Mentor-Projekt-Schule

2019-06-30 History

Die Mentor-Projekt-Schule beschreibt ein Schulkonzept, bei dem sich Schülerinnen und Schüler in Absprache und Konsultation mit Mentoren selbstständig Projekte suchen und bearbeiten, die erstens für sie und zweitens für die Gesellschaft relevante Kompetenzen vermitteln.

Projekte sind Arbeiten, an deren Ende ein überprüfbares Produkt entsteht. Produkte sind ein Werkzeug, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Produkte sollen nach ihrer Fertigstellung vor anderen präsentiert werden.

Mentoren sind Lehrerinnen und Lehrer, deren Arbeit darin besteht, den Fortschritt der einzelnen Projekte zu überprüfen und den Schülerinnen und Schülern bei Fragen und Unklarheiten zur Seite zu stehen.

Projekte müssen mit Mentoren abgesprochen werden, um darüber zu beraten, ob die Rahmenbedingungen für ein Projekt eingehalten werden. Im Zentrum steht eine (1.) eigenständige Arbeit, an deren Ende ein Produkt entsteht, das auf bestimmte Kompetenzen verweist und das präsentiert werden soll. Produkte können (2.) berührbar (zum Beispiel ein gebautes Radio) oder nicht berührbar (zum Beispiel grundlegende Vorstellungen über die Welt) sein. Wenn Produkte nicht berührbar sind, dann muss sich der Lernende damit beschäftigen, wie das Produkt anschaulich gemacht werden kann, um es anderen (auch sich selbst) in der Präsentation vorführen oder darstellen zu können. Das ist notwendig, damit eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema möglich bleibt und nicht für den Lernenenden im Nachhinein unzugänglich wird. Produkte sollen (3.) ebenfalls auf die Gesellschaft verweisen und deutlich machen, wie das Produkt etwas darstellt, was in der Gesellschaft wertgeschätzt werden kann. Das ist notwendig, um sicherzustellen, dass ein Produkt potenziell etwas hervorbringt, dass ein besseres Zusammenleben ermöglicht. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, sollte das Projekt zugelassen werden.

Kolloquien sind die wesentliche Form des Austausches. Bei einem Kolloquium setzen sich die Schüler mit den Projekten ihrer Mitschüler auseinander und stellen Fragen dazu. Die Schulzeit wird radikal darauf eingekürzt, sich in der Gruppe über das Vorankommen der verschiedenen Projekte auszutauschen. Darüber hinaus ist die Schule ein freier Raum, der die Arbeit an den Projekten ermöglicht, aber auch für die gemeinsame Sozialisation beim Sport oder bei öffentlichen Veranstaltungen genutzt werden kann.

Gruppenprojekte sind generell erlaubt und zu begrüßen.

Schule muss so umstrukturiert werden, dass sich Schüler dort ausruhen können und nur arbeiten, wenn sie sich für ein Projekt interessieren. Eltern muss es ermöglicht werden, ihre minderjährigen Schüler in der Schule abzugeben, sodass sich um sie gekümmert wird. Mentorinnen und Mentoren sind dafür da, auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen und ihnen dabei zu helfen, eigenständige Projekte zu entwickeln und zum Abschluss zu bringen. Wenn eine Schülerin unzufrieden mit ihrer Mentorin ist, soll sie diese ohne Probleme wechseln können.

Schule ist auf eine Dauer von mindestens 10 Jahren ausgerichtet. Innerhalb dieser Jahre sollten die Projekte, die man erarbeitet, einen Ausblick darauf geben, welche Ausbildungen für einen selbst relevant werden. Nach den 10 Jahren gibt es die Möglichkeit, eine Ausbildung anzufangen oder weitere 2 Jahre in der Schule in die Vorbereitung auf eine Ausbildung zu investieren.

Für ein Studium kann man besondere Kompetenzen erwerben, die für das Studium nützlich sind. Dazu erfüllt man gesonderte Projekte, deren Produkte wissenschaftliche Arbeiten sind. Nach meinen Vorstellungen sollte ein Studium ein ähnliches Mentor-Projekt-System einführen, um damit den Lernstand und den Fortschritt besser bewerten zu können. Dahingehend gibt es in diesem System auch keine Zulassungsbeschränkungen mehr, sondern Produktbewertungen, die den Ansprüchen an bestimmte Kompetenzen erfüllen oder nicht.

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Produkte