Demokratiebildung
Created: 2025-10-15 Updated: 2026-08-11
Demokratiebildung ist die Bezeichnung für die Überzeugung von Individuen von Werten, die eine demokratische Gesellschaft ermöglichen.
Die Kultusministerkonferenz beschreibt Demokratiebildung vor allem als die Befähigung, "die komplexe moderne Gesellschaft zu verstehen und politische, gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Fragen fundiert zu bewerten. Durch die schulische Bildung werden [junge Menschen] ermutigt, sich aktiv für grundlegende Werte wie Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Gerechtigkeit, wirtschaftliche Sicherheit und Frieden einzusetzen." Ich würde behaupten, dass diese Definition ein paar Schwächen besitzt: 1. Demokratiebildung ist nicht nur etwas für junge Menschen, 2. Die beschriebene Befähigung kann auch ohne Demokratie umgesetzt werden. 3. Das Eintreten für Werte ist irrelevant für eine Gesellschaft, die diese Werte bereits lebt, was diese Definition einschränkt. - Ich würde wie in der Kurzform oben ausformuliert die Definition auf alle Personen ausweiten und die Notwendigkeit des Verständnisses freiheitlich-demokratischer Werte allgemein zum Ziel machen.
Die Demokratiebildung setzt voraus, dass Lehrende davon überzeugt sind, dass die Demokratie die bestmögliche Antwort auf die Frage danach ist, wie eine pluralistische Gesellschaft mit all ihren Stärken und Schwächen organisiert werden kann. Diese Voraussetzung macht Demokratiebildung angreifbar, wenn sie nicht kritisch hinterfragt wird, da andere Formen des Zusammenlebens zugunsten einer vorgegebenen Antwort nicht betrachtet werden. Zentral ist die Frage: Warum Demokratie und nicht etwas anderes? Eine Antwort sollte organisch in der Suche nach Gerechtigkeit im Zusammenleben zwischen Menschen gefunden werden. Wenn eine bessere Antwort als Demokratie existiert, dann sollte diese Antwort ernstgenommen und gewürdigt werden. Mir ist jedoch keine bessere Antwort unter den derzeitigen Bedingungen ersichtlich.
Beutelsbacher Konsens
Der Beutelsbacher Konsens ist eine seit 1976 bestehende wesentliche Übereinkunft zur Gestaltung von politische Bildung und damit auch von Demokratiebildung. Dieser beinhaltet drei wesentliche Elemente: Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot und Schülerinteresse.
Literatur
- Sturzenhecker, Benedikt. 2025. Demokratiebildung in der Jugendsozialarbeit. Konzepte, Methoden und Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen. URL: https://www.pedocs.de/frontdoor.php?source_opus=34162. Beltz Juventa : Weinheim. [ref: 2X333MC7]