29. April 2010 / , / 1c

Eine Ära geht zu Ende

Heute war ein wichtiger Tag. Ein sehr wichtiger. Es war zwar zunächst ziemlich unbedeutend für mich, aber dann ist auf einmal sehr schnell in mir aufgestiegen. Man spricht halt miteinander. Man spielt ein wenig. Man hat Spaß. Doch irgendwann bemerkt man, dass heute eigentlich eine Ära zu Ende gegangen ist. Ganz nebenbei so haben wir heute das vorerst letzte Mal mit Christopher als Hockey-AG-Leiter zusammengespielt. Ein Rückblick.

Mit Hockey verbinde ich sehr viele Momente in meinem Leben. Zuerst einmal das Wichtigste. Ich habe sehr viele nette Menschen kennengelernt und mich mit ihnen über die unterschiedlichsten Dinge unterhalten. Ich habe mit ihnen im Team gespielt oder versucht sie zu besiegen. Ich habe mit ihnen gelacht und geweint. Es war eine tolle Zeit und ich bin mir sicher, dass ich meinen Zivildienst sicherlich nicht so leicht hinter mich gebracht hätte, wäre da nicht dieser Ausgleich in der Woche gewesen, der mich sowohl auf körperliche als auch seelische Weise gefordert hat.

Doch es waren natürlich auch nicht alles nur Anstrengungen. Man genoss ja die Spielzüge, man genoss den Sport, die Emotionen, das alles irgendwie. Es gehörte einfach dazu. Man lief, man nahm an, man schoss und das Adrenalin machte die Situation noch viel schöner. Es war spannend zu sehen, wie die Leute sich entwickelten und wie sie besser wurden. Wie man selbst auch besser wurde. Es war lustig, wenn sich neue Spieler daran versuchten und zunächst scheiterten. Es war lustig, wenn man selbst nach einem Jahr den Ball noch nicht trifft, obwohl man allein vor dem Tor steht. Das sind so die schönen Momente.

Vielleicht war es aber auch nur so eine schöne Zeit, weil wir kein wirkliches Hockey gespielt haben. Wir haben mit Hockey-Schlägern auf Hockey-Tore geschossen. Und das reichte uns völlig aus. Wir mussten nicht an irgendwelchen Turnieren teilnehmen, um uns selbst zu beweisen, dass wir besser als andere sind. Die Zeit lässt sich in der Halle so viel besser nutzen. Vielleicht noch ein wenig Indie-Musik dazu hören und sich an den guten alten Wilhelministischen Teufelskreisel zurückerinnern. Ja, das war toll.

Doch was soll man nun machen, wenn der AG-Leiter weggeht, keine Zeit mehr für das Hobby hat, das einem so sehr ans Herz gewachsen ist? Es wurde relativ schnell entschieden. Es musste ein Ersatz her, der wenigstens die AG in diesem Jahr noch zu Ende führt. Schließlich hat mich Christopher darauf angesprochen, ob ich nicht Lust dazu hätte, die Verantwortung zu übernehmen. Ich musste da nicht lange überlegen und sagte zu.

Ich denke nicht, dass sich das AG-Gefühl so großartig verändern wird. Andererseits war Christopher immer schon derjenige, der die unterschiedlichsten Leute zusammenführen konnte und ich weiß nicht, ob ich das genauso schaffen werde oder ob es sich dann irgendwann verlieren wird. Ich hoffe es nicht. Was mich allerdings noch ein wenig mehr beunruhigt, sind letztendlich die Verantwortungen, die mit dem Leiten einhergehen. Ich muss jetzt darauf achten, dass es zu keinen Streitigkeiten kommt und dass sich niemand verletzt. Ich weiß nicht, ob ich ein Typ für solche Sachen bin. Das wird sich wahrscheinlich erst nächste Woche herausstellen. Aber ich bin gewillt, dass auf jeden Fall auszuprobieren und mein Bestes zu geben, falls es zu komplizierten Situationen kommen sollte.

Auf jeden Fall freue ich mich, dass Hockey wenigstens noch so lange weiterbesteht, wie ich hier in der Umgebung bin. Was danach geschieht, kann ich jetzt leider noch nicht sagen. Vielleicht wird die AG allgemein gestoppt. Vielleicht wird sie von jemand anderem übernommen. Ich will nicht wirklich spekulieren. Ich kann aber sagen, dass die Hockey-Zeit in jedem Fall eine sehr schöne Ergänzung zu meinem Schulleben und sogar darüber hinaus gewesen ist und dass ich das alles sehr genossen habe. Vielen Dank und lasst uns jetzt die letzten Monate noch einmal richtig genießen.