.
- Seite "Schmerzempfinden bei Tieren". Abschnitt "Anhaltspunkte für Schmerzempfinden" In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. Juni 2015, 20:30 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schmerzempfinden_bei_Tieren&oldid=142950307 (Abgerufen: 14. Juni 2015, 19:22 UTC)
- Alles ist gleichberechtigt: Es gibt keine gute Unterscheidungsgrundlage, die es rechtfertigen könnte, dass einzelne Tiere lebenswert und andere Tiere nicht lebenswert sind. Das bedeutet aber, dass die Unterscheidung, die wir treffen, eine Entscheidung der entsprechenden Umstände ist, möglicherweise ausgelöst durch unser Mitgefühl oder konkreter unser Ähnlichkeitsempfinden. Wenn das allerdings der Fall ist, gibt es keine Grundlage dafür, einen veganen Lebensstil einem anders moralisch begründeten vorzuziehen. Das ist kein Grund gegen einen veganen Lebensstil, aber ein Grund gegen den veganen Lebensstil als einzigen moralischen Weg.
- Gegenargument: (Schmerz) Schmerz ist eine objektive Grenze für die Bestimmung, weil Schmerz gewisse negative Reaktionen auslöst, die wir messen können. [1]
- Entkräftung: Schmerz ist überhaupt nicht objektiv, weil die Reaktionen, die wir feststellen können, unserer subjektiven Interpretation unterliegen.
- Entkräftung: Das ist aber nicht das Problem. Wenn wir soweit gehen und sagen, dass andere Tiere eben Schmerzen auf dieselbe Weise wie wir empfinden, lassen wir außer Acht, dass nicht alle Tiere Schmerzen empfinden können.
- Anmerkung: Nur wenn wir sagen, dass die Tiere, die Schmerzen so wie wir fühlen, nicht gegessen werden sollen, können wir eine verbindliche Grenze nachvollziehbar gestalten. Dennoch ist diese Grenze nur solange sinnvoll, wie wir davon ausgehen, dass Schmerzen etwas sind, das wir generell ablehnen. Schmerzen sind aber letztendlich auch nur eine andere Form, den Körper vor dem Tod zu bewahren, sodass sie damit im Reich der Lebewesen nicht unbedingt weit von anderen Wahrnehmungen entfernt liegen.
- Gegenargument: (Ähnlichkeit) Wenn uns etwas ähnlich ist, dann sollten wir es nicht verletzen, weil wir uns selbst darin erkennen.
- Entkräftung: Wenn wir uns aber nicht darin erkennen, dann bedeutet das, dass wir es verändern oder verletzen können, weil es eben nichts ist, worin wir uns erkennen.
- Anmerkung: Es erscheint so, dass wir eben versuchen müssen, eine gesellschaftliche Übereinkunft zu finden, wonach wir die Ähnlichkeit zu anderen Lebewesen bemessen wollen, solange sie noch nicht für sich selbst sprechen können.
- Gegenargument: (Schmerz) Schmerz ist eine objektive Grenze für die Bestimmung, weil Schmerz gewisse negative Reaktionen auslöst, die wir messen können. [1]
- Andere Tiere unterscheiden sich von uns: Tiere können sich nun einmal nicht so wie Menschen artikulieren. Sie sehen aber auch anders aus, haben andere Ernährungsgewohnheiten, können sich nicht mit uns fortpflanzen. Andere Tiere sind anders, weil es bestimmte Merkmale gibt, die sie zu etwas anderem machen. Das bedeutet aber auch, dass wir ihnen nicht alles zugestehen müssen, was wir unseren Artverwandten zugestehen.
- Gegenargument: (Gefühle) Einige Tiere fühlen allerdings so wie wir. Wenn ein solcher Aspekt innerhalb eines Tieres möglich ist, dann sollten wir unsere Unterschiede vielleicht überdenken.
- Begrenzte Möglichkeiten: Wenn Menschen sterben, weil ich kein Blut gespendet habe. Oder wenn Menschen sterben, wenn ich nicht regelmäßig das Licht in allen Räumen ausschalte. Oder wenn Menschen sterben, weil ich eben nicht so viel Geld dafür ausgeben kann. Dann werden mir meine begrenzten moralischen Möglichkeiten bewusst. Vielleicht setzt man sich für eine moralische Aktivität ein, hat aber keine Zeit oder keine Lust, sich auf mehr zu konzentrieren. Und deshalb möchte ich nicht vegan leben.
- Anmerkung: Diese Herangehensweise mag für viele Menschen gelten, sie spricht sich aber nicht gegen einen veganen Lebensstil in sich selbst aus. Vielmehr verhindern hierbei äußere Umstände, dass sich damit näher beschäftigt wird.
- PDF-Dokument "Woran soll man denn sonst testen?" In: Ärzte gegen Tierversuche. URL: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/infomaterial/woran_soll_man_testen.pdf (Abgerufen: 30. Juni 2015, 13:02 UTC)
- Tierversuche retten Menschenleben: Ohne die Ausbeutung von Tieren in Form von Tierversuchen, gibt es keine moderne Gesundheitsforschung mehr, da es nicht mehr möglich ist, bestimmte Thesen in der Praxis zu überprüfen. Es gibt keine Möglichkeit, neue Impfstoffe zu testen, ohne dabei Menschenleben aufs Spiel zu setzen.
- Gegenargument: (Notwendigkeit) Tierversuche sind nicht notwendig, da es moderne Varianten gibt, um Medikamente zu testen. Zum Beispiel: durch Computermodelle oder Miniaturabbildungen von Organen. [1]
- Entkräftung: Diese modernen Varianten sind ebenfalls eine Möglichkeit eine gewisse Sicherheit zu gewährleisten, bieten aber dieselben Angriffsflächen wie Tierversuche. Die Ähnlichkeit der Anwendung ist nicht gewährleistet.
- Gegenargument: (Anwendbarkeit) Tierversuche sind nicht aussagekräftig, weil es sich um das falsche Tier handelt, das getestet wird. [1]
- Entkräftung: Wenn wir davon ausgehen, dass andere Tiere komplett anders funktionieren als wir, wie können wir dann davon ausgehen, dass sie auf dieselbe Weise wie wir auf äußere Einflüsse reagieren? Wenn sie uns allerdings ähnlich sind, dann können wir auch davon ausgehen, dass sie uns dabei helfen können, uns medizinisch besser zu verstehen.
- Gegenargument: (Notwendigkeit) Tierversuche sind nicht notwendig, da es moderne Varianten gibt, um Medikamente zu testen. Zum Beispiel: durch Computermodelle oder Miniaturabbildungen von Organen. [1]
- Seite "Sechs gute Gründe, Fleisch zu essen" In: Fleischexperten. URL: http://www.fleischexperten.de/lebensmittel-fleisch/moderne-ernaehrung/funf-gesunde-grunde-fleisch-zu-essen/ (Abgerufen: 14. Juni 2015, 19:02 UTC)
- Tierprodukte sind gesund: Tierprodukte sind ein wichtiger Lieferant für Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße, die der Körper für unterschiedliche Aufgaben benötigt, um sich selbst am Leben zu erhalten. [1] Ein veganer Lebensstil kann leichter zu einer Unterversorgung führen, sodass eine ausschließliche pflanzliche Ernährung zumindest für die Gesundheit fragwürdig ist.
- Gegenargument: (Unwissen) Das gilt nur für diejenigen, die sich nicht ausreichend genug über die Ernährung informieren.
- Anmerkung: Ja, aber das reicht ja schon.
- Anmerkung: Ich bin allgemein davon überzeugt, dass die moderne Ernährung etwas ist, was mich häufig an der Überlebensfähigkeit von Frühmenschen zweifeln lässt. Wenn wir so viel zu beachten haben, was wir aus der Natur aufnehmen, dann besteht natürlich die Frage, wie man früher überleben konnte, ohne auf diese Einzelheiten zu achten.
- Weiterführung: Viele Lebensmittel sind natürlich heute so zusammengesetzt, dass Menschen dazu gebracht werden sollen, mehr davon zu kaufen. Es wird Zucker verwendet, obwohl es nicht notwendig wäre. Es werden Geschmacksverstärker eingesetzt, etc. Heutzutage geht es nicht mehr nur um die Ernährung, sondern generell darum, dass Menschen die Produkte einer bestimmten Firma kaufen. Eine Überbelastung mit einem Lebensmittel kann zu einer Vernachlässigung anderer Elemente führen, was ungesund ist.
- Gegenargument: (Unwissen) Das gilt nur für diejenigen, die sich nicht ausreichend genug über die Ernährung informieren.
- Tierprodukte machen glücklich: Fleisch hat eine außerordentlich beeindruckende Konsistenz und schmeckt einfach lecker. Es macht Spaß, verschiedene Fleischsorten auszuprobieren. Wer Fleisch isst, kann sich wohlfühlen.
- Gegenargument: Fleisch schmeckt ohne Gewürze und Geschmacksverstärker nicht.
- Entkräftung: Aber es schmeckt mit Gewürzen und Geschmacksverstärker.
- Gegenargument: Fleisch schmeckt ohne Gewürze und Geschmacksverstärker nicht.
- Seite "Animal product" In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. Dezember 2014 18:25 UTC. URL: https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Animal_product&oldid=637353512 (Abgerufen: 14. Juni 2015, 19:02 UTC)
- Tierprodukte bringen neue Arbeitsplätze: Viele Tierprodukte werden für den Menschen verarbeitet. Sie erhalten und schaffen neue Arbeitsplätze. [1]
- Tiere sind Kulturbestandteile: Tiere sind Bestandteil unserer Traditionen und unserer Kultur. Wenn wir sie nicht mehr so verwenden, dann verlieren wir einen Teil unserer Erfahrungen und schränken einen Teil unserer Persönlichkeit ein.
- Anmerkung: Es gibt zwar eine Einschränkung der Bedeutung, sodass wir vielleicht Tiere nicht mehr auf dieselbe Weise wie früher sehen werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie aus unseren kreativen Werken verschwinden müssen.
- Vegane Ernährung ist zu teuer: Eine vegane Ernährung ist aufgrund der Preispolitik und der konkreten Vermarktungsausrichtung auf einen veganen Lebensstil häufig mit höheren Kosten verbunden.
- Gegenargument: (Unwissenheit) Die höheren Kosten entstehen nur, wenn man versucht, dieselben Essgewohnheiten wie vor einer Umstellung auf einen veganen Lebensstil zu erhalten. Wenn man mit einem veganen Lebensstil aufwächst oder seine Essgewohnheiten verändert, dann ist eine vegane Ernährung nicht so teuer, wie sie erscheinen mag.
- Produktvielfalt: Tierische Produkte ermöglichen eine größere Auswahl an Lebensmitteln und dadurch mehr Individualität.