Deutschdidaktik

Created: 2020-04-19 Updated: 2020-11-07 History Videos

Die Deutschdidaktik beschäftigt sich mit der Frage danach, wie besonders die deutsche Sprache, aber genereller jede Sprache vermittelt werden kann.

Ziele: Was will man lehren und warum?

Eine Einführung über meine Vorstellungen zu didaktischen Zielsetzungen findet sich in der Philosophiedidaktik.

Nachfolgend liste ich deshalb nur die Lehrziele auf, die ich mit dieser Seite verfolge. Lernende und Interessierte ...

Das erste Ziel soll dazu beitragen, sich über die verschiedenen Probleme beim Lehren und Lernen einer Sprache austauschen zu können. Gleichzeitig soll es eine Basis dafür bieten, überhaupt Ansatzpunkte zu finden, um über das eigene Lehren und Lernen reflektieren zu können.

Das zweite Ziel wurde gesetzt, um die Vielschichtigkeit eines Sprachunterrichts zu verdeutlichen und die Möglichkeit zu geben, darüber nachzudenken, welches Ziel für den eigenen Unterricht am wichtigsten ist.

Das dritte Ziel dient dazu, Unterrichtsplanungen als Möglichkeit für ein besseres Lernen zu begreifen und sie daher vorzubereiten, um Themen selbst besser verstehen zu lernen.

Funktionen des Sprachunterrichts

Sprachunterricht unterstützt die moralischen Vorstellungen und die erzieherischen Ziele einer Gesellschaft auf folgende Weise:

Trennung von Sprach- und Literaturwissenschaft

Einer der wesentlichen Punkte innerhalb der Deutschdidaktik ist die Aufteilung der Erarbeitung der verschiedenen Fähigkeiten, die mit einer Sprache verbunden sind. Diese Aufteilung ist fließend und unvollständig, soll aber dabei helfen, zwei grundsätzliche Ziele des Sprachenunterrichts stärker hervorzuheben. Diese Ziele sind durch individuelle Prioritätszuschreibungen gesetzt. Sie machen jedoch deutlich, wie gesellschaftliche Interessen in die Wissenschaft und damit auch in die Didaktik und den Unterricht hineinragen können.

Die beiden Aufgaben sind 1. die Kommunikationsfähigkeiten innerhalb der Gesellschaft zu verbessern und 2. neue Sichtweisen und Herangehensweisen durch die Auseinandersetzung mit der Kunst zu erlangen. Dabei stehen in beiden Fällen die Entwicklung einer gesellschaftlichen Handlungsfähigkeit und das Wohlbefinden durch die Entwicklung einer Identität im Vordergrund4.

Diese Ziele werden dann wiederum in Sprach- beziehungsweise Literaturunterricht unterschieden. Ich halte diese Unterscheidung für irrelevant, weil diese Strukturierung keinen Eigenwert besitzt. Jede Information muss auf die bestmögliche Weise vermittelt werden. Für mich gibt es da keinen Unterschied zwischen einem Medienunterricht, der eher zur Sprachdidaktik gezählt wird oder der Auseinandersetzung mit verschiedenen historischen Texten, was eher der Literaturdidaktik zugeordnet wird.

Fachliche Ziele des Deutschunterrichts

Der Lehrplan für das Fach Deutsch in Sachsen5 beschreibt anschließend an die bereits genannten Aspekte noch einmal zusammenfassend folgende konkreteren Ziele:

Phasierung von Unterricht

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Unterricht zu strukturieren. In einem stärker durch die Lehrperson bestimmten Ablauf ist die Phasierung ein wichtiger Aspekt, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Die Phasierung teilt die Unterrichtszeit in bestimmte Abschnitte, die jeweils eigene Aufgaben innerhalb der Erschließung eines Themas übernehmen.

Das allgemeine Modell der Phasierung sieht 1. einen Einstieg, 2. eine Erarbeitung, 3. eine Ergebnissicherung mit Zusammenfassung und Reflexion sowie optional 4. eine Übung mit einer Vertiefung und einem Transfer vor. Diese Phasen entsprechen dabei sowohl einem Spannungsbogen als auch einem Lernablauf, der Motivation, Selbstständigkeit, Präsentation und Übung beinhaltet.

Der Einstieg wird auch als Hinführung zum Thema bezeichnet. Sie dient dazu, eine Motivation für ein Thema zu wecken, vorherige Stunden zu reaktivieren und bei einem entdeckenden Unterricht ein neues Problem für die konkrete Stunde vorzustellen. Im Literaturunterricht schließen sich weitere optionale Unterbereiche an: das Lesen eines Textes, semantische Klärungen, spezielles Kontextwissen besprechen und vielleicht eine Zusammenfassung eines Textes.

In der Erarbeitungsphase wird dann von den Schülern selbstständig ein Problem oder eine Aufgabe bearbeitet. Es werden Lösungsmöglichkeiten in verschiedenen Sozialformen untersucht.

Im Anschluss daran findet eine Zusammenfassung und Reflexion statt. In dieser Ergebnissicherung werden häufig im Plenum der gesamten Gruppe die Ergebnisse diskutiert und es wird sich über die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten ausgetauscht. Diese Phase besitzt das größte Lernpotenzial, weil verschiedene Lösungen diskutiert und in ihrem Potenzial besprochen werden.

Anschließend findet eine Anwendung der gelernten Informationen statt, indem entweder eine ähnliche Aufgabe erneut selbstständig erarbeitet wird.

Abschließend werden offene Fragen geklärt und es wird Kontextwissen über den eigentlichen Lerninhalt hinaus besprochen. Es findet dabei gleichzeitig eine kreative Übersetzungsleistung statt, um das Gelernte in den Alltag zu übertragen.

Anmerkungen

  1. "Lehrplan Gymnasium Deutsch Sachsen" 2013, S. 1 ↩︎
  2. Steinig/Huneke 2015, S. 188 ↩︎
  3. "Lehrplan Gymnasium Deutsch Sachsen" 2013, S. 1 ↩︎
  4. Leubner/Saupe/Richter 2016, S. 40f ↩︎
  5. "Lehrplan Gymnasium Deutsch Sachsen" 2013, S. 2 ↩︎

Literatur